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Film über BNR-Folkloreorchester in Wien und Berlin

Donnerstag, 26 Februar 2026, 10:35

Film über BNR-Folkloreorchester in Wien und Berlin

FOTO Archiv

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Der Dokumentarfilm „Die Volksmusik ist mein Leben“, der die 74-jährige Geschichte des Orchesters für Volksmusik des Bulgarischen Nationalen Rundfunks nachzeichnet, wird am 26. Februar in Wien und am 2. März in Berlin gezeigt.

„Das ist eines der besten Orchester Europas!“, erklärte die Regisseurin des Films, Radka Stamenowa, und zitierte dabei weltbekannte bulgarische Musiker, deren Aussagen in den Filmaufnahmen festgehalten sind. Der Streifen wurde am 18. Februar erstmals vor Publikum in Sofia präsentiert. Er zeigt Darbietungen mehrerer Generationen von Profimusikern und zeichnet die Geschichte des Orchesters nach, die 1952 mit der Gründung des Ensembles für Volkslieder beim Bulgarischen Rundfunk begann. Dieses umfasste einen Chor, der später unter dem Namen „Das Geheimnis der bulgarischen Stimmen“ Weltruhm erlangte, sowie ein Orchester, das aus der Gruppe aus Ugartschin unter der Leitung von Zwjatko Blagoew hervorging – jenem Musiker, dessen Darbietung 1935 als erste „live“ im Äther erklang, dem Jahr, das als Beginn der Chronik des Bulgarischen Nationalen Rundfunks gilt. 


Radka Stamenowa

FOTO BTA

Für die Produktion des Dokumentarfilms wurden Archivaufnahmen aus dem „Goldenen Fonds“ des Bulgarischen Nationalen Rundfunks und von Binar sowie zahlreiche erhaltene Filmsequenzen aus dem Archiv des Bulgarischen Nationalen Fernsehens verwendet. 

„Während der gesamten Vorführung war es vollkommen still. Man sah Tränen in den Augen, und wir wurden gefragt, woher wir all diese Aufnahmen hätten. Die Wahrheit ist, dass wir in den Archiven gezielt nach jenen gesucht haben, die das Leben des Orchesters am treffendsten widerspiegeln“, berichtete Radka Stamenowa über die Premiere in Sofia. 

FOTO Privatarchiv

Die Vorführungen in Wien und Berlin seien bewusst jetzt angesetzt worden, um den Nationalfeiertag Bulgariens am 3. März zu würdigen, sagte Stamenowa weiter. Sie zeigte sich dankbar, dass Borislaw Petranow, Direktor des Bulgarischen Kulturinstituts in Berlin, den Film in das Programm aufgenommen habe. Da das Programm des Kulturinstituts in Wien bereits ausgelastet gewesen sei, habe man gemeinsam mit der Bulgarisch-Österreichischen Schule „Prof. Iwan Schischmanow“ einen Saal angemietet. Die Kinder werden mit Folkloretänzen auftreten, und die Direktorin Salsiza Groman habe Kontakte vermittelt, sodass Einladungen an die Botschaft, das Kulturinstitut und verschiedene Vereine verschickt werden konnten. Auch Journalisten aus Bulgarien hätten unterstützt, indem sie Kollegen in Wien und Berlin auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht hätten. 

FOTO BTA

Nach Angaben der Regisseurin soll der Film auch in weiteren bulgarischen Gemeinschaften in Europa gezeigt werden, bevor er außerhalb des Kontinents bei den Bulgaren jenseits des Ozeans gastieren soll. 

FOTO Privatarchiv

„Ich glaube, was sowohl Bulgaren als auch Ausländer beeindrucken wird, sind die Menschen und die musikalischen Darbietungen. Das Ensemble und die Tänzer von damals hinterlassen unweigerlich Eindruck! Ich erinnere mich, wie mein Vater Zwjatko Blagoew mit dem Jugendensemble ‚Wl. Majakowski‘ auf Reisen war und oft erzählte: ‚Alle stehen auf, wenn die bulgarischen Lieder und Tänze beginnen.‘ Ich selbst erinnere mich, dass die Türen stets offen standen, weil die Menschen nicht alle in den Saal passten und in den Fluren standen. Im Film wird man sehen, mit welcher Leichtigkeit Mita Stojtschewa, Gjurga Pindschurowa und Atanaska Todorowa singen und wie Kostadin Warimesow, Zwjatko Blagoew, Stojan Welitschkow und mein Vater musizieren. Man kann davon nur beeindruckt sein! Auch Ausländer, besonders in Amerika und Kanada, schließen sich Tanzensembles an und lernen bulgarische Lieder. Tatsache ist, dass der Chor von Wanja Monewa bei den Olympischen Spielen in Japan eingeladen wurde, die Nationalhymne vorzutragen. Was soll ich da noch sagen?!“, erklärte Stamenowa 

Salsiza Gromann mit Kindern der Bulgarisch-Österreichischen Schule „Hll. Kyrill und Methodius“ – Wien

FOTO Privatarchiv

Stamenowa betonte ferner, alle müssten gemeinsam für die Popularisierung der bulgarischen Volksmusik, der Lieder, Tänze, Kultur und Bräuche arbeiten. Das bedeute auch, dass das Bildungsministerium und die Leitung des Bulgarischen Nationalen Rundfunks mehr Sendungen zum Thema Folklore ermöglichen sollten. Wo immer Bulgaren mit Folkloretänzen, Liedern und musikalischen Darbietungen aufträten, sorgten sie für Begeisterung. Daher wolle man das Orchester stärker bekannt machen. Es bestehe heute aus virtuosen Instrumentalisten, und selbst die im Film Interviewten hätten gesagt, ein solches Ensemble gebe es kein zweites – möglicherweise sei es das beste in Europa, wenn nicht sogar weltweit. 

FOTO Privatarchiv

Radka Stamenowa kündigte zudem ihre Idee an, in Sofia ein Jugend-Folklorefestival mit Sängern, Instrumentalisten und Tänzern aus örtlichen Schulen sowie bulgarischen Schulen im Ausland zu organisieren. Dabei setze sie auch auf die Unterstützung von Radio Bulgarien. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov