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Christo Berow in Berlin: Einsatz für die Gemeinschaft

Man spürt die Erfüllung der eigenen Bemühungen, wenn sie dem Gemeinwohl dienen

Sonntag, 8 März 2026, 16:40

Christo Berow in Berlin: Einsatz für die Gemeinschaft

FOTO Darina Grigorowa

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Christo Berow zählt zu den langjährigsten und engagiertesten Mitgliedern der bulgarisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Berlin. Seit zwei Jahrzehnten ist er Kirchenvorsteher der Berliner Gemeinde „Heiliger Zar Boris der Täufer“, seit 18 Jahren zudem Diözesanrat und patriarchaler Wahlmann. In dieser Funktion wurde er von den Gläubigen der West- und Mitteleuropäischen Diözese entsandt, um sie zu vertreten und an der Wahl des unvergessenen bulgarischen Patriarchen Neofit sowie des amtierenden Patriarchen Daniil mitzuwirken. Über all diese Jahre hinweg scheute er weder Zeit noch Kraft, um das Leben der Diözese und der Kirchengemeinde in Berlin zu unterstützen, die sich bereits im Jahr 1993 zu formieren begann. 

Vor ihrer Gründung besuchten die Bulgaren in Berlin Gottesdienste in verschiedenen Kirchen der Schwesterorthodoxen Kirchen. Nach der Herrichtung und Weihe der Kathedralkirche der Metropolie „Zar Boris der Täufer“ im Jahr 2005 entwickelte sich das kirchliche Leben in der Diözese intensiv, insbesondere mit dem Amtsantritt des heutigen Metropoliten Antonij, der zunächst als Vikarbischof von Metropolit Simeon in Berlin wirkte. 

„Mit seiner Jugend und Energie gelang es ihm, 33 Kirchengemeinden in 14 Ländern mit insgesamt 36 Klerikern zusammenzuführen, ebenso vier Mönche deutscher Herkunft, die auf dem Heiligen Berg Athos gewesen waren, sowie mehrere Novizen“, erinnert sich Christo Berow. Seinen Worten zufolge fühlten sich viele Landsleute vom bulgarischen Gotteshaus angezogen, weil sie dort in ihrer Muttersprache beten und gemeinsame Kultur sowie Traditionen teilen könnten. Vor allem aber suchten sie „Christus als ihren Beschützer, als ihren Freund, als ihr Licht“, betont Berow im Interview für den Podcast „Brücke des Glaubens“ von Radio Bulgarien. 

„Unsere Gemeinde in Berlin bringt diese Menschen zusammen – manchmal sehr viele, wenn die Kirche aus allen Nähten platzt. Manchmal sind es weniger, weil unser Arbeitsalltag in der Bundesrepublik derzeit sehr belastend ist. Die Lage in Deutschland hat sich in den vergangenen drei Jahren wirtschaftlich, sozial und sogar psychologisch stark verschlechtert. Von der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt ist das Land inzwischen auf Platz 22 abgerutscht und hat sogar die G20 verlassen. Viele unserer Landsleute haben ihren wirtschaftlichen Komfort weitgehend verloren, was zusätzlichen Druck erzeugt. Doch durch Gemeinschaft, durch den Austausch mit den Priestern und mit dem Metropoliten versuchen wir, den Menschen die Hand zu reichen, sie zu beruhigen, ihnen Hoffnung zu geben und vor allem Christus zu folgen – unserem Erlöser, der uns zur Rettung der Seele führt. Deshalb haben wir in unserer kleinen Kirchengemeinde mit ihrem schönen Gebäude und der gut ausgestatteten Krypta, in der wir nach der Liturgie zusammenkommen können, eine gute Möglichkeit, unsere Landsleute zu sammeln und ihnen zu helfen.“ 

FOTO Bulgarisch-Orthodoxe Kirchengemeinde in Berlin

Mit Zufriedenheit stellt Christo Berow fest, dass zwischen der Kirchengemeinde und den Vertretungen des bulgarischen Staates in der deutschen Hauptstadt eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit besteht. Dankbar äußert er sich über die Unterstützung durch den bulgarischen Botschafter in Berlin, Grigor Poroschanow, sowie durch den Leiter des Bulgarischen Kulturinstituts, Borislaw Petranow. Bei jeder Gelegenheit nähmen sie an der Heiligen Liturgie teil, organisierten Ikonenausstellungen und zahlreiche weitere Veranstaltungen, die den bulgarischen Geist stärkten und bei den Landsleuten Stolz auf ihre Herkunft weckten. Die Bulgarische Kirche sei es, die unter ihren Kuppeln die verstreuten Kinder Bulgariens vereine und ihre Identität bewahre.

FOTO Bulgarisch-Orthodoxe Kirchengemeinde in Berlin

Neben dem Glauben und der Hoffnung an unseren Herrn Jesus Christus bewahrt sie auch die Sprache und die Tradition, schafft eine Atmosphäre des Friedens und der Brüderlichkeit. Nach den langen Jahren meines ehrenamtlichen Dienstes als Kirchenvorsteher und Diözesanrat blicke ich zurück und denke, dass meine Präsenz in der Kirche keine Last war, sondern eine Motivation – im Rahmen meiner Möglichkeiten meine Arbeit in den Dienst von etwas Sinnvollem zu stellen. Ein Mensch kann die Erfüllung seiner Mühen dann spüren, wenn er etwas Gemeinnütziges schafft, wenn er seine Arbeit und seine Seele für die Kirche und für das Volk einsetzt. Das ist für mich Nützlichkeit: dass unsere Nächsten Nutzen haben und ihre Seelen gerettet werden – mit Liebe, Frieden und Mitgefühl.“ 


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Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov