Nachricht
Gästehäuser wie ethnografische Museen – zum Entspannen in authentischer dörflicher Atmosphäre an der Donau
Montag 12 August 2024 12:05
Montag, 12 August 2024, 12:05
FOTO Weneta Nikolowa
Schriftgröße
Vor Massentouristen verborgen, sind die Dörfer an der Donau ein Magnet für Naturliebhaber, die nach Privatsphäre und authentischen Erlebnissen suchen. Diese Reisenden wählen kleine Küstendörfer wie Srebarna, Gigen, Wetren, Nowo Selo und andere, in denen das Leben gemächlich verläuft.
FOTO Венета Николова
Eine Bootsfahrt auf der Donau, Angeln, Radfahren und der Besuch alter Festungen sind nur einige der lokalen Attraktionen. Wenn Sie hier in einem Gästehaus übernachten, werden Sie es nicht bereuen! Der Trend geht dahin, alte Landhäuser so zu restaurieren, dass sie den modernen Standards der Branche entsprechen, ohne jedoch etwas von ihrer Authentizität zu verlieren.
Im Dorf Srebarna beispielsweise stoßen wir auf ein kleines Hotel, das wie ein echtes ethnografisches Museum der Lebensweise in der Dobrudscha eingerichtet ist. Die Besitzerin, Violeta Schekowa, gibt zu, dass sie seit Jahren in verfallenen Gebäuden in der Gegend, die von ihren Besitzern schon lange verlassen wurden, weggeworfene Möbel, Teppiche und Gegenstände sammelt. Später restauriert sie sie und richtet ihr Gästehaus damit ein.
FOTO Венета Николова
„Aus diesen Häusern nehme ich zurückgelassenes Geschirr, Betten, Schränke…Hier sehen Sie das erste Radio „Druschba“, im anderen Raum - den ersten bulgarischen Fernseher„Opera“. Ich nehme auch Fotos, die ich an die Wand hänge. Weil sie zu den Menschen gehören, die einst in diesen Häusern lebten, und ich mir wünsche, dass ihr Geist dort wäre, wo ihre Dinge waren. Ich freue mich immer, wenn die Gäste sagen, dass sie spüren können, wie ich das alles mit Liebe gemacht habe. Ich versuche, meinen Garten ordentlich und gemütlich zu halten.Denn wenn sie ins Dorf kommen, möchte ich, dass die Leute den Hahn und die Hühner im Hof hören, ebenso wie die Meisen. Ich möchte, dass sie die vorbeifliegenden Störche und Pelikane sehen und nachts mit dem Zirpen der Grillen einschlafen. Hier gibt es viel zu tun. Neben dem Dorf liegt der Srebarna-See, in dem eine große Kolonie von Krauskopfpelikanen lebt. Im Umkreis von 40-50 km gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten, die Touristen innerhalb von 3 Tagen besuchen können“, erzählteVioleta Schekowa.
Violeta Schhekowa in ihrem Gästehaus
FOTO Венета Николова
Aufgrund der Feuchtgebiete und des unglaublichen Vogelreichtums in den Donaudörfern sind hier oft ausländische Ornithologen und Fotografen unterwegs.
Entlang dem bulgarischen Ufer verläuft die beliebte Radroute „Donau Ultra“. Welitschko Christow, Besitzer eines alten Gästehauses im Dorf Gigen, behauptet, dass Radfahrer aus ganz Europa bei ihm vorbeischauen. Das erste, was Touristen beeindruckt, ist die authentische „Tutrakanka“ – ein typisches altes Donauboot, mit dem Welitschko Christow seinen Hof schmückte.
Das Boot „Tutrakanka“ im Hof des Gästehauses
FOTO Венета Николова
Der Gastgeber zeigt uns gerne seine ethnografische Sammlung, die in einem Nachbargebäude untergebracht ist.„Im Laufe der Jahre habe ich nichts Altes weggeworfen“, sagte er.
Welitschko Christow empfängt die Gäste vor seinem kleinen ethnographischen Museum
FOTO Венета Николова
Sein Haus ist komplett mit antiken Möbeln eingerichtet und duftet nach Holz, und seine Frau verwöhnt uns mit köstlichen Donauspezialitäten.
In der Nähe des Dorfes Gigen liegen verstreut die Ruinen der symbolträchtigen römischen Stadt Ulpia Oescus.
Touristen können authentische Frauentrachten aus Nordbulgarien sehen
FOTO Венета Николова
Wir stoßen auch auf ein wunderschönes Naturphänomen – die Mündung des Flusses Iskar, der in die Donau mündet.
Lesen Sie auch:
- Donau-Impressionen
- Krippen für Vögel, schwimmende Inseln, Naturkundemuseum und ein Ökowanderweg – Willkommen im Reservat Srebarna
- Erstes Schutzgebiet für Störe am bulgarischen Donauufer eingerichtet
- Der Architekt Rumen Dschagarow restaurierte ein altes Haus und kehrte aus Protest gegen die demografische Krise ins Dorf zurück
- 150 Radfahrer aus Bulgarien und Rumänien haben die Radroute Donau-Ultra zurückgelegt
- So sah der Fortuna-Tempel der römischen Kolonie Ulpia Oescus aus
Zusammengestellt: Weneta Nikolowa
Übersetzung: Antonia Iliewa
Redaktion: Rossiza Radulowa
Fotos: Weneta Nikolowa
Gestaltet von БНР екип