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Dschumali und Derwische gegen das Böse im Raum Pasardschik

Donnerstag, 26 Februar 2026, 16:05

Dschumali und Derwische gegen das Böse im Raum Pasardschik

FOTO Miglena Iwanowa

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Der Tag, an dem die Vorbereitung auf den Verzicht auf das üppige Essen während der großen Fastenzeit vor Ostern beginnt, auch Käsefastensonntag genannt, wird von den Einwohnern der nahe Pasardschik gelegenen Dörfer Kalugerowo und Lesitschowo, im Süden Bulgariens, immer mit großer Spannung erwartet. An diesem Tag ist es Tradition, dass die Jüngeren ihre Eltern und Großeltern besuchen, und um Vergebung bitten.

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Der Käsefastensonntag fällt in diesen beiden Dörfern auch mit einem besonders bunten Maskenfest zusammen, in Kalugerowo Dschumali-Tag und in Lessitschowo Derwisch-Tag genannt. Letztendlich geht es jedoch um dasselbe - böse Mächte, Krankheiten und schlechte Gedanken zu vertreiben und ein fruchtbares und gesundes Jahr zu erbitten.

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Das Fest ist ein lebendiges Beispiel für den Synkretismus in der bulgarischen Folklore, bei dem sich der christliche Kalender mit archaischen, bäuerlichen und magischen Praktiken vermischt. Die Frauen vollführen die Bräuche zum Kästefastensonntag und tanzen Reigen. Die Männer, inzwischen aber auch immer mehr Frauen, verkleiden sich als Derwische und Kukeri oder schmieren sich schwarze Farbe ins Gesicht, legen schwere Umhänge aus Langhaarziegenfellen an, binden sich Kupferglocken in verschiedenen Größen um die Taille und erzeugen bei jeder Bewegung ohrenbetäubende Klänge, die in der ganzen Gegend zu hören sind. Dieser Lärm soll die bösen Geister, Krankheiten und das Unheil vertreiben.

FOTO Miglena Iwanowa

Besonders freuen sich die Jüngeren, insbesondere die Kinder, auf ihre Verkleidung als Kukeri. Die so genannten Dschumali und Derwische tragen Holzsäbel, Kalatschka genannt. Damit werden die Teilnehmer am bunten Treiben scherzhaft geneckt – die Männer mit dem Wunsch nach Gesundheit und die Frauen nach Fruchtbarkeit.

FOTO Miglena Iwanowa

Jedes Jahr werden die Felle vor dem Fest rituell im Fluss gewaschen, um alles Negative, das im vergangenen Jahr an ihnen haften geblieben ist, abzuwaschen und „mit einer sauberen Weste“ zu beginnen.

FOTO Miglena Iwanowa

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Die Forscher streiten immer noch darüber, ob die Wurzeln dieses Volksfestes auf die thrakischen Mysterien zurückgehen oder jüngeren Ursprungs sind. Eins ist jedoch klar - der Lärm und die Fröhlichkeit bringen die Gemeinschaft zusammen, um den Übergang vom Winter zum Neuanfang zu feiern, mit der Hoffnung auf Gesundheit und Fruchtbarkeit.


Übersetzung: Georgetta Janewa