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Europäisches Emissionshandelssystem bringt Vorteile für Bulgarien

Samstag, 14 März 2026, 09:10

Europäisches Emissionshandelssystem bringt Vorteile für Bulgarien

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Das Europäische Emissionshandelssystem (ETS) ist ein zentrales Instrument zur Modernisierung der Industrie, Senkung der CO-Emissionen und Bereitstellung finanzieller Mittel für Investitionen in die grüne Wende. Diese Position vertrat der amtierende Minister für Umwelt und Wasser, Julian Popow, während des Forums „Regionaler Energiegipfel: Infrastruktur, Innovation und Integration“ in Sofia, teilte die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt und Wasser mit.

FOTO Ministerium für Umwelt und Wasser

Nach Ansicht des Umweltministers hat Bulgarien ein Interesse daran, am ETS teilzunehmen, da dieses System Anreize zur Emissionsminderung schafft und den Mitgliedstaaten erhebliche Einnahmen sichert. Bulgarien könnte durch das ETS-2 und die damit verbundenen europäischen Mechanismen, darunter auch den Sozialen Klimafonds, erhebliche finanzielle Mittel erhalten. Popow erklärte, dass die Elektrifizierung des Endverbrauchs – die schrittweise Ersetzung fossiler Brennstoffe in Verkehr, Heizung und Industrie durch Strom – ein Schlüsselindikator für die Modernisierung der Wirtschaft und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen sei. Der Anteil der Elektrifizierung am Endverbrauch in der EU liegt bei etwa 21 - 22 Prozent, während er in China 32 -33 Prozent erreicht. Bulgarien schneidet mit etwa 27 Prozent relativ gut ab, was Voraussetzungen für die Entwicklung der Branche schafft.

Der Minister äußerte sich auch zum allmählichen Verschwinden der Kohleindustrie, was „keine politische Entscheidung, sondern eine wirtschaftliche Realität“ sei. Seiner Meinung nach müsse Kohle als strategische Reserve erhalten bleiben, da es weltweit Kriege und Extremsituationen gebe. Popow betonte außerdem, dass Bulgarien zwar nicht über ausreichende Gas- und Ölvorkommen verfüge, aber die Möglichkeit habe, wertvolle Rohstoffe zu recyceln, und dass die Bindung dieser Ressourcen in Europa wichtig für die Versorgungssicherheit und die Entwicklung der Industrie sei.


Redaktion: Zwetana Tontschewa

Übersetzung: Georgetta Janeva