Kultur

Artikel

Ein Blick auf die Geschichte der deutschen Redaktion von Radio Bulgarien

Montag, 16 Februar 2026, 22:31

Foto aus dem Jahr 1996. Von links nach rechts sitzend: Margarita Georgiewa, Georgetta Janewa, Bistra Usunowa, Nelli Dinkowa und stehend: Petar Georgiew, Vessela Vladkova, Alexander Alexandrow, Petja Zonkowa, Wladimir Daskalow und Nadja Delowa

Foto aus dem Jahr 1996. Von links nach rechts sitzend: Margarita Georgiewa, Georgetta Janewa, Bistra Usunowa, Nelli Dinkowa und stehend: Petar Georgiew, Vessela Vladkova, Alexander Alexandrow, Petja Zonkowa, Wladimir Daskalow und Nadja Delowa

FOTO BNR, Archiv

Schriftgröße

Die Auslandsprogramme des Bulgarischen Nationalen Rundfunks haben eine lange und bewegte Geschichte, die bereits am 16. Februar 1936 begann – kaum 13 Monate nachdem der Hörfunk in Bulgarien verstaatlicht worden war und unter dem Namen Radio Sofia offiziell seine Arbeit aufgenommen hatte. In diesem Jahr starteten erstmals Kurzwellenübertragungen, zunächst auf Bulgarisch und Esperanto.

Ein entscheidender Schritt folgte nach dem 1. Mai 1937, als Radio Sofia begann, regelmäßig auch auf Französisch, Deutsch, Englisch und Italienisch zu senden. Damit gehörte die deutsche Redaktion von Anfang an zu den Kernsprachen der bulgarischen Auslandsprogramme und spielte eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Informationen über Bulgarien an ein deutschsprachiges Publikum in Europa und darüber hinaus.

Trotz der ideologischen Rahmenbedingungen der Vorkriegs- und Nachkriegszeit war der Anspruch des Rundfunks früh darauf gerichtet, Brücken zwischen Kulturen und Völkern zu schlagen. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Sprachportfolio stetig erweitert: Türkisch, Griechisch, Serbokroatisch, Albanisch, später auch Spanisch, Arabisch und Portugiesisch kamen hinzu. Die deutsche Redaktion blieb dabei kontinuierlich Bestandteil des Programms.

Nach dem politischen Umbruch vom 9. September 1944 wurden bulgarischsprachige Auslandssendungen zunächst eingestellt, Ende der 1950er-Jahre jedoch wieder aufgenommen – insbesondere für bulgarische Arbeitsmigranten in Nord- und Südamerika sowie für Seeleute und Fachkräfte im Ausland. Parallel dazu festigte sich die Rolle der west- und mitteleuropäischen Sprachredaktionen, darunter auch der deutschen, als Fenster Bulgariens zur Welt.

Foto aus dem Jahr 1990. Von links nach rechts sitzend: Barbara Müller, Maja Stefanowa, Georgetta Janewa, Wladimir Wladimirow und stehend: Bistra Usunowa, Ralf Petrow, Margarita Georgiewa und Radoslaw Dikow

FOTO Deutsche Redaktion von Radio Bulgarien

Einen tiefgreifenden Wandel erlebten die Auslandsprogramme nach 1989. Aus einem ideologisch geprägten Sender entwickelte sich eine objektive und glaubwürdige Informationsquelle. In den 1990er-Jahren galt Radio Bulgarien – so heißen die Auslandsprogramme seit 1992 – als einer der besten internationalen Sender Osteuropas und wurde von BBC-Kollegen sogar als „BBC des Balkans“ bezeichnet. Auch die deutsche Redaktion profitierte von dieser neuen journalistischen Freiheit und gewann an Profil und Anerkennung.

Mit dem digitalen Wandel begann ein neues Kapitel: Seit Mai 2004 veröffentlicht Radio Bulgarien Texte und Audiodateien auf seiner Internetseite – darunter auch auf Deutsch. Das Angebot in zunächst elf Sprachen wurde international gelobt und bereits 2004 beim Internationalen Webfestival in Albena als „Internetseite des Jahres“ ausgezeichnet. Die klassischen Kurzwellenübertragungen endeten am 1. Februar 2012, doch Radio Bulgarien blieb präsent – nun ausschließlich online.

Heute richtet sich Radio Bulgarien über das globale Netz an ein internationales Publikum. Auch die deutsche Redaktion vermittelt weiterhin fundierte Informationen aus Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kultur und Kunst, stellt bedeutende Persönlichkeiten vor und erzählt von Festen, Traditionen und der Musik Bulgariens. Für viele Bulgarinnen und Bulgaren im Ausland ist Radio Bulgarien, auch in deutscher Sprache, bis heute ein Stück Heimat, verbunden mit Erinnerung, Nähe und Identität.

Und für unser fremdsprachiges Publikum ist es ein Fenster zur Vergangenheit und zum aktuellen Geschehen in Bulgarien.


Anbei finden Sie einige Fotos der deutschen Redaktion in unterschiedlicher Besetzung.

Foto aus dem Jahr 1997. Hintere Reihe Radoslwa Dikow, ein Hörer unserer Sendungen, Alexander Alexandrow, Wladimir Daskalow, Petar Georgiew, Nelli Dinkowa, Wladimir Wladimirow und vorn: Petja Zonkowa, Georgetta Janewa und Antonia - Praktikantin

FOTO Privatarchiv

Von links nach rechts: Wladimir Daskalow, Georgetta Janewa und Wladimir Wladimirow

FOTO Privatarchiv

Foto aus dem Jahr 1999. Von links nach rechts: Wladimir Daskalow, Georgetta Janewa, Vessela Vladkova, Alexander Alexandrow und Petar Georgiew

FOTO Privatarchiv

Von links nach rechts: Radoslaw Dikow, die Tochter von Margarita Georgiewa, Margarita Georgiewa, Elvira Bormann und Alexander Alexandrow

FOTO Privatarchiv

Foto aus dem Jahr 2000. Von links nach rechts: Vera Dobreva, Albena Kostowa, Georgetta Janewa, Vessela Vladkova, Rossiza Radulowa, Alexander Alexandrow, Wladimir Wladimirow (mit dem Kätzchen), Petar Georgiew, Wladimir Daskalow und ganz vorn Aleko Djankow

FOTO Deutsche Redaktion von Radio Bulgarien

Von links nach rechts: Georgetta Janewa, Rossiza Radulowa, Wladimir Daskalow, Wladimir Wladimirow, Vessela Vladkova, Alexander Alexandrow, Aleko Djankow und Vera Dobreva

FOTO Deutsche Redaktion von Radio Bulgarien

Von links nach rechts: Petar Georgiew, Rossiza Radulowa, Alexander Alexandrow, Dimitar Muftiew, Wladimir Daskalow, Wladimir Wladimirow und Vessela Vladkova

FOTO Privatarchiv

Von links nach rechts: Rossiza Radulowa und Christine Christov

FOTO Privatarchiv

Foto aus dem Jahr 2015. Von links nach rechts sitzend: Alexander Alexandrow, Vessela Vladkova, Rossiza Radulowa, Milkana Dehler und stehend: Christine Christov, Wladimir Daskalow und Wladimir Wladimirow

FOTO Deutsche Redaktion von Radio Bulgarien

Foto vom 16.0.2026 Von links nach rechts: Wladimir Daskalow, Tanja Harisanowa, Lyubomir Kolarov, Petja Zonkowa, Alexander Alexandrow, Georgetta Janewa und Rossiza Radulowa sitzend

FOTO Radio Bulgarien, deutsche Redaktion

Foto vom 16.02.2026 Von links nach rechts: Michail Dimitrow, Wladimir Wladimirow, Lubomir Kolarov, Radoslaw Dikow, Wladimir Daskalow, Petja Zonkowa, Alexander Alexandrow, Aleko Djankow, Tanja Harisanowa und vorn Rossiza Radulowa, Newin Miljaschewa und Georgetta Janewa

FOTO Radio Bulgarien, deutsche Redaktion

Foto vom 16.02.2026 Links Michail Dimitrow und ganz rechts Joan Kolew

FOTO Radio Bulgarien

Foto vom 16.02.2026 Von links nach rechts: Petja Zonkowa, Lyubomir Kolarov, Wladimir Daskalow, Rossiza Radulowa, Georgetta Janewa und vorn Alexander Alexandrow und Radoslaw Dikow

FOTO Radio Bulgarien, deutsche Redaktion

Foto vom 16.02.2026 Von links nach rechts: Petja Zonkowa, Georgetta Janewa, Lyubomir Kolarov, Michail Dimitrow und Wladimir Wladimirow

FOTO Radio Bulgarien, deutsche Redaktion