Archäologen haben ein unversehrtes Grab einer jungen Frau aus dem frühen 2. Jahrhundert in der Nähe des Dorfes Kapitan Petko Wojwoda entdeckt, teilte die Gemeinde Topolowgrad mit. Das Entdeckungsteam wird von Daniela Agre und Dejan Ditschew geleitet.
Den Archäologen zufolge wurde die Bestattung nach dem Kremationsritual durchgeführt. Der Körper war auf einem speziellen Holzgestell in einer gemauerten Grabkammer aus Ziegeln platziert, die mit einem Ziegelgewölbe bedeckt war. Unter den gefundenen Objekten befinden sich massive Goldohrringe, halbkugelförmige Goldapplikationen im Bereich des Kopfes sowie eine goldene Fibula-Brosche.
Die Brosche – mit einem reliefartigen Frauenbild – zeichnet sich durch außergewöhnliche Eleganz aus und ist in Bulgarien ohne Vergleich. Ein ähnlicher Schmuck ist aus dem Grab der Crepereia Tryphena in Rom bekannt, was auf den hohen sozialen Status der Bestatteten hinweist, berichtete die Gemeinde Topolowgrad.
Weitere Artefakte sind ein bronzenes Tischchen mit Beinen in Form mythischer Sirenen – ein äußerst seltener Fund für das Gebiet des Römischen Reiches –, eine Toilettenschatulle, Glas- und Keramikgefäße, eine Knochenschnalle sowie Lederschuhe. Im Bereich des Kopfes wurde zudem eine Bronzemünze des Kaisers Trajan (98–117 n. Chr.), der sogenannte „Charon-Obolus“, gefunden, die nach damaligem Glauben dazu diente, die Seele des Verstorbenen dem Fährmann Charon für die Überfahrt ins Jenseits zu bezahlen.
Redakteurin: Diana Zankowa
Übersetzt und veröffentlicht von Lyubomir Kolarov
Foto: Gemeinde Topolowgrad