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Darina Grigorowa
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Donnerstag 19 März 2026 15:05
Donnerstag, 19 März 2026, 15:05
Vater Petar Simeonow
FOTO Darina Grigorowa
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Man sagt, dass Gott Menschen mit gemeinsamen Werten, Schicksalen und Ideen zusammenführt – Menschen, die in dieselbe Richtung blicken und den steilen Weg des geistigen Wachstums gehen. Als Gottesdiener vereint der Priester seinerseits Menschen gleichen Glaubens und gleicher Moral in der Kirche und schafft ein Umfeld, in dem suchende Seelen Gott leichter finden und gemeinsam eine starke, geschlossene Gemeinschaft bilden.
Im Ausland, wenn die Heimat tausende Kilometer entfernt ist, wird das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu einer geistlichen Familie, in der Menschen dieselbe Sprache und denselben Glauben teilen, noch spürbarer. Genau hier zeigt sich die Rolle unserer Kirche, die auf die spirituellen Bedürfnisse unserer Landsleute fern der Heimat antwortet.
„Ich denke, es gibt keine andere Institution, die über erprobte Mittel verfügt, um das gestörte seelische Gleichgewicht in jedem von uns wiederherzustellen“, sagte Vater Petar Simeonow, Vorsteher der bulgarischen Kirche „Hl. Sofronij Wratschanski“ in Lyon. „Meiner fünfzigjährigen Erfahrung nach ist das die Kirche. Und da wir in einer Gesellschaft leben, in der wir uns sehr verschlossen haben, möchten die Menschen, wenn sie in den Tempel kommen, oft gar nicht mehr gehen“, erklärte er.
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Seit einem halben Jahrhundert begegnet Vater Petar suchenden Menschen – auf der Straße, im Krankenhaus, im Gefängnis. Seine persönliche Haltung gegenüber den Gemeindemitgliedern hat ihm großen Respekt als geistlicher Vater eingebracht, der die Schicksale mehrerer Generationen von Bulgaren kennt und ihre Freuden wie auch ihre Prüfungen teilt.
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„Man muss wissen oder lernen, wie man in unterschiedlichen Situationen vorgeht, die das Leben oder Gott zulässt. Man darf nie zu streng sein – man muss wissen, wann und wie viel man fordert und wann man nachgibt. Die Aufgabe des Priesters ist es, die menschlichen Seelen zu suchen und sie durch die Mittel der Kirche zum Heil zu führen. Unser großes Problem ist, dass wir uns des Reichtums, den wir besitzen, nicht bewusst sind und oft nicht die geeignetsten Wege und Mittel nutzen, um die Suchenden zu erreichen. Denn die Orthodoxie stillt sowohl den intellektuellen als auch den emotionalen und mystischen Hunger“, sagte Vater Simeonow.
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Auf natürliche und zugleich besondere Weise hat Vater Petar die bulgarische Kirche in Lyon zu einem Ort gemacht, an dem jeder willkommen ist und Trost sowie Gemeinschaft finden kann. Seine Fähigkeit, über das Offensichtliche hinauszusehen und Menschen mit väterlicher Fürsorge zusammenzubringen, schafft das Gefühl einer echten orthodoxen Familie – nicht nur unter seinen geistlichen Kindern in Frankreich, sondern auch darüber hinaus.
Ein Beleg dafür ist die Feier seines 50-jährigen Dienstjubiläums in der bulgarischen Kirche „Hl. Sofronij Wratschanski“ in Lyon. Mit Gottes Gnade und mit dem Segen von Metropolit Antonij füllte sich die kleine Kirche mit Gläubigen aus nah und fern. Bulgaren aus Sofia, Genf, Madrid, Paris, Lille, Bordeaux, Straßburg, Grenoble, Cannes, Nizza und sogar aus Algerien sowie Franzosen aus gemischten Familien folgten seiner Einladung zur bescheidenen Feier, die von der Gemeinde in Lyon organisiert wurde.
Zu den Ehrengästen gehörte auch Botschafterin Mariana Bojadschiewa, die Vater Petar bereits 1994 in Paris kennengelernt hatte:
„Ich vertrete die Ansicht, dass gerade die Bulgarische Orthodoxe Kirche zur Einheit der bulgarischen Gemeinschaften im Ausland beiträgt, insbesondere in Ländern mit anderen Religionen. Hier entsteht ein Raum, in dem sich orthodoxe Bulgaren – und nicht nur Bulgaren – versammeln können, um gemeinsam zu feiern und sowohl freudige als auch traurige Anlässe zu begehen“, sagte Bojadschiewa.
Von links nach rechts: Vater Georgi Georgiew aus Straßburg, Vater Petar Simeonow, Botschafterin Mariana Bojadschiewa, der Handelsattaché Bulgariens in Lyon, Nikolaj Teocharow, und seine Ehefrau
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Zu diesem Anlass reiste eigens aus Sofia der Protoppsalt Georgi Mikow an, stellvertretender Dirigent des Männerchors der Kathedrale „Hl.. Nedelja“, der die feierliche Basilius-Liturgie mit seinem Gesang bereicherte.
Protoppsalt Georgi Mikow
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Die Freude in den Augen der Anwesenden war ein lebendiger Beweis für die Liebe und den Glauben, die ihre Seelen verbanden. Wenn Menschen allein durch die Gegenwart anderer solch reines Glück empfinden, ist dies ein sicheres Zeichen geistiger Verbundenheit, die auf gemeinsamen Werten beruht.
„Wir haben unglaublich viele gute Menschen getroffen und hoffen, dass sich dies als Tradition fortsetzt und wir Teil gemeinsamer Projekte dieser Gemeinschaft werden. Die Kirche ist die Verbindung zu Gott und zu den anderen Bulgaren“, erklärte Marin Raschew.
Iwan Stojanow (im Vordergrund)
FOTO Darina Grigorowa
„Natürlich ist im Gotteshaus jener bulgarische Glaube lebendig, den wir in uns tragen. Wir Bulgaren sind ein Volk mit starkem Geist, und deshalb gibt es viele erfolgreiche Bulgaren in hohen Positionen – kluge Menschen, die leider im Ausland leben“, sagte die Volkssängerin Radka Gantschewa, die mit ihren bewegenden Liedern die Anwesenden zu Tränen rührte. „Am schönsten ist es in Bulgarien, und wenn wir die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden, wird Bulgarien jenes Blumenbouquet, jener Garten Eden sein, den wir besingen“, fügte sie hinzu und stimmte an: „Ach, Bulgarien, schöne und geliebte Mutter…“
Pater Petar, umgeben von seinen geistigen Kindern
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Das Glück in den Augen aller, die gekommen waren, um Vater Petar zu ehren, war das größte Geschenk zu seinem 50-jährigen Dienst – ein Zeichen dafür, dass die Samen, die er ein halbes Jahrhundert lang gesät hat, reiche Früchte getragen haben.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov