Autor
Nina Zanewa
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Sara Al-Fayez aus Jordanien:
Bulgarien hat mir Flügel für die Wissenschaft verliehen
Dienstag 24 Februar 2026 16:03
Dienstag, 24 Februar 2026, 16:03
Sara Al-Fayez
FOTO Privatarchiv
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Die 25-jährige Sara Al-Fayez aus Jordanien entschied sich für Bulgarien, um ihren akademischen Weg an einer der renommiertesten Bildungseinrichtungen des Landes fortzusetzen – der Sofioter Universität „Hl. Kliment von Ohrid“. Dort absolviert sie einen Masterstudiengang in Genetik und Genomik mit Schwerpunkt auf Krebsgenetik, Chromosomenstörungen sowie molekularer und reproduktiver Medizin. Ihre Entscheidung war kein Zufall – sie wurde sowohl von einer Familientradition als auch von den Möglichkeiten inspiriert, die Bulgarien bietet.
Nach ihrem Bachelorabschluss in Gentechnik und Biotechnologie an der Jordanischen Universität plante Sara, ihre Ausbildung in Europa fortzusetzen. Bulgarien erwies sich als naheliegende Wahl – das Land, in dem auch ihr Vater studiert und promoviert hatte.
Lyubomir Kolarov, Nina Zanewa und Sara Al-Fayez
FOTO BNR
„Ich war zutiefst von meinem Vater inspiriert, der immer von Bulgarien als starkem Bildungszentrum sprach. Meine Entscheidung, nach Sofia zu kommen, war auch ein Weg, seinem Pfad zu folgen. Hier entdeckte ich Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Krebsgenetik, Chromosomenstörungen und Reproduktionsmedizin. Das Studium in einem internationalen Umfeld ist wirklich bereichernd – meine Kommilitoninnen und Kommilitonen kommen aus verschiedenen Ländern, der Unterricht findet auf Englisch statt. Zusammenarbeit und wissenschaftliche Unterstützung sind ein wesentlicher Teil unseres akademischen Lebens. Meine Masterarbeit steht bevor, und ich blicke ihr mit Zuversicht und Vorfreude entgegen. Während meines Studiums hatte ich das Glück, in Laboren mit großartigen und unterstützenden Ärzten und Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten.“
Sara betont, dass ihr der Masterstudiengang in Bulgarien mehr Freiheit für Forschung und praktische Arbeit gebe.
„Mein Bachelorstudium war sehr streng – mit vielen Prüfungen und Laborübungen. In Bulgarien ist das Studium anders aufgebaut – stärker forschungsorientiert. Wir haben mehr Praxis und Laborarbeit, weniger Theorie und mehr Möglichkeiten zum selbstständigen Arbeiten.“
FOTO Privatarchiv
Das habe ihr geholfen, sich beruflich weiterzuentwickeln und Selbstvertrauen als junge Wissenschaftlerin zu gewinnen, sagt sie. Neben dem Studium arbeitet Sara an zwei Stellen – in einer Kinderklinik und in einem pathologischen Labor – und nimmt an verschiedenen wissenschaftlichen Foren teil. Gerade das praxisnahe Umfeld bezeichnet sie als einen der größten Vorteile ihrer Ausbildung in Bulgarien.
Auch persönlich habe sie das Leben in Bulgarien wachsen lassen – das internationale Umfeld an der Universität habe ihr geholfen, Selbstständigkeit und Anpassungsfähigkeit zu entwickeln.
„Das Leben in Bulgarien hat mir die Möglichkeit gegeben, Freundschaften mit Menschen aus Bulgarien, Europa und der arabischen Welt zu schließen – das gab mir das Gefühl, hier nicht allein zu sein. Es half mir, unabhängiger zu werden, aber auch anpassungsfähiger. Jeden Tag lerne ich mehr über die bulgarische Kultur und Traditionen. Und nicht zu vergessen: Mein Vater, der Erfahrung mit Bulgarien hatte, half mir sehr bei der Eingewöhnung. Anfangs begleitete er mich nach Sofia, doch bald sagte er, ich müsse selbstständig sein, und kehrte nach Jordanien zurück.“
FOTO Privatarchiv
Einen Kulturschock habe sie bei ihrer Ankunft nicht erlebt – vielleicht auch, weil ihr Vater viele Freunde in Bulgarien habe und sie mit dem Land bereits vertraut gewesen sei. Sie sagt, die bulgarische Kultur sei äußerst interessant und man müsse selbst in sie eintauchen. Einige Dinge im Alltag hätten sie jedoch besonders beeindruckt:
„Ich blicke mit Begeisterung in die Zukunft. Ich möchte weiter lernen, mich entwickeln und zur wissenschaftlichen Gemeinschaft beitragen. Meinen Altersgenossen würde ich sagen, was ich von meiner Mutter gelernt habe – Disziplin ist die Grundlage des Erfolgs.“
Die Geschichte von Sara Al-Fayez zeigt, dass Bulgarien weiterhin ein attraktiver Anziehungspunkt für junge Menschen aus verschiedenen Ländern ist – ein Ort, an dem Tradition in der medizinischen Ausbildung auf eine neue Generation von Wissenschaftlern trifft, die die Welt verändern wollen.
Interview: Nina Zanewa
Redaktion: Elena Karkalanowa
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov