Alexandru Drăghici schlägt musikalische Brücke zwischen Bulgaren und Rumänen

Samstag, 21 Februar 2026, 12:20

Alexandru Drăghici schlägt musikalische Brücke zwischen Bulgaren und Rumänen

FOTO Facebook /Alexandru Drăghici

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Alexandru Draghici ist ein rumänischer Philologe und Musiker, der einen Großteil seiner kreativen Energie darauf verwendet, eine persönliche kulturelle Brücke zu Bulgarien und den Balkanländern zu schlagen. Sein Weg begann an einer Musikschule in seiner Heimatstadt Pitești im Herzen der rumänischen Region Valahia, wo er sich zunächst auf seine heimische Volksmusik konzentrierte. Trotz seiner musikalischen Ausbildung absolvierte er später ein Studium der „Griechischen und Rumänischen Philologie” in Bukarest, was ihm half, die zahlreichen Berührungspunkte zwischen den verschiedenen Kulturen Südosteuropas zu entdecken. Bereits in seiner Kindheit verbrachte Alexandru Zeit in den Dörfern südlich von Pitești, und später, als er mit den bulgarischen Bräuchen und Sprachformen in Berührung kam, stellte er überrascht die tiefen Verbindungen zwischen den ländlichen Traditionen beider Länder fest, was ihm ermöglichte, die Balkankultur in ihrer Gesamtheit zu verstehen, nicht nur innerhalb der engen Grenzen Rumäniens.

FOTO Facebook /Alexandru Drăghici

Eine interessante Episode aus seinem Berufsleben ist die Zusammenarbeit mit der Kult-Comedy-Truppe „Divertis“, deren Pendant in Bulgarien „Club NLOist (zu Deutsch UFO, eine Schauspiel- und Musikgruppe aus der gleichnamigen humoristischen Fernsehsendung, die von 1996 bis 2004 im bulgarischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, Anm. d. Red.). Alexandru sieht dem verstorbenen Schauspieler Yoan Gyuri Pasku – dem beliebtesten Schauspieler von Divertis – ähnlich und wird eingeladen, an ihren Projekten teilzunehmen. Alex betont immer wieder den wichtigen Unterschied, dass er kein Schauspieler, sondern nur Musiker ist.

Sein Interesse an der bulgarischen Folklore entwickelt sich auf mehreren Ebenen, wobei eine der stärksten Verbindungen, die er erkennt, die Technik des Akkordeons und seine Ornamentik ist, die wahrscheinlich von der Dudelsackpfeife übernommen wurde. Dragic merkt an, dass viele rumänische Akkordeonspieler eine aufrichtige Bewunderung für die bulgarische Schule empfinden, die noch in den Jahren des Sozialismus ihren Ursprung hat.



„Ich kenne viele Akkordeonspieler aus Rumänien, die die bulgarische Musik und die Technik des Akkordeons bewundern. Vielleicht hören sie bulgarische Radiosender, die bis nach Bukarest reichen. Ich selbst höre in meinem Auto ständig Live-Nachrichten aus Bulgarien. Aber wahrscheinlich ist es nicht nur das. Ich weiß nicht, ob das dem bulgarischen Publikum bekannt ist, dass es in Rumänien während des Sozialismus, zu Zeiten von Ceaușescu, nur zwei Stunden Fernsehen gab und die Menschen mit alten Antennen das bulgarische Fernsehen empfangen konnten. Dort gab es Filme, es gab Musik, und seitdem besteht diese große Bewunderung, weil sich die Techniken des Akkordeonspiels in Rumänien und Bulgarien ein wenig ähneln“, erklärt Alexandru Drăghici.

Die bulgarische Sprache begann er vor etwa zwei Jahren anhand von Büchern, Grammatik und Filmen allein zu erlernen. Dank seiner philologischen Ausbildung findet er die Grammatik nicht schwierig und hat ein Niveau erreicht, das es ihm ermöglicht, nicht nur zu sprechen, sondern auch auf Bulgarisch zu singen. Alexandru hat bereits Aufnahmen von bulgarischen Volksliedern gemacht und erzählt, dass ihm die Folklore aus den Rhodopen besonders gut gefällt, da der spezifische Klang dieser Region zu seiner Stimme passt.

 

FOTO Facebook /Alexandru Drăghici

Trotz der offensichtlichen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Völkern räumt Aleksandar Dragić ein, dass zwischen unseren Kulturen nach wie vor eine große Distanz und ein Mangel an Interesse bestehen. Seiner Meinung nach sind die größten Hindernisse die Sprachbarriere und die Tatsache, dass das Erlernen der Nachbarsprache trotz vieler gemeinsamer Wörter viel Geduld erfordert. Er berücksichtigt auch den Einfluss der historischen Überlagerungen aus der Zeit der Kriege und des Sozialismus, ist jedoch überzeugt, dass die jahrhundertealten Brücken zwischen Bulgaren und Rumänen noch immer bestehen.

Mit Blick auf die Zukunft träumt Alexandru von einem groß angelegten Musikprojekt, in dem er rumänische und bulgarische Motive vereinen möchte.

„Im Moment kann ich nur träumen, es sollte eigentlich ein Geheimnis bleiben, aber ich träume von einem Musikprojekt, bei dem rumänische und bulgarische Musik mit vielen Instrumenten gespielt wird. Etwas Großes, etwas Gewaltiges – wie zum Beispiel die Projekte von Bregović. Aber es soll bulgarische und rumänische Musik enthalten – rumänische aus Walachei und Moldawien. So kann ich zeigen und beweisen, dass sie sich sehr ähnlich sind und dass diese Verbindungen sehr stark sind.“

Ein weiteres Lied aus der bulgarischen Folklore, das Alexandru Drăghici auf Bulgarisch singt.

Übersetzung: Georgetta Janewa