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„Macbeth“ in Sofia – Fantastischer Thriller mit gotischer Ästhetik an der Oper

Mittwoch, 25 Februar 2026, 16:06

„Macbeth“ in Sofia – Fantastischer Thriller mit gotischer Ästhetik an der Oper

FOTO Sofioter Oper und Ballett

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Die Opernliebhaber in Sofia erwarten gespannt die neue Inszenierung von Giuseppe Verdis „Macbeth“ nach dem gleichnamigen dramatischen Meisterwerk von William Shakespeare. Die Premiere findet am 25. Februar statt, gefolgt von vier weiteren Aufführungen bis zum 1. März. 

Bei einer Pressekonferenz zur bevorstehenden Veranstaltung bezeichnete die Regisseurin Vera Petrowa „Macbeth“ als „eine der schönsten Opern, mit leidenschaftlicher Partitur und außergewöhnlichem musikalischen Kolorit“. 

In seiner bekannten Studie „Shakespeare, unser Zeitgenosse“ weist der polnische Kritiker und Theaterwissenschaftler Jan Kott darauf hin, dass jede historische Epoche in Shakespeare das findet, wonach sie sucht oder das, was sie sehen möchte. Giuseppe Verdi hatte zweifellos eine besondere Vorliebe für Shakespeares Werk. Das Ergebnis sind drei Opernmeisterwerke – „Macbeth“, „Otello“ und „Falstaff“. Laut Vera Petrowa ist in der ersten dieser drei Opern „die unglaubliche Symbiose zwischen Shakespeares düsterem Sarkasmus und der pathetisch-leidenschaftlichen, schönen musikalischen Sprache des großen Verdi eine große Herausforderung für jedes Produktionsteam, um die Geschichte überzeugend zu erzählen“. 

Vera Petrowa

FOTO Sofioter Oper und Ballett

Die Regisseurin und Bühnenbildnerin Maria Kolewa entschieden sich dafür, strikt den Anmerkungen Verdis zu folgen und die Interpretation so zu gestalten, dass sie die in der Oper erzählte Geschichte nicht verletzt:

„Die Silhouetten und Bühnenbilder repräsentieren das Mittelalter – düster, so wie wir es leider auch in unserem sogenannten hellen Alltag sehen: Morde, Ambitionen, Macht, Blut. Eine Welt, getaucht in finsteres Blut – nichts Neues unter der Sonne. Aber wir erzählen es in Form eines fantastischen Thrillers. Mit einer sehr interessanten Ästhetik gotischer Türen – Klingen, die permanent das Gefühl der Gefahr vermitteln. Wir haben einen unglaublichen stummen Charakter (tatsächlich kommt er im Text Shakespeares vor), gespielt von unserem großen Balletttänzer Alexander Alexandrow. Wir hoffen, eine Geschichte zu erzählen, die wirklich fantastisch ist und zugleich den psychologischen Thriller zwischen den Hauptfiguren bewahrt. Für mich gibt dieses Stück keine Antworten, sondern stellt die schwersten Fragen: Wer sind wir? Warum sind wir hier? Warum wurden wir geboren? Hat das menschliche Leben einen Sinn und wenn ja, welchen?“ 



Maria Kolewa

FOTO Sofioter Oper und Ballett

Der Gastdirigent aus Italien, Alessandro D’Agostini, lobte den Chor und das Orchester der Sofioter Oper für ihr enormes Potenzial und zeigte sich sehr zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Er bezeichnete die Solisten als „ein unglaubliches Team – Sänger, die bereit sind, alle Anweisungen Verdis zu erfüllen, die für den Genuss dieser Oper entscheidend sind“.

Alessandro D’Agostini

FOTO Sofioter Oper und Ballett

Der Bariton Wenzeslaw Anastassow, der die Rolle des Macbeth übernimmt, kennt das Werk seit seiner frühesten Kindheit:

„Ich war drei Jahre alt, als meine Eltern Maria Wenzeslawowa und Anastas Anastassow – führende Solisten der Ruse-Oper – Macbeth und Lady Macbeth aufführten. Deshalb ist diese Oper für mich etwas ganz Besonderes.“ 

Wenzeslaw Anastassow

FOTO Facebook

Ein Aspekt, der besonders die Primadonna der Sofioter Oper Radostina Nikolaewa beeindruckt, ist, dass Lady Macbeth in der Interpretation von Vera Petrowa nicht so grausam dargestellt wird. 

„Eine außerordentlich interessante und herausfordernde Rolle“, betont auch die Sängerin Gabriela Georgiewa. 

Gabriela Georgiewa

FOTO Sofioter Oper und Ballett

„Kommen Sie und erleben Sie Vera Petrowas Interpretation – sehr tiefgründig, sinnvoll und provokativ für uns Schauspieler. Ich danke Maestro D’Agostini, dass er ein Dirigent ist, der die Sänger liebt, unterstützt und wertvolle Hinweise gibt, damit alles bestmöglich gelingt. Das gesamte Team ist exzellent, die Kostüme sind äußerst schön, und ich hoffe sehr, dass das, was wir präsentieren, inspiriert, Energie gibt und zum Nachdenken anregt“, sagte Georgiewa.

In der neuen Produktion von „Macbeth“ in Sofia versprechen das Ausmaß der Inszenierung, die Bühnengestaltung und der glänzende Solistenensemble eines der bedeutendsten kulturellen Ereignisse der Saison zu werden. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov