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Montag 9 Februar 2026 10:30
Montag, 9 Februar 2026, 10:30
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Ein Verbrechen ohne Beispiel – so beschrieb die bulgarische Polizei die Umstände des sogenannten „Falls Petrochan“, der seit einer Woche untersucht wird. Am Sonntag, dem 8. Februar, wurden die Leichen von drei Personen entdeckt, nach denen im Zusammenhang mit einem dreifachen Mord gefahndet worden war. Die Opfer dieses Dreifachmordes waren bereits am 2. Februar in der Nähe der Berghütte „Petrochan“ im Balkangebirge aufgefunden worden.
„Es wurden drei erschossene Personen sowie ein Fahrzeug entdeckt, nach denen – wie ich zu Beginn der Woche sagte – im Zusammenhang mit dem Fall ‚Petrochan‘ gefahndet wurde“, erklärte der Direktor der Nationalpolizei, Generalhauptkommissar Sachari Waskow, bei einem Briefing. Es handelte sich um den Eigentümer der Berghütte „Petrochan“, Iwajlo Kaluschew, den 22-jährigen Nikolaj Slatkow sowie einen 15-jährigen Jugendlichen.
Generalhauptkommissar Sachari Waskow
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Chronologie:
Am 2. Februar ging eine Meldung über einen Brand in der Berghütte „Petrochan“ ein. Die herbeigerufene Feuerwehr fand vor Ort die Leichen von drei erschossenen Männern, die einer Nichtregierungsorganisation für Naturschutz angehörten. Eine Überwachungskamera zeigte, wie die später Getöteten – Iwajlo Iwanow, Detscho Wassilew und Plamen Statew – ihre Hunde unterbrachten und anschließend das Gebäude in Brand setzten. Die Aufnahmen stammten vom Sonntag, dem 1. Februar. Danach verließen die drei den Erfassungsbereich der Videoüberwachung. Ihre Leichen wurden später nebeneinander liegend entdeckt.
Die Behörden teilten mit, sie suchten zwei Männer und einen Jungen, von denen bekannt war, dass sie gemeinsam mit den Getöteten in der Hütte gelebt hatten und als an der Tragödie beteiligt galten. Es wurde bekanntgegeben, dass sie sich vermutlich mit einem Wohnmobil fortbewegten, das dem Hüttenbesitzer Iwajlo Kaluschew gehörte.
Am 8. Februar entdeckte ein Schäfer aus der Region Wraza auf einem Waldweg unterhalb des Gipfels Okoltschiza (Nordwestbulgarien) ein verstecktes Wohnmobil mit einem angeschossenen Fahrer und alarmierte die Polizei. Kriminalisten fanden im Fahrzeug die drei im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Berghütte „Petrochan“ gesuchten Personen – alle erschossen und tot. Es sei festgestellt worden, dass im Inneren des Wohnmobils geschossen worden sei; Hinweise auf Schüsse von außen habe es nicht gegeben, erklärte Sachari Waskow. Man arbeite weiter an allen möglichen Versionen – Mord wie auch Suizid, sagte er.
Seit einer Woche gibt es keine offiziellen Informationen zum Fortgang der Ermittlungen im Fall „Petrochan“. Unklar bleibt, ob es sich um Mord oder Suizid handelt und wie genau die beteiligten Personen miteinander verbunden waren. Dies löste Kritik und Vorwürfe aus, Polizei und Staatsanwaltschaft handelten chaotisch. Ohne ins Detail zu gehen, erklärte Generalhauptkommissar Waskow am Sonntag bei einem Briefing im Wraza-Balkan, es handele sich um ein „Verbrechen ohne Analogon in unserem Land“, und es werde weiterhin nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine abgeschottete Gemeinschaft mit sektenähnlichen Elementen gehandelt habe.
Redakteur: Iwo Iwanow
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov