Kirche „Mariä Verkündigung“- ein Tempel für Glaube, Hoffnung und Barmherzigkeit

Mariä Verkündigung geweihte Kirche feiert 5-jähriges Bestehen

Mittwoch, 25 März 2026, 11:21

Kirche "Mariä Verkündung" in Sofia

Kirche "Mariä Verkündung" in Sofia

FOTO Darina Grigorowa

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Die bulgarische orthodoxe Kirche feiert heute eines der christlichen Hochfeste- Mariä Verkündigung. An diesem Tag überbrachte der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria die Botschaft, dass sie auserwählt ist, den Erlöser der Welt zur Welt zu bringen. Maria nahm die frohe Botschaft und den Willen Gottes demütig an, um das uralte Versprechen der Erlösung der Menschheit zu erfüllen. Auf diese Weise wird durch die Heilige Muttergottes die Mutterschaft zu einem heiligen Akt, gesegnet von Gott. Deshalb wird das Fest in der bulgarisch-orthodoxen Tradition als höchste Manifestation der Mutterschaft gefeiert und bekräftigt die Rolle der Frau als Lebensspenderin und Hüterin der Familie.

FOTO Darina Grigorowa

In den 1920er und 1930er Jahren war der Tag der Verkündigung der wichtigste Tag in Bulgarien, an dem Müttern und Frauen Ehrerbietung erwiesen wurde. Es war einer der am meisten verehrten Feiertage. Während des Sozialismus verlagerte sich der Fokus jedoch auf die Rolle der Frauen bei der Schaffung materieller Güter und ihre Gleichberechtigung in der modernen Gesellschaft. Nach der demokratischen Wende von 1989 gewann der Feiertag seine spirituelle Bedeutung zurück und unterstreicht die Rolle der Frau als Lebensspenderin und Hüterin der Familie, der kleinen Kirche Gottes, in der die Mutter ihre Kinder in den christlichen Tugenden erzieht.

Am Tag der Verkündung füllen sich Kirchen und Klöster mit vielen Familien und gläubigen Menschen, die zur Liturgie kommen, bei der sie gemeinsam mit den Geistlichen Gebete an den Herrn und die Gottesmutter richten.

An diesem Tag wurde vor fünf Jahren die neueste orthodoxe Kirche in Sofia geweiht - die Kirche „Mariä Verkündigung“ im Stadtteil „Druschhba“. Zum fünften Jahrestag liest der bulgarische Patriarch Daniil höchstpersönlich die Messe. Vorsteher des Gotteshauses ist Pater Emilijan Kostadinow, der in einem Interview für Radio Bulgarien über dessen Bau berichtete.

Pater Emilian Kostadinow

FOTO Darina Grigorowa

„Die Idee für den Bau dieser Kirche kam ganz spontan auf“, erinnert sich Pater Emilijan. „Bei uns kommen viele junge Menschen zum Gottesdienst. Die Kirche „Heiliger Prophet Elias“ war damals die einzige in diesem Stadtteil. Sie ist sehr klein und es gab Momente, in denen die Menschen nicht alle in der Kirche Platz fanden und draußen stehen mussten. Ich werde nie einen Sonntag vergessen, an dem ich den Gottesdienst abhielt und es draußen regnete. Vom Altar aus sah ich eine junge Familie - der Vater und die Mutter mit einem kleinen Kind auf dem Arm, die draußen im Regen standen. Eine Weile blieben sie stehen, doch dann gingen sie. Das hat mich tief bewegt…“, erinnert sich der Geistliche, für den dieses Ereignis ausschlaggebend war.

„Auch davor hatten wir immer wieder darüber gesprochen, dass wir eine größere Kirche brauchen, und verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen, aber dieser Vorfall war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wir nennen es Gottes Vorsehung. Der Kirchenvorstand beschloss, das Vorhaben in Angriff zu nehmen. Natürlich war es am Anfang schwierig, wir hatten Probleme aller Art, nichts lief reibungslos, aber durch Gottes Vorsehung haben wir das Gotteshaus vollendet.“

FOTO Darina Grigorowa

Der Bau dauerte neun Jahre. 2021 wurde die Kirche am Fest der Verkündigung vom Bischof von Belogradtchik, Polikarp, geweiht, der damals Vikar des Metropoliten von Sofia und Patriarch von Bulgarien, Neofit, war.

Inzwischen ist eine große Kirchengemeinde zusammengewachsen. Die Gläubigen besuchen die Kirche und freuen sich, dass es sie gibt, und das ist für die Geistlichen die größte Genugtuung.

Alles, was hier getan wird, geschieht zur Ehre Gottes“, sagt Pater Emilijan und erzählt, dass auf Initiative der orthodoxen Bruderschaft der Kirche eine Suppenküche für sozial schwache Bürger eingerichtet wurde. „Wir bemühen uns, dass die Menschen das Essen nicht als gewöhnliche Ration für Arme erhalten, sondern als Segen. Wir helfen jedem mit Essen, fragen nicht, wer Christ ist, wir verteilen an alle, denn wenn jemand kommt, dann bedeutet das, dass er in Not ist“, erklärt der Priester.Jeder Mensch hat eine Pfarrkirche an seinem Wohnort. Das ist der Ort, an dem er den Gottesdienst besuchen sollte, wo die Priester ihn kennen und wissen, wie es ihm geht, und wo man ihm hilft, wenn er Hilfe braucht.

FOTO Kirche Mariä Verkündung/Facebook

Wie in den meisten Pfarrkirchen in Sofia so hat auch die Kirche „Mariä Verkündung“ eine Sonntagsschule für Kinder. Zweimal im Monat finden Vorträge für Erwachsene statt. „Wir bemühen uns, die Menschen für die Kirche zu gewinnen, denn in der Kirche werden Tugenden gelernt. Der Widerstand gegen die Einführung des Religionsunterrichts ist sehr groß. Ein ungebildetes Volk lässt sich leicht beherrschen“, sagt Pater Emilijan und fügt hinzu, dass, wenn alle gemeinsam vor dem Thron Gottes treten, das Gebet an Kraft gewinnt und für Gott und die Heilige Muttergottes besser hörbar wird.

„Die Heilige Jungfrau Maria ist die Fürsprecherin für uns Menschen. Sie hüllt uns in ihren Schutzmantel, bewahrt und beschützt uns. Sie freut sich, wenn wir Gutes tun, und leidet, wenn wir Böses tun. Wir Menschen haben ihr den größten Schmerz zugefügt, wir haben ihren Sohn getötet, wir haben ihn ans Kreuz genagelt, und trotz allem ist sie unsere eifrigste Fürsprecherin vor ihrem Sohn und vor der Heiligen Dreifaltigkeit. Deshalb ist es nur recht und billig, dass wir sie verehren und achten, nicht nur sie, doch sie ganz besonders - mit Liebe und Dankbarkeit.“

FOTO Vorstand der Bulgarischen orthodoxen Kirche

Am Ende unseres Gesprächs richtet Pater Emilijan eine Botschaft an die jungen Menschen.

Mögen sie gesund und besonnen sein und im Leben nicht wie Spielbälle hin- und hergeworfen werden, sondern sich wie Menschen verhalten, von denen wirklich etwas abhängt. Das wird erreicht, wenn der Mensch den Funken Gottes in sich trägt. Nur dann kann er das Gute vom Bösen unterscheiden. Ich möchte ihnen wünschen, dass sie gut und mitfühlend sind, und dass sie in jedem Moment, in dem sie Schutz brauchen, ihren größten Beschützer suchen mögen - den Erlöser.“

 

 

Übersetzung: Georgetta Janewa