Banat-Bulgaren feiern „Farsangi“ in Erwartung des Frühlings

Samstag, 14 Februar 2026, 10:30

Banat-Bulgaren feiern „Farsangi“ in Erwartung des Frühlings

FOTO Irina Bossilkowa

Schriftgröße

Farsangi ist das Fest des Frühlings und der Freude, ein Symbol der Banat-Bulgaren und der katholischen Traditionen in Bulgarien, das in Bardarski Geran in der Region von Wraza veranstaltet wird. Dieses Jahr findet der Karneval am 14. und 15. Februar statt und markiert die Zeit vor dem Beginn der großen Fastenzeit, die für die orthodoxe Christen am 23. Februar beginnt und am 11. April endet, für die Katholiken entsprechend am 18. Februar (Aschermittwoch) und 4. April.

„In diesem Jahr fallen drei Feste zusammen - der Fasangi-Karneval, der Valentinstag und Trifon Saresan (das Fest des Weingotts, Anm. d. Red.), erklärte Irina Bossilkowa, Vorsitzende des Volkskulturhauses „Saedinenie 1923“ in Bardarski Geran in einem Interview für den BNR-Widin, die ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm für die Gäste ankündigte.

FOTO Irina Bossilkowa

Im Mittelpunkt der Festlichkeiten stehen der Wein, das gute Essen und die Liebe. Das wohl interessanteste wird zweifellos der Wettbewerb für die beste Banat-Wurst sein. „Zuvor findet die traditionelle Vorführung der Zerlegung des Schweins statt, die sich vom traditionellen Schlachten des Schweins bei den Bulgaren zu Weihnachten unterscheidet. Am 15. Februar wird der Schwerpunkt auf alle Arten von Teigwaren liegen. Dieses Jahr gibt es auch einen Wettbewerb für Banater Gerichte, an dem jeder teilnehmen kann. Jeder Besucher wird die entsprechenden Speisen, die im Laufe des Wettbewerbs zubereitet werden, kosten können,“ versichert Irina Bossilkowa. 

FOTO facebook.com/farsangji

Jeder, der sich vom Geist des Karnevals „Farsangi“ dieses Jahr anstecken lässt, kann völlig kostenlos Tschorba Lista (in der Übersetzung: Suppe mit Blättern, Anm. d. Red,) probieren, eine Art Bouillon aus Hühnerbrühe, wobei das Fleisch und das verschiede Gemüse im Ganzen gekocht werden, erläutert Irina Bossilkowa. Entgegen der Erwartung handelt es sich bei den „Lista” (Blätter) nicht um Kohl oder Blattgemüse, sondern um frisch von Hand ausgerollten Nudelteig, der in dünne Streifen geschnitten wird.

FOTO Irina Bossilkowa

Im Rahmen des Festes findet auch ein Basar statt, auf dem handgefertigte Produkte, Bio-Produkte und Banater Wurst (Banat Klobassa) nach alter Banater Tradition angeboten werden. Das örtliche Volkskulturhaus „Saedinenie 1923“, das an der Organisation des Karnevals beteiligt ist, wird einen eigenen Stand haben, der „Banatskata soba“ genannt wird. (Banater Raum, ein traditioneller Raum, der den Alltag, die Kultur und den Geist der Banater Bulgaren zeigt und oft von Kulturzentren und Gemeinschaften in Dörfern wie Bărdarski Geran unterhalten wird).

An diesem Stand werden traditionelle Produkte angeboten. Aus dm Erlös soll das Ethnografische Museum im Dorf unterstützt werden, versichert Bossilkowa.

Farsangi wurde vom ungarischen Wort Farsang und dem deutschen Fasching abgeleitet und bedeutet "Karneval"Auf diesem Festival werden die Besucher aber keine Kukeri mit ihren furchteinflößenden Masken begegnen. Hier geht es vor allem um Theater, Rollentausch und Verkleidung. Die Männer ziehen Frauenkleider an und die Frauen die typische Kleidung für Männer. Die Kinder können ihrerseits in die Welt ihrer Helden aus ihren Lieblingstrickfilmen und Märchen eintauchen und sich entsprechend verkleiden. So entsteht eine Art kontrolliertes Chaos. Durch Freude und Unterhaltung rufen die Banat-Bulgaren den Frühling herbei.


Lesen Sie auch: 

•         Die wenigbekannten Banat-Bulgaren in Bulgarien

Zusammengestellt von Wessela Krastewa nach einem Interview von Nedka Lilkowa für den BNR-Widin

Übersetzung: Georgetta Janewa