Autor
Zwetana Tontschewa
Artikel
Dienstag 30 Dezember 2025 14:56
Dienstag, 30 Dezember 2025, 14:56
FOTO rossitzabanova.online
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Als talentierte Pianistin und renommierte Pädagogin unterrichtet Rossitza Banova seit fast drei Jahrzehnten in den USA und Asien.
Sie hatte Konzerte in Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Russland, China, Vietnam und Thailand, und die New Yorker Carnegie Hall ist nur einer von Dutzenden amerikanischen Konzertsälen, in denen sie bejubelt wurde.
Sie wurde in Sofia als Tochter des bekannten Dichters, Schriftstellers, Dramatikers und Übersetzers Bancho Banov und der Primaballerina Rossitza Banova geboren. Bereits im Alter von 9 Jahren gewann sie ihre ersten Preise bei Wettbewerben. An der Musikhochschule „Prof. Pantscho Wladigerow“ studierte Rossitza Banova zwei Jahre lang in der Klasse des großen bulgarischen Pianisten und Pädagogen Anton Dikow.
1997 ging sie nach San Francisco, wo sie mit einem Vollstipendium am Konservatorium aufgenommen wurde und bei Professor Paul Hersh studierte. Außerdem arbeitete sie mit dem renommierten Pianisten Mack McCra zusammen. Sie erwarb ihren Master und Doktortitel an der Jacobs School of Music der Indiana University unter der Leitung von Professorin Evelyne Brancart und Professor Emil Naumow.
„Indiana ist nach wie vor eine der vielleicht zehn besten Musikschulen in Amerika. Professorin Evelyne Brancart ist Belgierin und Preisträgerin des Concours musical international Reine Élisabeth. Sie ist eine sehr talentierte Pianistin und Lehrerin, die meine Technik komplett umgestellt hat. Nach ihr habe ich mit dem unglaublichen Professor Emil Naumow gearbeitet, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Er ist ein großer Profi, aber das Wichtigste ist, dass er seine Schüler sehr unterstützt...“, so Rossitza Banova.
Rossitza Banova blieb in Indiana als Klavierlehrerin an der Jacobs School of Music. 2012 ging sie nach China, um an der Ludong University in Yantai zu unterrichten. Danach arbeitete sie an der Universität Pelita Harapan in Lippo Karawaci, Indonesien, wo sie die Abteilung für Klavierbegleitung leitete. Von 2014 bis 2023 war Rossitza Banova Leiterin der Klavierabteilung an der Sultan Qaboos University in Muscat, Oman, und seit Sommer 2023 unterrichtet sie Klavier, Musiktheorie und Kammermusik an der Wycombe Abbey International School in der chinesischen Stadt Nanjing.
Über ihre äußerst erfolgreiche pädagogische Arbeit erzählte sie gegenüber Radio Bulgarien: „Ich habe alle Altersgruppen unterrichtet – von 4-jährigen Kindern bis hin zu Studenten, die ihren Bachelorabschluss machen. Derzeit arbeite ich in China an einer britischen Schule, an der die Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse unterrichtet werden, wobei ich hauptsächlich die siebte bis zwölfte Klasse unterrichte. Ich versuche, meinen Schülern beizubringen, individuell zu sein, positiv zu denken und das Beste aus sich herauszuholen. Diejenigen, die jetzt in der 12. Klasse sind, versuche ich auf die Aufnahme an Universitäten oder Colleges auf der ganzen Welt vorzubereiten. Dieses Jahr habe ich vier Schüler, die in Europa und Amerika angenommen wurden. Aber das Wichtigste ist, dass ich versuche, als Lehrerin abwechslungsreich zu sein. Ich möchte ihre Technik und Musikalität verbessern und ihnen ein großes Repertoire beibringen. Für mich ist das Unterrichten eine Leidenschaft. Ich liebe es zu unterrichten!“, erzählte Rossitza Banova.
Wie kommt sie mit dem System in China klar: mit dem Lebensstil, den strengen Anforderungen, dem Einhalten von Regeln?
„Das ist das Einzige, was mir schwerfällt und mich dazu bringt, zurück in die arabische Welt oder nach Amerika gehen zu wollen. Die Anforderungen in China sind sehr hoch. Die Schule, an der ich derzeit arbeite, ist britisch, hat jedoch einen chinesischen Direktor. Man muss von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends arbeiten. Wenn man mehrere Tage hintereinander erst um halb neun erscheint, wird man ohne Vorwarnung entlassen. Viele meiner Kollegen wurden von heute auf morgen entlassen. Oder wenn man seine Arbeit nicht ordnungsgemäß ausführt, denn in jedem Raum gibt es eine Kamera und die Direktoren sehen, ob man unterrichtet oder beispielsweise etwas auf dem Handy liest. Man ist sehr streng“, sagte Rossitza Banova.
Rossitza Banova erzählte, dass das Leben in China sehr ruhig ist, weil es strenge Strafen für Kriminalität gibt. Trotzdem möchte sie nicht in Asien bleiben, sondern lieber nach Amerika zurück, wo sie zu Hause ist.
Jedes Jahr im Sommer kehrt sie nach Bulgarien zurück. Sie sieht ihr Land sehr verändert – „im positiven wie im negativen Sinne“. Aber es ist ihre Heimat, wo sie gerne leben möchte, und auch ihre kleine Tochter liebt Bulgarien sehr.
Und was denkt sie über Bulgarien?
„Nur das Beste. Und ich wünsche mir, dass alle gesund sind und bessere Menschen werden. Denn manchmal begegne ich Menschen, die sehr nervös und unhöflich auf der Straße sind. Das ist etwas, was mich von Bulgarien abschreckt. Die Bulgaren sind aber sehr talentiert... Die meisten Menschen sind gut, aber ich möchte einfach, dass die Menschen ruhiger sind, was ich angesichts der aktuellen Lage in Bulgarien für schwierig halte. Aber ich glaube an eine wunderbare Zukunft für Bulgarien, je mehr Zeit vergeht. Und ich hoffe, dass ich eines Tages hierher zurückkehren kann...“, sagte Rossitza Banova zum Schluss.
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Übersetzung: Antonia Iliewa
Redaktion: Rossiza Radulowa
Fotos: rossitzabanova.online, YouTube /Rossitza BanovaGestaltet von Rossiza Radulowa