Bulgarischer Weihnachtszauber erobert das Herz Prags

Freitag, 12 Dezember 2025, 10:49

Bulgarischer Weihnachtszauber erobert das Herz Prags

FOTO bereitgestellt von Miroslaw Wassilew

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Zarter Schellenklang, Lieder und Segenswünsche von Weihnachtssängern und der Rhythmus des bulgarischen Reigens erklingen unter den winterlichen Lichtern von Prag. In der Weihnachtszeit verwandelt sich der Altstädter Ring in eine Bühne für den bulgarischen Folklore­spektakel „Weihnachtsmysterien“, präsentiert vom Ensemble „Rosowa Dolina“ (auf Deutsch Rosental) aus Karlowo.

Auf Einladung des Bulgarischen Kulturinstituts in der tschechischen Hauptstadt bringt das Event die bulgarische Gemeinschaft und Gäste der Stadt zu einem Fest der Tradition, der Musik und der gemeinsamen Erinnerung zusammen, erfuhr Radio Bulgarien vom Leiter und Choreografen des Ensembles, Miroslaw Wassilew, der eine besondere Einladung aussprach:

Wir werden am Freitag, den 12. Dezember, um 16.00 Uhr, an einem der emblematischsten Orte der Stadt – dem Altstädter Ring eine Tanzperformance für die bulgarische Gemeinschaft und die ausländischen Gäste präsentieren. Wir heißen alle Landsleute sowie Freunde Bulgariens willkommen, mit uns zu feiern, beliebte bulgarische Volkslieder anzustimmen und einen großen bulgarischen Reigen zu tanzen!“

FOTO bereitgestellt von Miroslaw Wassilew

Es werden Weihnachtsbräuche, Tänze und Melodien aus vielen Folkloreregionen Bulgariens vorgestellt.

Über die Kraft der Tradition und die Begegnung mit den Bulgaren im Ausland sagte Miroslaw Wassilew:

In der Weihnachtszeit müssen die Weihnachtssänger (auf Bulgarisch Koledari - Anm. der Red.) singen und tanzen. Deshalb beginnt unser Programm mit einem Tanz der Weihnachtssänger, der von traditionellen Segenswünschen begleitet wird. Dieses musikalisch-tänzerische Ritual ist Teil unserer alten Folklore und kündigt, wie die Koledari, die Geburt des Jungen Gottes an. Wir präsentieren den ‚Koledarski Buenek‘ aus dem Gebiet Jambol. Außerdem haben wir Musik und Tänze aus weiteren Folkloreregionen mit einbezogen – aus Thrakien, der Schopenregion und den Rhodopen. Und die Sängerin Welina Iwanowa stimmt einige Reigenlieder an, damit sich alle Gäste dem Reigen anschließen können. Und weil die Tschechen den Klang des bulgarischen Dudelsacks lieben, wird uns auch der junge Dudelsackspieler Genko Slawtschew aus Kalofer begleiten. Die Gruppe von Dudelsackspielern in Kalofer wurde vor einigen Jahren in das bulgarische Register des immateriellen Kulturerbes ‚Lebendige menschliche Schätze‘ aufgenommen“, so Miroslaw Wassilew.

FOTO bereitgestellt von Miroslaw Wassilew

Der Klang des bulgarischen Dudelsacks zieht die Zuhörer in seinen Bann, so sehr, dass diese Tradition nun Teil der repräsentativen UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit ist. Die Nachricht ist ganz frisch. Der Beschluss, den bulgarischen Dudelsack und das bulgarische Dudelsackspiel in die prestigeträchtige UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen, wurde während der 20. Sitzung des Zwischenstaatlichen Komitees zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes gefällt, die vom 8. bis zum 13. Dezember in Dehli, Indien stattfindet.

Diese Magie wird nun auf den Altstädter Ring in Prag übertragen, wo das Ensemble „Rosowa Dolina“ nicht zum ersten Mal auftritt.

Unsere Partnerschaft mit dem Bulgarischen Kulturinstitut besteht seit mehr als zehn Jahren. Wir erhalten regelmäßig Einladungen zu Auftritten am Altstädter Ring während der Weihnachts- oder Osterfeiertage, wenn sich besonders viele Menschen und viele Bulgarinnen und Bulgaren im Goldenen Prag versammeln. Für uns ist es eine Freude, wieder dort zu sein und unseren Landsleuten zu begegnen. Über die Jahre haben wir viele dauerhafte Freundschaften mit Mitgliedern der bulgarischen Gemeinschaft in Prag aufgebaut“, sagte Miroslaw Wassilew.

FOTO bereitgestellt von Miroslaw Wassilew

Der Veranstaltung in Prag folgt am 18. Dezember eine Aufführung des Spektakels „Weihnachtsmysterien“ in Karlowo.

An diesem Tag findet auch unser Weihnachtskonzert im Volkskulturhaus ‚Wassil Lewski–1861‘ statt. Es gehört zu den ältesten Kulturinstitutionen Bulgariens, denn es wurde fünf Jahre nach dem ersten bulgarischen Volkskulturhaus gegründet. Darauf sind wir sehr stolz“, betonte Miroslaw Wassilew.

FOTO bereitgestellt von Miroslaw Wassilew

Das Folklore­ensemble „Rosowa Dolina“ hat viele Gründe, stolz zu sein: 2019 erhielt die Gruppe am Volkskulturhaus „Wassil Lewski–1861“ den Großen Preis der Gemeinde Karlowo für ihren Beitrag zur kulturellen Entwicklung der Region. Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit gilt der jungen Generation:

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Zum Ensemble gehören Vertreter von vier Altersgruppen: mehr als 120 Tänzerinnen und Tänzer, von Erstklässlern bis zu Menschen, die über fünfzig Jahre alt sind. Das ist sehr wichtig, weil wir so die Verbindung zwischen den Generationen festigen. Die Kleinsten entwickeln sich weiter und werden später Teil des Hauptensembles. Die Kindertanzgruppe habe ich 2013 gegründet und wir setzen die Entwicklung fort. Es ist mir besonders wichtig, dass junge Bulgarinnen und Bulgaren, sowohl hier als auch jene, die vielleicht später ins Ausland gehen, das Bulgarische bewahren. Wir haben sogar Kinder, die im Ausland geboren wurden, aber nach der Rückkehr ihrer Eltern in die Heimat von der Magie unserer Folklore begeistert sind und bei uns im Volkskulturhaus lernen. Genau deshalb ist das Volkskulturhaus ein unverzichtbarer kultureller Mittelpunkt für kleine Gemeinden und Städte“, ist Miroslaw Wassilew überzeugt.

Im Jahr 2026 bereiten Miroslaw Wassilew und seine Tänzer zwei bedeutende Jubiläen vor: 165 Jahre seit der Gründung des Volkskulturhauses, ihrem schöpferischen Zuhause, und 55 Jahre seit der Gründung des Tanzensembles „Rosowa Dolina“.


Übersetzung: Rossiza Radulowa