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Meisterwerke bulgarischer Musikkultur:

„Altan Mara“ – ein Hit von Janka Rupkina und Meisterwerk von Georgi Mintschew

Freitag, 20 Februar 2026, 20:00

Georgi Mintschew

Georgi Mintschew

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Zahlreiche kostbare folkloristische Perlen sang die große Bulgarin Janka Rupkina. Als eine der beliebtesten Solistinnen von „Das Mysterium der bulgarischen Stimmen“, vom Publikum verehrt und von internationalen Berühmtheiten bewundert, betonte sie stets, sie glaube an all ihre Lieder, weil deren Texte und Melodien sie mit positiver Energie erfüllten.  

Janka Rupkina

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Zu den eindrucksvollsten Werken ihres Repertoires zählt „Altan Mara“, aufgenommen gemeinsam mit dem Hirtenflötespieler Stojan Welitschkow. 

Die Geschichte des Liedes ist tragisch: Die schöne „goldene Mara“ erwartet, dass ihr Verlobter kommt, um sie zur Frau zu nehmen. Doch statt des Geliebten und der Hochzeitswerber dringen böse Menschen in ihr Haus ein, legen sie in Ketten und entführen sie. Rupkina interpretierte die traurige Melodie aus dem Strandscha-Gebiet so eindringlich, dass der Produzent des Trios „Bulgarka“, Joe Boyd, einräumte, er könne ihr endlos zuhören – insbesondere, wenn sie „Altan Mara“ singe. 

1989 triumphierte „Altan Mara“ erneut in einer völlig neuen Interpretation, die auf der dritten Schallplatte der legendären Reihe „Das Mysterium der bulgarischen Stimmen“ des Produzenten Marcel Cellier erschien. Ausgeführt wurde sie vom Chor des Ensembles für Volkslieder und -tänze „Trakia“ in Plowdiw unter der Leitung von Stefan Mutaftschiew. Die Bearbeitung stammt vom bedeutenden Komponisten Georgi Ljubenow Mintschew, der am 29. Januar 2026 seinen 87. Geburtstag beging. 

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Der herausragende Künstler und Kulturfunktionär, Sohn des großen Operntenors Ljuben Mintschew, wurde als „bulgarischer Komponist von Bedeutung für die europäische Musik“ gewürdigt. Seine Ausbildung war beeindruckend: In Sofia studierte er Komposition bei Marin Goleminow, am Moskauer Konservatorium bei Rodion Schtschedrin und Aram Hatschaturjan. 1972 erhielt Mintschew ein UNESCO-Stipendium und spezialisierte sich in den USA, Frankreich und England; in Paris studierte er bei Olivier Messiaen und Luciano Berio. 

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1959 begann er seine Tätigkeit beim Bulgarischen Nationalen Rundfunk, dem er fast vier Jahrzehnte verbunden blieb. Ab 1989 war er künstlerischer Leiter der Musikproduktion und der Ensembles. Viele Jahre wirkte er zudem als Sekretär, stellvertretender Vorsitzender und Generalsekretär des Verbandes der bulgarischen Komponisten. 

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Sein Schaffen umfasst nahezu alle musikalischen Genres: eindrucksvolle sinfonische und kammermusikalische Werke, das Oratorium „Altbulgarische Chroniken“, das Ballett „Fahrenheit 451“ nach Ray Bradbury, mehr als 100 Solo-, Chor- und Kinderlieder, rund 350 Folklorebearbeitungen sowie Filmmusik. Ein Großteil seiner groß angelegten Werke entstand im Auftrag renommierter internationaler Institutionen, Orchester und Festivals und wurde bei bedeutenden Wettbewerben ausgezeichnet. Er selbst wurde als Jurymitglied zu namhaften Kompositionswettbewerben eingeladen und nahm dreimal an der International Rostrum of Composers teil – einem der prestigeträchtigsten Foren für zeitgenössische klassische Musik, organisiert vom Internationalen Musikrat. 

Mehr als 20 große Plattenfirmen veröffentlichten seine Werke in Bulgarien, Russland, Italien, Deutschland, Spanien und den USA. Georgi Mintschew wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt, darunter 1989 mit dem europäischen Preis „Lorenzo il Magnifico“ der Internationalen Medici-Akademie in Florenz. 

Die folkloristische Kostbarkeit „Altan Mara“ verwandelte sich in der kunstvollen mehrstimmigen Fassung dieses herausragenden Komponisten – einer der prägendsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen bulgarischen Musik mit internationalem Ansehen – in ein wahres vokales Juwel und ein unbestrittenes Meisterwerk bulgarischer Musikkultur. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov