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Die junge Operndiva Aleksandrina Mihaylova - ein Fest auf der Bühne!
Freitag 26 Dezember 2025 18:04
Freitag, 26 Dezember 2025, 18:04
FOTO operasofia.bg
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Am 13. Dezember 2025 war der Saal der Oper Sofia bis auf den letzten Platz gefüllt für die Aufführung von Verdis „La Traviata“, die immer wieder von begeistertem Applaus unterbrochen wurde. Natürlich ist der Erfolg dem gesamten Produktionsteam zu verdanken, aber das Publikum lauschte mit angehaltenem Atem der Darstellerin der Violetta. Die 27-jährige Aleksandrina Mihaylova - eine der Lieblingsschülerinnen der legendären Rajna Kabaiwanska - weckte vor der Aufführung Neugier, während der Aufführung Begeisterung und Applaus und nach der Aufführung die Liebe des Publikums. Aleksandrina Mihaylova ist eine aufrichtige und sinnliche, raffinierte und elegante, bezaubernde, kämpferische, starke und würdevolle Violetta. Die großartig gestalteten Phrasen des präzisen Gesangs finden ihren Höhepunkt im berühmten Duett mit Giorgio Germont.
FOTO operasofia.bg
Im Leben ist Aleksandrina Mihaylova eine liebenswerte und bescheidene junge Frau mit einem bezaubernden Lächeln, aber auch mit einem starken Charakter, Zielstrebigkeit und Willenskraft, die für die Eroberung der europäischen und weltweiten Bühnen so notwendig sind. Sie wurde in Schumen geboren. Mit sieben Jahren begann sie Klavier zu spielen, trat einem Kinderchor bei und begann mit 14 Jahren ernsthaft mit dem Operngesang. Im Jahr 2016 nahm sie an der Aufnahmeprüfung für die internationale Meisterklasse von Rajna Kabaiwanska in Sofia teil, konnte jedoch aufgrund ihres noch nicht abgeschlossenen Schulabschlusses und ihrer mangelnden Italienischkenntnisse nicht nach Italien reisen.
FOTO Sofioter Philharmonie
2017 nahm sie erneut an der Meisterklasse teil und erhielt das große Stipendium des Rajna Kabaiwanska-Fonds für eine Ausbildung am Musikinstitut Conservatorio di musica „Vecchi Tonelli“ in Modena.
Im Jahr 2021 gehörte Aleksandrina Mihaylova unter 430 Bewerbern aus aller Welt zu den zehn jungen Talenten, die ein Vollstipendium für eine zweijährige Ausbildung an der Akademie für junge Opernsänger der Mailänder Accademia Teatro alla Scala erhalten haben.
FOTO Sofioter Philharmonie
Auf der Opernbühne debütierte Aleksandrina Mihaylova 2021 in Sofia als Liú in Puccinis „Turandot“. Im September 2022 gab sie ihr Debüt an der Mailänder Scala in der Rolle der Carolina in der Oper „Il matrimonio segreto“ (Die geheime Hochzeit) von Domenico Cimarosa. Es folgte eine weitere Hauptrolle auf der Bühne in Mailand - in „Der kleine Prinz“ von Pierangelo Valtinoni.
Normalerweise feiert Aleksandrina Mihaylova Weihnachten mit ihrer Familie, die sie als „ganz normale bulgarische Familie“ beschreibt. Ihr Vater arbeitete bei der Gendarmerie, ihre Mutter ist Laborantin. Die Entscheidung, sich der Musik zu widmen, traf sie ganz allein. Sie ist all ihren Kunstlehrern dankbar, weil sie daran glaubten und immer noch daran glauben, dass sie viel erreichen kann.
Aleksandra Mihaylova mit ihrer Musiklehrerin Nedka Telbisowa
FOTO Facebook/ Mihailova Aleks
Nach Abschluss der Meisterklasse bei Rajna Kabaiwanska wurde sie von unserer großen Sängerin nach Italien eingeladen.
„Für mich war es wie die Entdeckung einer völlig neuen Welt“, sagte Aleksandrina Mihaylova und fügte hinzu: „Sie hat mich nach Modena mitgenommen! Ich war noch nie außerhalb von Schumen gewesen, hatte noch nie woanders gelebt. Ich war in Bulgarien herumgereist, aber ins Ausland zu gehen, an einem neuen Ort zu leben - das war ein großer Schock für mich. Die Maestra war in jedem Moment an meiner Seite. Sie half mir bei der Wohnungssuche, beim Ausfüllen der Dokumente – bei absolut allem, wie eine echte Mutter. “
FOTO Facebook/ Mihailova Aleks
Es folgte die Schule der „La Scala“ für junge Opernsänger, an der große Opernstars unterrichten.
FOTO Facebook/ Mihailova Aleks
Nach ihrem Debüt als Liù in „Turandot“ an der Oper in Sofia gastierte sie mehrmals triumphierend auf unserer Hauptstadtbühne, und letztes Jahr gab sie ihr grandioses Debüt in „La Traviata“.
Seit 2023 ist Aleksandrina Mihaylova festangestellte Solistin an der Oper in Warna, die sie „als ihr zweites Zuhause“ empfindet. Wenn sie nicht in Warna ist, pendelt sie zwischen Mailand und Modena. Rajna Kabaiwanska ist weiterhin ihre Mentorin, die sie auf ihrem kreativen Weg begleitet. Und die Oper in Sofia ist ihr Lieblingsort: „Es ist mir wirklich eine große Freude, jedes Mal hierher zurückzukehren, um zu singen,“ betonte Aleksandrina Mihaylova.
FOTO Facebook/ Mihailova Aleks
Was würde sie sich selbst und den Menschen zu Weihnachten und für das kommende Jahr 2026 wünschen?
FOTO Facebook/ Mihailova Aleks
„Zunächst wünsche ich Gesundheit - mir und allen Menschen in Bulgarien und darüber hinaus. Und das Wichtigste ist, dass wir für das einstehen, wofür wir kämpfen, was wir uns wünschen, was uns gehört. Und dass wir vereint sind - viel mehr, als alle über uns denken. Denn wir sind ein starkes Volk. Unsere Schwäche war schon immer, dass wir uneinig sind. Lasst uns das ändern und viel geeinter sein!“, sagte Aleksandrina Mihaylova zum Schluss.
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Übersetzung: Antonia Iliewa
Redaktion: Rossiza Radulowa
Gestaltet von Rossiza Radulowa