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Meisterwerke bulgarischer Musikkultur:

„Bleib“ von Komponist Georgi Kostow – ein geliebtes Lied von Lili Iwanowa

Freitag, 6 Februar 2026, 20:00

„Bleib“ von Komponist Georgi Kostow – ein geliebtes Lied von Lili Iwanowa

FOTO Balkanton

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Lili Iwanowa ist eine Sängerin, die seit Langem als eine der musikalischen Ikonen Bulgariens anerkannt ist. Über Jahrzehnte hinweg als „Prima des bulgarischen Schlagers“ bezeichnet, wurde sie 2023 von BG Radio zur größten bulgarischen Popinterpretin aller Zeiten gekürt. Ihr Repertoire ist beeindruckend in Umfang und Vielfalt, doch bis heute verbinden die Bulgarinnen und Bulgaren ihren Namen vor allem mit den großen Hits, die sie von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre sang: „Adagio“, „Kamino“, „Jahrmärkte“, „Requiem“, „Kleeblätter“, „Grille“ … 

Ende der 1970er-Jahre gehörte „Bleib“ mit Musik von Georgi Kostow zu den meistgeliebten Liedern von Lili Iwanowa. Der Song wurde beim renommiertesten Popmusik-Wettbewerb Bulgariens ausgezeichnet. 1977 erhielt „Bleib“ beim 13. Internationalen Festival „Goldener Orpheus“ den ersten Preis – in Konkurrenz zu unbestrittenen Hits wie dem lebensfrohen Aufruf „Lasst es Sommer sein“ von Komponist Stefan Dimitrow, interpretiert von der Vokalgruppe Tonika, sowie der lyrischen Miniatur „Aufschwung“ von Najden Andreew, unvergleichlich gesungen von Margarita Chranowa. 

FOTO Музей за история на радиото в България

Der Schöpfer der eindringlichen Melodie von „Bleib“ ist der Komponist Georgi Kostow (21. Januar 1941 – 19. Januar 2024). Er absolvierte die Musikakademie in Sofia – von 1954 bis 1995 Bulgarische Staatliche Konservatorium genannt – in der Kompositionsklasse von Prof. Pantscho Wladigerow. Anschließend spezialisierte er sich am Moskauer Konservatorium und begann bereits im Alter von 25 Jahren in Sofia zu unterrichten. 1977 wurde er zum Dozenten ernannt, ab 1985 war er Professor für Harmonie und Komposition. Als kommunikativer und charismatischer Mensch war Georgi Kostow bei Studierenden wie Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen beliebt. 

Am 9. November 1989 wurde er zum Rektor des Konservatoriums ernannt. Der darauffolgende Tag ging mit dem Plenum des Zentralkomitees der Bulgarischen Kommunistischen Partei am 10. November 1989 in die Geschichte ein, als Todor Schiwkow von seinen höchsten Partei- und Staatsämtern entbunden wurde. Dieses Datum markierte den Beginn des langen und schwierigen Übergangs Bulgariens zur Demokratie und Marktwirtschaft, der sich besonders negativ auf Kultur und Kunst auswirkte. In dieser Zeit tiefgreifender Umbrüche und Unsicherheit blieb Prof. Georgi Kostow fast zwei Jahrzehnte lang Rektor des Konservatoriums – später wieder Staatliche und schließlich Nationale Musikakademie genannt – bis 2008. 

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Georgi Kostow ist Autor von zwei Opern, zwei Musicals, einem Ballett, Kantaten, Werken für Symphonie-, Blas- und Streichorchester, Instrumentalkonzerten sowie Kammermusik. Er schuf Hunderte Kinder-, Chor- und Unterhaltungslieder, von denen viele große Popularität erlangten. Ausgezeichnet wurde er mit Preisen bei Kompositionswettbewerben in Paris, Berlin, Helsinki und Trient. Drei Jahre nach dem Erfolg von „Bleib“ gewann 1980 beim „Goldenen Orpheus“ erneut ein Lied von Georgi Kostow den ersten Preis: „Die Gärten der Liebe“, interpretiert von Emil Dimitrow. 

„Bleib“ von Lili Iwanowa ist ein wahrer Maßstab der bulgarischen Musikkultur – mit der Melodie von Georgi Kostow, dem Text von Miltscho Spassow und dem Arrangement von Konstantin Dragnew. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov