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Eid al-Fitr bringt muslimische Familien in Bulgarien wieder zusammen
Geschmack und Tradition stehen im Mittelpunkt – Baklawa auf jedem Tisch
Freitag 20 März 2026 09:07
Freitag, 20 März 2026, 09:07
FOTO BTA - Archiv
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Nach einem Monat des Fastens, der Demut und der spirituellen Reinigung kommen die muslimischen Familien in Bulgarien zum Eid al-Fitr zusammen. Wohltätigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Monats Ramadan, in dem die Gläubigen bestrebt sind, besser und mitfühlender zu sein und Almosen für verschiedene wohltätige Zwecke zu spenden – als Ausdruck der Anteilnahme an den Problemen der Mitmenschen und der Gesellschaft.
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Eid al-Fitr gehört zu den hellsten und beliebtesten Festen im muslimischen Kalender. Es dauert drei Tage und begann in diesem Jahr in den frühen Morgenstunden des 20. März, wenn sich die Männer vor Sonnenaufgang zum Festgebet in der Moschee versammeln. Danach kehren die Älteren nach Hause zurück und erwarten das Liebste – dass ihre Kinder an die Tür klopfen und sich die Familien am festlich gedeckten Tisch versammeln.
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„Wenn sie nach Hause zurückkehren, küssen die Jüngeren den Älteren die Hand, und die ganze Atmosphäre ist sehr festlich“, erzählte Gönül Dailowa vom Kulturhaus „Günesch“ in Russe. Sie ist überzeugt, dass die Kulturhäuser eine Schlüsselrolle bei der Bewahrung der Festtraditionen spielen und so das kulturelle Gedächtnis und die Identität erhalten bleibt. „Wenn diese Traditionen an die Kinder weitergegeben werden, lernen sie Respekt, Güte und Mitgefühl“, sagte sie und erinnerte sich daran, dass manche Bräuche allmählich verblassen:
„Früher kamen große Familien zusammen, wir Kinder organisierten uns und gingen durch die Straßen und Häuser, um Süßigkeiten zu sammeln – das gehört heute fast der Vergangenheit an. Vielleicht liegt es daran, dass viele junge Familien im Ausland leben. Wir versuchen im Kulturhaus, indem wir Ältere und Jüngere zusammenbringen, eine Brücke zu schlagen, damit die Älteren erzählen, wie sie früher gefeiert haben.“
FOTO Ajsche Latif
Eid al-Fitr ist ein Fest der Dankbarkeit, der Vergebung, der Familie – und der Süßigkeiten. Nicht zufällig wird es auch „Şeker Bayram“, das „Zuckerfest“, genannt: Die Tische sind reich gedeckt mit Baklawa, Kadaif, Lokum und anderen sirupgetränkten Köstlichkeiten. Die unangefochtene Hauptrolle spielt jedoch die Baklawa – duftend nach Butter, Walnüssen und Vanille, zubereitet mit Geduld, Können und viel Liebe.
Ihr bewährtes Festrezept teilte Ajsche Latif, Journalistin bei Radio Schumen:
FOTO Ajsche Latif
„Die Zubereitung beginnt ganz schlicht mit etwa einem Kilogramm Mehl, zwei Eiern, einem Glas Milch und etwas Backpulver. Insgesamt verwende ich 625 Gramm Butter, davon 250 für den Teig und den Rest zum Übergießen. Dazu kommen etwa 800 Gramm Zucker, sechs Päckchen Vanille und natürlich viele Walnüsse“, erzählte sie. Sie habe die Zubereitung vor mehr als 30 Jahren als junge Schwiegertochter gelernt und das Rezept im Laufe der Jahre verfeinert. Einer der wichtigsten Tricks sei, die erhitzte Butter vor dem Übergießen zu filtern. So backen die Teigschichten gleichmäßig, erhalten eine goldene Farbe und einen feineren Geschmack.
Baklawa ist eine wahre Kalorienbombe – ein Blech hausgemachter Baklawa enthält nahezu 12.000 Kalorien.
„Sie wird für das Fest zubereitet und gegessen – wegen der Tradition und des Duftes der Kindheit“, erinnerte Ajsche Latif.
Einen süßen Bayram allen, die heute feiern!
Interviews: Ajsche Latif und Stefka Sawowa, BNR – Schumen
Zusammengestellt von Elena Karkalanowa
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov