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Donnerstag 26 Februar 2026 16:33
Donnerstag, 26 Februar 2026, 16:33
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Das Kulturhaus im trojaner Dorf Tschiflik bereitet eine Nachstellung des Brauchs der „unfruchtbaren Hochzeit“ vor. Dies berichtete Mariana Zonewa, Sekretärin des Kulturhauses „Prosweta – 1927“ und Organisatorin der Veranstaltung, der BTA. Der Brauch wird am 28. Februar (Theodorstag) ab 12.00 Uhr zu sehen sein. Als Kulisse dient das erhaltene Gasthaus von Iwan Lutschew, in dem einst Aufständische des Aprilaufstands übernachtet hatten. Heute beherbergt das Gebäude eine Museumspräsentation.
Mariana Zonewa erklärte, dass zwischen Faschingszeit (Sirni zagovezni) und Ostern kirchlich keine Eheschließungen erlaubt waren. Der Brauch entstand aus dem Bedürfnis des Volkes nach Fröhlichkeit in dieser Zeit. Die Dorfbewohner führen eine symbolische „Hochzeit“ ohne rechtliche Folgen auf, die zugleich ein Anlass für gemeinschaftliches Beisammensein und Feiern ist. Es handelt sich um ein traditionelles, karnevalesques, humorvolles Schauspiel, bei dem der gesamte Hochzeitsritus nachgestellt wird, jedoch „ohne Nachkommenschaft“, wovon sich auch der Name „unfruchtbare Hochzeit“ ableitet.
Das Gasthaus von Iwan Lutschew, in dem die Aufständischen des Aprilaufstands übernachtet hatten
FOTO BTA
Alle Rituale einer traditionellen bulgarischen Hochzeit werden eingehalten – die Brautwerbung, das Abholen des Bräutigams durch die Trauzeugen, das Schenken von Gaben und andere. Alle Rollen, selbst die der Braut, werden von Männern gespielt, was einen rituellen Sinn hat, zugleich aber für Heiterkeit sorgt. Ein unverzichtbarer Bestandteil der örtlichen Nachstellung ist die Bewirtung der Gäste mit dem sogenannten „Hochzeitsgetreide“.
Redakteurin: Miglena Iwanowa
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov