Autor
Diana Zankowa
Artikel
Bulgarische Schüler gewinnen Preis bei weltweitem Wettbewerb für Weltraumkolonie
Mittwoch 11 Februar 2026 14:39
Mittwoch, 11 Februar 2026, 14:39
FOTO Stanislawa Pawlowa
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Zwölf Gymnasiasten haben mit ihrem Projekt FlorAstra („Blumen der Sterne“) zum zweiten Mal in Folge einen Preis beim internationalen Wettbewerb “Live in a Healthy Space Design Competition 2025“ der National Space Society in den USA gewonnen. An dem Wettbewerb beteiligten sich mehr als 2.500 Projekte und über 14.500 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Ländern.
Eliza Pawlowa, Biljana Manassiewa, Jasmin Zwetkowa, Georgi Bischkow, Ema Nestorowa, Nadeschda Dragnewa, Irena Schewkenowa, Sijana Krastewa, Martin Lambow, Daniel Georgiew, Laura Georgiewa und Ira Karina Dimowa erhielten den zweiten Preis. Aufgabe war es, ein landwirtschaftliches Konzept für den Pflanzenanbau unter Weltraumbedingungen zu entwickeln.
„Ich denke, zu unserem Erfolg trägt auch bei, dass wir jedes Mal etwas typisch Bulgarisches einbeziehen“, sagte Eliza Pawlowa vom Ersten Englischen Gymnasium in Sofia. „Letztes Jahr haben wir eine Methode zur Herstellung von Joghurt auf der Raumstation vorgestellt, da Joghurt viele gesundheitliche Vorteile hat und wir der Meinung waren, dass er auch im Weltraum nützlich sein könnte. In diesem Jahr haben wir uns entschieden, ein weiteres bulgarisches Element einzubringen – die Ölrose, die nicht nur in ätherischen Ölen, Salben oder Süßigkeiten zum Einsatz kommt, sondern auch als Dekoration, zur Stimmungsaufhellung und um etwas von der Erde zur Weltraumstation zu bringen.
Die Schülerinnen und Schüler entwarfen eine Kolonie in der Umlaufbahn des Zwergplaneten Ceres. In seinem Namen entdecken sie Symbolik, da er die Botschaft enthält: „Uns vorwärts zu bewegen, das Menschengeschlecht fortzusetzen“. Ceres ist außerdem die altrömische Göttin der Fruchtbarkeit und der Mutterschaft.
FOTO Stanislawa Pawlowa
„Unser Plan für die Zukunft ist noch immer sehr kühn“, fuhr Eliza Pawlowa fort. „Die Menschheit ist noch ziemlich weit davon entfernt, ein vollwertiges Leben im Weltraum zu verwirklichen, aber es ist schön zu träumen. Wir haben wirklich jeden einzelnen Aspekt des Lebens des zukünftigen Weltraumbewohners ausgearbeitet. Wir haben uns damit befasst, wie Sauerstoff und Energie gewonnen werden können, wie jede Ressource gereinigt und recycelt wird. Außerdem haben wir einen Ernährungsplan für die Menschen auf unserer Station erstellt und verschiedene Beschäftigungen, Aufgaben und Ziele für sie dort entwickelt.“
Die Weltraumkolonie um den Zwergplaneten Ceres wird durch ein vollständig geschlossenes Ökosystem das Leben von 4.000 Menschen sichern. Mithilfe einer innovativen Kombination von Technologien werden dort über 40 Pflanzenarten angebaut, das Recyclingsystem wird Urin in Trinkwasser und Düngemittel umwandeln, und Grillen sowie die Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden organische Abfälle verwerten und sich in eine proteinreiche Nahrungsquelle verwandeln.
Genetisch modifizierte Pflanzen mit erhöhtem Vitamin-A- und -C-Gehalt, 3D-gedrucktes Fleisch aus pflanzlichen Proteinen sowie robotergestützte Ernteverfahren sollen eine autonome Lebensmittelversorgung im Kreislaufsystem sichern, in dem jede Ressource mehrfach in einem unendlichen Kreislauf der Erneuerung genutzt wird. So sieht es das Projekt der bulgarischen jungen Erfinder vor.
Ein
besonderer Schwerpunkt von FlorAstra liegt auch auf dem psychischen
Wohlbefinden. Die Kultivierung von Blumen wie Rosa damascena und Rosa
rugosa soll nicht nur das Umfeld verschönern, sondern auch
medizinische Wirkungen gegen Schmerzen, Stress und Entzündungen
entfalten. Ihre ätherischen Öle könnten an Bord zur Herstellung
von Medikamenten und Kosmetika genutzt werden.ch die Jugendlichen
vollständig auf ihre eigenen Kräfte.
FOTO Stanislawa Pawlowa
Alles begann, als ich den Wettbewerb online entdeckte“, sagte Eliza Pawlowa. „Wir haben weder in diesem noch im vergangenen Jahr mit Hilfe eines Lehrers gearbeitet, wir haben uns selbst organisiert. Wir sind zwölf Schülerinnen und Schüler aus zwei hauptstädtischen Schulen – dem Ersten Englischen Gymnasium und der 133. Schule ‚Alexander S. Puschkin‘. Wir haben alles zu den Anforderungen recherchiert, die Arbeit dazu erledigt und sie online eingereicht. Wir haben uns auf in der Schule erworbenes Wissen gestützt und keine künstliche Intelligenz verwendet. Wir haben eigene Recherchen durchgeführt und hauptsächlich wissenschaftliche Studien gelesen.“
FOTO Stanislawa Pawlowa
Die neun Mädchen und die drei Jungen stellen sich ihre Zukunft unterschiedlich vor.
„Jeder aus unserem Team hat unterschiedliche Interessen. Und genau das hat zu unserem Sieg beigetragen“, sagte Eliza Pawlowa. „Einige interessieren sich für Biologie und möchten mit genetischer Modifikation arbeiten, ein anderer möchte Pilot werden. Ich persönlich möchte mich mit Weltraumarchitektur beschäftigen.“
Im Jahr 2025 werden die Gewinner des Wettbewerbs eingeladen, ihr Projekt „Galanthus“ auf der Jahreskonferenz der National Space Society in Florida vorzustellen. Sie glauben nicht, dass sie reisen werden, weil die Kosten hoch sind, doch die Gemeinde Sofia reichte ihnen die Hand. Jenseits des Ozeans tat sich vor ihren Augen eine Welt auf, von der sie nur geträumt hatten – sie trafen Astronauten, Wissenschaftler von Weltniveau und den derzeitigen Leiter der NASA Jared Isaacman, besuchten das Kennedy Space Center, NASA-Cape Canaveral und wurden Zeugen des Starts von zwei Raketen.
„Wir haben erkannt, dass vor uns Menschen sitzen, die diesen Weg gegangen sind, und wir wie sie sein können“, sagte Eliza Pawlowa.
Nun hoffen die jungen Visionäre, erneut in die USA reisen zu können, um ihr Projekt zu präsentieren und internationale Kontakte zu knüpfen – so wie im vergangenen Jahr.
„Wir haben nicht nur Wissenschaftler kennengelernt, sondern auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern“, sagte Eliza Pawlowa weiter. Wir haben Freundschaften mit Kanadiern, Rumänen geschlossen, es gab Teams aus Kasachstan, Indien und fernen Teilen der Welt. In Zukunft werden wir weitermachen und gemeinsam mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt arbeiten. Ich hoffe es!“
Übersetzung: Rossiza Radulowa
Gestaltet von Rossiza Radulowa