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Ein Blumenstrauß zum 8. März – Tradition oder echtes Zeichen der Anerkennung

Sonntag, 8 März 2026, 11:42

Ein Blumenstrauß zum 8. März – Tradition oder echtes Zeichen der Anerkennung

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Der Internationale Frauentag – ein Anlass, um die Rechte der Frauen zu würdigen oder einfach Mutter, Geliebte, Lehrerin oder Kollegin zu ehren – ist mehr als nur eine Tradition aus jüngerer Vergangenheit, als Frauen scheinbar noch mehr Respekt genossen. 

Natürlich braucht es keinen speziellen Tag, um Blumen zu schenken und Liebe oder Dankbarkeit auszudrücken. Doch einmal im Jahr ist es schön, sich daran zu erinnern, welchen Weg Frauen gegangen sind, um als gleichberechtigte Partnerinnen in unserer modernen Gesellschaft zu stehen. 

Wie Bulgaren den 8. März wahrnehmen und ob Frauen an diesem Tag Blumen bekommen, zeigt eine Umfrage von Bulgarischer Nationaler Rundfunk: 

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„Der 8. März ist der Tag der Mutter“, sagt die neunjährige Gabi. „Normalerweise schenken wir unseren Müttern Blumen oder Karten. Letztes Jahr haben mein Bruder und ich eine wunderschöne Karte gebastelt: ein Kätzchen hielt ein Herz und es stand ‚Alles Gute zum 8. März‘ darauf. Meist schenkt man einen kleinen, aber würdigen Strauß. Ich werde ihr vielleicht ein Armband und eine Karte machen, und mein Vater und Bruder schenken ihr Blumen.“ Auf die Frage, ob es einen Feiertag brauche, um der Mutter eine Freude zu machen, antwortet sie: „Geschenke kann man auch ohne Anlass machen. Ich bastle manchmal Bilder oder Schmuck. Sie sind ein Zeichen von Liebe und Aufmerksamkeit – wir zeigen damit, dass wir sie lieben und bemerken, wenn sie etwas Neues ausprobiert, zum Beispiel eine neue Frisur oder Kleidung, oder wenn sie glücklich ist.“ 

Aufmerksamkeit schenken gehört einfach dazu – der Feiertag wird auf die eine oder andere Weise begangen: 

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„Es ist ein Tag, den man ehren und feiern sollte“, sagt Borjana Wladimirowa, die sich über Blumen zum Fest freut und betont, wie wichtig Respekt gegenüber Frauen ist. 

Wesselina Mitkowa teilt die Überzeugung, dass die Rolle der Frau in der modernen Welt bedeutend ist, und erinnert daran, wie Frauen ihre Rechte erkämpft haben: 

„In unserer Familie weiß jedes Kind, worum es am 8. März geht, wie alles angefangen hat, was das Ziel der Suffragetten war und wie sie gekämpft haben“, erklärt Wesselina, Mutter von zwei Kindern. „Auch die Kinder verstehen, worum es beim Feiertag geht. Deshalb halten wir ihn nicht für überholt oder unpassend.“ 

Deshalb wird auch Wesselinas Mann ihr wie jedes Jahr Blumen schenken. 

Blumen wird auch Alexander Sandew überreichen. Er ist der Meinung, dass der Feiertag gefeiert werden sollte:

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„Ich sehe darin eine Geste der Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe. Wer diesen Tag ignoriert, sendet ein negatives Signal. Viele Feiertage werden heute überdacht oder gar entwertet. Das ist eine Art moderner Nihilismus.“ 

Für Bulgaren ist die Mutter nicht nur Quelle des Lebens und Hüterin der Familientraditionen, sondern Symbol unendlicher Selbstaufopferung. Die Beziehung zu ihr ist heilig und stark emotional. Sie ist Schutz und Stütze, wie in dem bekannten Kinderlied „Meine liebe Mama“ besungen. Angelina gratuliert deshalb jedes Jahr ihrer Mutter – auch wenn sie längst erwachsen ist und selbst eine Tochter hat, von der sie selbstverständlich Blumen erhält. Für sie ist auch der christliche Frauentag – Mariä Verkündigung – von Bedeutung: 

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„Vielleicht ist das einer der schönsten christlichen Feiertage. Es ist Zeit, wieder bewusst auf unser orthodoxes Erbe zu schauen, aufzuwachen, denn in diesen turbulenten Zeiten kann allein unser Glaube uns tragen.“ 

Alexander Sandew hebt hervor, dass die beiden Frauentage in Natur und Botschaft unterschiedlich sind: 

„Die Frau ist ein gleichberechtigter Mensch, dem wir bedingungslosen Respekt schulden. Zudem ist das Interessante: Die am meisten geehrte Person in der Kirche ist die Frau. Sie steht über den Engeln, über allen Rängen – in der Hierarchie ganz oben.“ 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov