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Unser Nationalheld Wassil Lewski inspiriert bulgarische Kinder in aller Welt

Mittwoch, 18 Februar 2026, 18:51

Unser Nationalheld Wassil Lewski inspiriert bulgarische Kinder in aller Welt

FOTO Facebook / Swetlana Iwanowa

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Wir ehren unseren Freiheitsapostel Wassil Lewski am 18. und 19. Februar. Er ist für uns ein Symbol für Mut, Selbstaufopferung und grenzenlose Liebe zur Heimat. Sein Vermächtnis von einer „reinen und heiligen Republik“ inspiriert weiterhin Generationen von Bulgaren auf der ganzen Welt, ihre Identität, Sprache und Kultur zu bewahren.

Deshalb widmet jede Schule, ob in Bulgarien oder weit über seine Grenzen hinaus, besondere Unterrichtsstunden Wassil Iwanow Kuntschew (18. Juli 1837 – 18. Februar 1873), dem Begründer eines Netzes revolutionärer Komitees im ganzen Land, der die seit Jahrhunderten unterdrückten Bulgaren wachrüttelte und dazu inspirierte, von einem freien, unabhängigen Staat zu träumen und daran zu glauben, dass dessen Verwirklichung aus eigener Kraft möglich ist.

Heute verneigen wir uns vor dem Werk von Wassil Lewski und erinnern uns daran, dass Freiheit Mut, Einheit und Verantwortung erfordert. Lasst uns sein Ideal in unseren Herzen tragen und es an die kommenden Generationen weitergeben“, schrieb Mariola Georgiewa aus Italien. Sie ist Leiterin der Bulgarischen Schule „AsBuki“ in Rom und Colleferro, die dem Freiheitsapostel Ehre erweist, indem sie seine Herkunft erforscht.

Wassil Lewski ist der bekannteste, inspirierendste und beliebteste Nationalheld unter heranwachsenden bulgarischen Kindern außerhalb der Heimat. Vierundzwanzig Schulen im Ausland haben den Freiheitsapostel zu ihrem Namenspatron gewählt und ehren jedes Jahr im Februar sein Werk mit verschiedenen Initiativen – offenen Unterrichtsstunden, Aufführungen, Nachstellungen und weiteren Veranstaltungen. Viele Kinder beteiligten sich auch an der Initiative von Radio Bulgarien „Gedanken an Lewski“, die wir vor drei Jahren realisierten, und teilten nun erneut bereitwillig ihre geplanten Veranstaltungen anlässlich des Jahrestages seines Todes mit:

Am vergangenen Wochenende (14.–15. Februar) hatten die Kinder eine ausführliche Unterrichtsstunde, die ihrem Alter angepasst war und in der sie Lewski als Persönlichkeit, seine Ideen und interessante Episoden aus seinem Leben kennenlernten“, berichtete gegenüber Radio Bulgarien Daniela Georgiewa, Direktorin der Sonntagsschule „Wassil Lewski“ in der Stadt Shannon in Südwestirland. „Die Jüngsten malten Bilder aus, auf denen er dargestellt ist. Wir führten eine Diskussion darüber, wie er die Demokratie und die Zukunft Bulgariens sah und warum sich nach der Befreiung im Jahr 1878 im Land eine Monarchie etablierte und seine Idee von einer Republik nicht umgesetzt wurde. Wir diskutierten die verschiedenen Standpunkte von Christo Botew, Ljuben Karawelow, Georgi Rakowski und Georgi Benkowski. Wir versuchten, Wassil Lewski in seine damalige Zeit und Umgebung einzuordnen, damit die Kinder seine Einzigartigkeit und die Tatsache erkennen können, dass er der einzige unter den bulgarischen Freiheitskämpfern war, der die Ideologie von Gleichheit, Demokratie und Toleranz vertrat – Dinge, für die wir noch immer kämpfen und die wir noch nicht erreicht haben.“

Besonders aktiv beteiligten sich an den Diskussionen die Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahre, da in Irland das Thema Rechte und Toleranz stark vertreten ist. Die Diskussion über Lewski und die Freiheit wird Anfang März fortgesetzt, da sich die Schule derzeit in den Halbjahresferien befindet.

Die ältesten Schülerinnen und Schüler erhielten die Aufgabe, einen Aufsatz zum Thema ‚Ist der moderne Mensch frei‘ zu verfassen“, berichtete Frau Georgiewa. „Wir betrachteten die verschiedenen Aspekte der Freiheit, ausgehend von den Ansichten des Apostels, aber auch davon, was die Bulgaren damals unter dem Begriff Freiheit verstanden und was wir heute darunter verstehen. Die Schülerinnen und Schüler können Freiheit aus unterschiedlichen Aspekten betrachten - als gesellschaftliche, nationale oder persönliche Freiheit, sich aber auch Gedanken darüber machen, was Freiheit mit sich bringt und worin der Unterschied zwischen Freiheit und falsch verstandener Freiheit und Zügellosigkeit besteht. Diese Aufsätze werden bei unserer Feier am 1. März vorgelesen. Mit ihr werden wir noch drei weitere Feste begehen – Baba Marta, den Nationalfeiertag Bulgariens am 3. März und den Internationalen Frauentag am 8. März. Schon während der Diskussion war es für mich sehr interessant zu sehen, dass die Kinder es verstehen, Lewskis Ideen mit der Gegenwart zu verbinden, ebenso wie die Tatsache, dass er in gewisser Weise die Bedürfnisse der Gesellschaft und die Richtung, in die sie sich entwickeln sollte, vorhergesehen hat, damit sie funktionsfähig, lebenswert und offen für Menschen unterschiedlicher Ethnien und Religionen ist, sodass wir alle gemeinsam mit dem Ziel leben können, unser Leben besser zu machen.“

Die 2016 gegründete Sonntagsschule „Wassil Lewski“ in Leeds wird in der kommenden Woche ebenfalls das Andenken ihres Namenspatrons ehren – mit schulischen Wettbewerben für Rezitation, für eine Zeichnung zu einem realen Thema in Echtzeit und einem Wettbewerb für schauspielerische Verkörperung einer Figur aus der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt.

Wir werden diesen Tag zwei Ereignissen widmen – dem Todestag von Wassil Lewski und dem bevorstehenden Nationalfeiertag am 3. März. Deshalb werden die Kinder im dritten Wettbewerb in die Rollen von Persönlichkeiten aus der Wiedergeburtszeit schlüpfen – wie dem Freiheitsapostel Wassil Lewski, verschiedenen Hajduken, Rajna Knjaginja und vielen anderen“, erklärte die Direktorin Swetlana Iwanowa.

Insgesamt 165 Schülerinnen und Schüler lernen in den drei Filialen der Schule in Leeds, Hull und Doncaster. Sie alle werden an den Veranstaltungen teilnehmen, die in Leeds stattfinden und in drei Räumen unter der Leitung verschiedener Lehrkräfte organisiert werden.

Eine weitere aktive Bulgarin auf der Insel, Milena Wesenkowa, leitet drei Sonntagsschulen in den Londoner Stadtteilen Barking und Tottenham sowie eine Filiale in der Stadt Harlow. Auch dort sind Veranstaltungen vorgesehen, um Wassil Lewski zu ehren. Der 18. und 19. Februar haben für Milena Wesenkowa eine besondere Symbolik, da sie aus dem Dorf Wojnjagowo bei Karlowo stammt, wo Wassil Lewski zwei Jahre lang als Lehrer gearbeitet hat.

In den Schulen in Harlow und Tottenham haben die Schülerinnen und Schüler bereits offene Unterrichtsstunden über das Leben Lewskis durchgeführt und eine spezielle Ausstellung zu Ehren des Nationalhelden gestaltet. Nun soll diese auch in Barking gezeigt werden.

Die offizielle Feier zu Ehren von Wassil Lewski findet am 28. Februar statt. In der Ausstellung werden Bilder, Projekte, Zeichnungen seines Hauses, seine Porträts und verschiedene Szenen aus seinem Leben zu sehen sein. Es ist eine ganze Wand mit Werken der Kinder. Geplant ist auch die Vorführung des Films ‚Unser Lewski‘, den wir im Rahmen des Projekts des Bildungsministeriums ‚Die unerzählten Geschichten der Bulgaren‘ erstellt haben“, erläuterte Milena Wesenkowa.

Für die Realisierung dieses Films recherchierten die Kinder Denkmäler von Wassil Lewski weltweit und zogen Parallelen zwischen seiner Lehrtätigkeit in Wojnjagowo und den Schulen im Ausland heute.


Das Bild von Wassil Lewski entfacht unweigerlich ein Leuchten in den Augen, beflügelt lebhafte Diskussionen und ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration für jeden Bulgaren – im Land und auf der ganzen Welt. Das Datum, an dem der liebste Sohn Mutter Bulgariens am Galgen endete, ist eine Zeit der Ehrung, der Demut und der Hoffnung, dass „Alles in unseren vereinten Kräften liegt“ und dass „Unser teures Vaterland würdige Menschen braucht, die es auf dem Weg des Wohlergehens führen, sodass wir den anderen europäischen Völkern ebenbürtig sein können.“ So, wie es unser Freiheitsapostel glaubte.


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Übersetzung: Rossiza Radulowa