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Iwo Iwanow
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Samstag 14 Februar 2026 15:20
Samstag, 14 Februar 2026, 15:20
FOTO Nationales Archäologisches Institut mit Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften
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Anlässlich des 14. Februar – dem Tag der bulgarischen Archäologie – zeigen das Nationale Archäologische Institut mit Museum bei der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften (BAN) und 19 weitere Museen im Land zum 19. Mal die traditionelle Ausstellung „Bulgarische Archäologie“. Sie präsentiert die bedeutendsten Ergebnisse der archäologischen Forschungen der Saison 2025.
FOTO BGNES
Chronologisch reichen die Exponate von der Vorgeschichte bis zum Spätmittelalter. Die Funde stammen von bekannten prähistorischen Siedlungshügeln wie Prowadia und Junazite, von antiken Stätten wie Ratiaria, Eskus, Dimum und Heraclea Sintica, über mittelalterliche Hauptstädte wie Pliska, Tarnowo und Kaliakra bis hin zu bisher unbekannten Orten aus verschiedenen Rettungsgrabungen.
Doz. Dr. Christo Popow
FOTO BTA
Chronologisch reichen die Exponate von der Vorgeschichte bis zum Spätmittelalter. Die Funde stammen von bekannten prähistorischen Siedlungshügeln wie Prowadia und Junazite, von antiken Stätten wie Ratiaria, Eskus, Dimum und Heraclea Sintica, über mittelalterliche Hauptstädte wie Pliska, Tarnowo und Kaliakra bis hin zu bisher unbekannten Orten aus verschiedenen Rettungsgrabungen.
FOTO BGNES
Mehr als 300 Artefakte aus 31 Orten im Land können bis zum 7. Juni im Nationalen Archäologischen Museum in Sofia besichtigt werden.
FOTO Iwo Iwanow
„Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört ein gläsernes Rhyton in Form eines Füllhorns, ein äußerst seltener Fund mit gut erhaltenen Resten, der außerdem sehr sorgfältig restauriert wurde, da er nicht vollständig gefunden wurde“, berichtete Dozent Dr. Kamen Bojadschiew. „Aus restauratorischer Sicht war das eine echte Herausforderung. Trotzdem kann man es heute fertig präsentiert in der Ausstellung sehen.“
Doz. Dr. Kamen Bojadschiew
FOTO BTA
Obwohl der Fund in einem unscheinbaren Kontext entdeckt wurde – nahe Schmelzöfen für Eisen und römischen Opfergruben –, ist das Glasrhyton aus dem Gebiet des Dorfes Blaskowo bei Warna eine Seltenheit selbst für die römische Welt in Europa.
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„Es stammt höchstwahrscheinlich aus der Spätantike, als die großen Völkerwanderungen begannen und die Goten eindrangen. In jedem Fall handelt es sich bei diesem Gegenstand um einen Import nach Thrakien“, erläuterte Dozentin Dr. Gergana Kabaktschiewa für das Bulgarische Nationale Rundfunk. „Ein Glasrhyton gab es hier bisher nicht, nicht einmal Fragmente. Das deutet darauf hin, dass es vermutlich aus den Werkstätten von Köln stammt, einem der größten und am längsten existierenden Glasproduktionszentren Westeuropas bis Ende des 4. Jahrhunderts.“
Doz. Dr. Gergana Kabaktschiewa
FOTO BTA
Als Archäologin des Nationalen Archäologischen Instituts erforscht Dr. Gergana Kabaktschiewa systematisch den römischen Limes entlang des bulgarischen Donauufers. Im archäologischen Sommer 2025 setzte sie mit ihrem Team die Untersuchungen des kaiserlichen Palastes in Ulpia Eskus fort, wo Kaiser Konstantin der Große 328 n. Chr. während seines Aufenthalts in der Hauptstadt von Unterdakien eine neue Brücke über die Donau errichten ließ. Bei der Erforschung der Festung Dimum am Ufer bei Belene entdeckten die Archäologen einen ungewöhnlichen Gegenstand, den sie zunächst für eine Pfeife aus Horn hielten.
Artefakte aus Dimum bei Belene, in der Mitte befindet sich ein Ziegenhorn in Form eines Krokodilmauls.
FOTO Iwo Iwanow
„Die Vorderseite dieses Horns ist als Krokodilkopf geformt. Jahrelang suchten wir nach der Bezeichnung der Militärtruppe, die in Dimum stationiert war – diesem antiken Kastell am unteren Donauabschnitt. Hinweise liefern bisher nur ein Siegelfragment mit drei Buchstaben: sol, was als „solensium“ interpretiert wird, also ‚die Sonnige‘. Offenbar kam eine Truppe aus wärmeren Gefilden, und ich denke, dass dieser Fund von 2025 damit in Verbindung gebracht werden kann“, sagt Dr. Kabaktschiewa.
Exquisite Gewandfibel aus dem Apollonheiligtum auf dem Alamura-Gipfel in Stara Sagora Dr. Filip Petrunow
FOTO Iwo Iwanow
Im Jahr 2025 dauerten die Untersuchungen im Nationalen Archäologischen und Naturreservat „Kaliakra“ zwei Monate. Auf der felsigen Schwarzmeerspitze wurde eindeutiger Beweis für eine dauerhafte Siedlung bereits aus der Zeit des Ersten Bulgarischen Reiches gefunden, berichtete Dr. Filip Petrunow.
Dr. Filip Petrunow
FOTO Iwo Iwanow
„In diesen zwei Monaten haben wir über 400 Objekte aus Gold, Silber, Bronze und Blei geborgen. Die repräsentativsten Stücke sind derzeit Teil der 19. Ausstellung ‚Bulgarische Archäologie‘ des Nationalen Archäologischen Instituts.
Artefakte aus Kaliakra, entdeckt während der Saison 2025
FOTO Iwo Iwanow
Darunter befindet sich eine römische Fortuna-Statue mit Füllhorn, Materialien aus dem Ersten Bulgarischen Reich, Ringe mit Pentagramm und Adler, zwei Bleiamphoren – Kotruwi – zur Aufbewahrung des heiligen Öls, das von Pilgern aus dem Heiligen Land gebracht wurde, sowie Materialien aus dem 14. Jahrhundert.
Goldene Damenohrringe von Kaliakra
FOTO Iwo Iwanow
Darunter ein Medaillon mit Inschrift, zwei Sets goldener Ohrgehänge und ein Diadem aus vergoldeten Kupferplatten“, erklärte der Archäologe für den Bulgarischen Nationalen Rundfunk.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov