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Meisterwerke bulgarischer Musikkultur:

Pantscho Wladigerow – „Klassisch und romantisch“

Sonntag, 25 Januar 2026, 10:45

Pantscho Wladigerow – „Klassisch und romantisch“

FOTO vladigerov.org

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Unter den Werken aller bulgarischen Komponisten ist die Musik von Pantscho Wladigerow zweifellos die am häufigsten aufgeführte – auf bulgarischen ebenso wie auf internationalen Bühnen. Wenn bulgarische Musiker ihr Land über sein klangliches Gedächtnis präsentieren wollen, greifen sie meist zu Kompositionen Wladigerows.

Von 1920 bis 1932 arbeitete Wladigerow am Berliner Deutschen Theater auf Einladung des legendären Regisseurs Max Reinhardt und schrieb Musik zu einer beeindruckenden Zahl von Theaterproduktionen. In dieser Zeit verkehrte er mit führenden Persönlichkeiten des intellektuellen Lebens wie Richard Strauss, Stefan Zweig, Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal. Sein Talent entfaltete sich mit voller Kraft, die Musik, die er für das Theater und darüber hinaus schuf, wurde hoch geschätzt, und sein unverwechselbarer Stil sowie seine ästhetische Handschrift formten sich. Teile der Theatermusik fanden Eingang in andere Werke. 

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Auch im 1931 entstandenen Zyklus „Klassisch und romantisch“ sind theatralische Episoden präsent. Ursprünglich bestand der Klavierzyklus aus sechs Stücken: drei im neoklassizistischen Stil („Rigaudon“, „Sarabande“ und „Menuett“) und drei im romantischen („Nordisches Lied“, „Albumblatt“ und „Kleiner Marsch“). Der „Rigaudon“ stammt aus der Musik zu Shakespeares Viel Lärm um nichts, „Sarabande“ und „Menuett“ aus der Pantomime, die Reinhardt bei Hugo von Hofmannsthal und Pancho Wladigerow für eine geplante, jedoch unvollendet gebliebene Inszenierung in den USA in Auftrag gegeben hatte. 

Im Januar 1933 führte Wladigerow den Klavierzyklus „Klassisch und romantisch“ erstmals in Bulgarien auf – in seiner Heimatstadt Schumen. 1940 fertigte er eine Orchesterfassung an und ergänzte sie um ein weiteres neoklassizistisches Stück, die „Courante“, aus der Musik zu Carlo Goldonis Schauspiel Der Fächer. Das populärste und bis heute meistgespielte Stück des Zyklus blieb jedoch die prachtvolle, machtvolle und königliche „Sarabande“. 

Zu den bekanntesten Einspielungen der Orchesterfassung zählt jene von Alexander Wladigerow, dem Sohn des Komponisten, einem renommierten Dirigenten und Komponisten, mit dem Orchester des Bulgarischen Nationalen Rundfunks aus der Mitte der 1980er-Jahre. Und obwohl Alexander Wladigerow als maßgeblicher Referenzinterpret des Werks seines großen Vaters gilt, wird in der Rubrik, die den Meisterwerken der bulgarischen Musikkultur gewidmet ist, eine neuere, modernere und zeitgemäßere Aufnahme vorgestellt. Auch sie stammt vom Rundfunkorchester, datiert vom 13. März 2009, erklang im Saal „Bulgarien“ unter der Leitung von Emil Tabakow anlässlich des 110. Geburtstags des großen bulgarischen Komponisten und ist im renommierten Album Tune In – The Music Of Europe enthalten, herausgegeben vom Polnischen Nationalen Rundfunk (Polskie Radio) mit Unterstützung der Europäischen Rundfunkunion (EBU). 

FOTO NMA „Prof. Pantscho Wladigerow“

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov