Autor
Gergana Mantschewa
Artikel
Sonntag 22 Februar 2026 12:22
Sonntag, 22 Februar 2026, 12:22
FOTO marmiton.org
Schriftgröße
„Diese bulgarische Spezialität mit Käse, in 30 Minuten fertig, wird Ihren abendlichen Quiche vom Thron stoßen, wenn Sie sich trauen, sie zuzubereiten.“ Das schreibt über die bulgarische Baniza der französische kulinarische Wegweiser „Marmiton“, der als „kulinarische Bibel“ der Franzosen gilt.
Die traditionelle bulgarische Baniza wurde zur neuen „Ikone“ des Esstisches in dem Land erklärt, das für seine Gourmetkultur berühmt ist und als Heimat der luftigen Croissants gilt. Die Baniza begeistert die Franzosen dadurch, dass sie unglaublich knusprig und äußerst appetitlich ist, besonders wenn sie warm serviert wird. Sie kann eine hervorragende Alternative zur traditionellen Quiche sein – „geeignet sowohl zum Abendessen als auch zum Frühstück“, schreiben die Kulinariker der Online-Ausgabe „Marmiton“ (aus dem Französischen „Koch“).
In der Veröffentlichung wird die Baniza als Familiengericht beschrieben, das in etwa 30 Minuten und ohne komplizierte Techniken zubereitet werden kann. Die Franzosen empfehlen, sie mit Salat, Joghurt oder starkem Kaffee zu servieren. Neben dem Schritt-für-Schritt beschriebenen Rezept erzählt der Artikel auch von den Traditionen, die die Baniza zu einem wichtigen Bestandteil der Speisen auf der bulgarischen Tafel machen.
Der im Facebook-Profil von „Marmiton“ veröffentlichte Beitrag wurde von mehr als einer Million User:innen aufgerufen und löste Hunderte Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus. In den Kommentaren beteiligten sich Nutzer aus verschiedenen Balkanländern, die darauf hinweisen, dass das Gericht zahlreiche Varianten und unterschiedliche Bezeichnungen in der Region hat. Unsere Landsleute vertreten entschieden die Position, dass „Baniza“ ausschließlich aus der Küche Bulgariens stammt und nicht mit Börek oder Gözleme gleichzusetzen ist, die bei unseren Nachbarn auf dem Balkan als Alternativen vorkommen.
Баницата е сред най-разпознаваемите елементи от българската кухня по света Шеф Пеньо Иванов
FOTO личен архив на шеф Пеньо Иванов
„Das
Wort ‚Baniza‘ ist eindeutig unseres“, betont der Profikoch Chef
Penjo Iwanow. „Der Balkan ist kein allzu großes Gebiet, und es
gibt verschiedene Bezeichnungen, die mit äußerlich ähnlichen
Backwaren verbunden sind. Aber wir sollten den Franzosen dankbar
sein, dass sie dieses Thema aufgreifen, denn das ist ein enormes
Geschenk, ein Kompliment für uns. Und was die Bezeichnung
‚Gourmethauptstadt Europas‘ und die häufige Erwähnung Sofias
als solche betrifft, denke ich, dass viele bulgarische Köche, mich
selbst eingeschlossen, wirklich gut kochen. Ich habe nicht selten
hohe Bewertungen für die Qualität und den Geschmack der
zubereiteten Speisen erhalten, sodass wir durchaus etwas haben, womit
wir Gäste überraschen können, die die bulgarische Küche nicht
kennen. Wir kochen nach wie vor mit Produkten von gutem Geschmack,
und die Gerichte nach bulgarischen Rezepten werden sehr schmackhaft.
FOTO Privatarchiv von Chefkoch Penjo Iwanow
Es ist kein Geheimnis, dass Baniza sehr lecker wird, wenn man gute Produkte verwendet. In diesem Fall haben wir nicht nur Käse, Eier, Butter und Mehl für die Baniza, sondern auch andere Produkte mit hervorragendem Geschmack. Das liegt daran, dass unser Boden noch reich an Mineralstoffen ist, woraus sich der Geschmack von Gemüse, Obst, Gewürzen und so weiter ergibt. Nicht zufällig wird Sofia als die Hauptstadt mit dem schmackhaftesten Essen in Europa bezeichnet. Es gibt auch viele Kollegen, die Tag und Nacht arbeiten, um sich einen Namen zu machen und ihre Küche zur Freude ihrer Gäste zu entwickeln. In ihrem Namen möchte ich jenen danken, die diese Bemühungen bemerkt haben und Werbung für Bulgarien in der Welt machen“, so Chef Iwanow.
Penjo Iwanow war mehrfach in Frankreich, einige seiner Reisen standen im Zusammenhang mit dem „Festival der Geschmäcker“ in Straßburg und dem kulinarischen Fest „Orient-Express der Geschmäcker“. Er berichtete, dass er bei diesen Veranstaltungen keine bulgarische Baniza gesehen habe, aber gemeinsam mit Landsleuten, bei denen er zu Gast war, eine köstliche Baniza zubereitet habe, an die er sich bis heute erinnert.
FOTO Privatarchiv von Chefkoch Penjo Iwanow
„Die
Menschen aus der Stadt kennen im Grunde nur eine Art Baniza – mit
Käse und Eiern, und im äußersten Fall bereiten wir Tikwenik und
Strudel zu, die die süße Alternative zur Baniza sind. Doch in
Bulgarien ist Baniza nicht nur das, es gibt auch andere Varianten –
Baniza mit Blattgemüse, mit verschiedenen Früchten und mit allem,
was man sich sonst noch vorstellen kann. Genau darin liegt das
Geheimnis des bulgarischen kulinarischen Genies. Ich habe immer
wieder die Fähigkeit unsrer Vorfahren bewundert, alles zu nutzen,
was ihnen die Natur gegeben hat, um schmackhafte Speisen
zuzubereiten. Mit unserer Initiative ‚Bunte Tafel‘, mit der wir
Volksfeste und Ausstellungen in ganz Bulgarien besucht haben, habe
ich die unterschiedlichsten interessanten kulinarischen Erfindungen
gesehen.
FOTO Privatarchiv von Chefkoch Penjo Iwanow
Eine davon, die mich besonders beeindruckt hat, ist ein sogenannter ‚Zrawnik‘ aus der Region Blagoewgrad – auch das ist eine Baniza, aber mit einer Füllung aus Lammgedärmen. Sie wird warm serviert, und dieses Beispiel bestätigt, dass die Menschen alles genutzt haben, was in ihrer Region produziert wurde. Es gibt zwei grundlegende Prinzipien – Regionalität und Saisonalität, das heißt, was im Garten vorhanden ist, kommt auf den Tisch und somit auch in die Baniza. Es ehrt diese Website, dass sie Bulgarien und der Baniza Aufmerksamkeit schenkt, die sehr leicht zuzubereiten ist“, sagte Penjo Iwanow mit Blick auf unsere kulinarischen Traditionen und die Baniza, die mit Familie und bulgarischer Gastfreundschaft verbunden ist.
FOTO Privatarchiv von Chefkoch Penjo Iwanow
Gestaltet von Rossiza Radulowa