Autor
Joan Kolew
Artikel
Eine Symphonie der Zeit… Der Nationale Kulturpalast in Sofia feiert 45 Jahre
Samstag 28 März 2026 09:13
Samstag, 28 März 2026, 09:13
FOTO Facebook/NationalPalaceOfCulture
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Eines der Symbole der bulgarischen Hauptstadt – der Nationale Kulturpalast - wird 45 Jahre alt. In dieser Zeit haben sich das Gebäude und der ihn umgebende Park zu einem beliebten Ort für die Einwohner und Gäste Sofias entwickelt. Sie finden sich hier ein, um eine der kulturellen Veranstaltungen zu besuchen, sich mit engen Freunden zu treffen, ja sogar nur, um das eindrucksvolle Gebäude und den Raum ringsum zu bewundern, das den städtebaulichen Plan der Hauptstadt verändert hat.
Die Errichtung des Nationalen Kulturpalasts in nur drei Jahren – von 1978 bis zum emblematischen Jahr 1981, als er anlässlich des 1300-jährigen Jubiläums der Gründung des Ersten Bulgarischen Staates eröffnet wurde – ist eine Tatsache, die bis heute erstaunt.
Nicht zufällig ist eine der Veranstaltungen, mit denen dieses wichtige Jubiläum begangen wird, eine Fotoausstellung mit dem Titel „Der Bau der Hauptstädter“.
FOTO Facebook/NationalPalaceOfCulture
„Am
2. April werden Menschen, die sich erinnern oder nur die Legenden
darüber gehört haben, wie ein Bauwerk solchen Ausmaßes in nur drei
Jahren errichtet werden konnte, eine Ausstellung mit Fotografien vom
Bau des Nationalen Kulturpalastes sehen können. Daran haben
Einwohner Sofias, aber auch Menschen aus ganz Bulgarien, Vietnam,
Jugoslawien, Rumänien und Zypern teilgenommen. Der Name der
Ausstellung lautet ‚Der Bau der Hauptstädter‘, weil sich Sofia
in hohem Maße mit ihm als moderne Hauptstadt identifiziert, vor dem
Hintergrund anderer europäischer Hauptstädte, die bereits ihre
großen Kultur- und Kongresszentren haben“, erklärte im Interview
für Radio Bulgarien der Marketingdirektor des Palastes, Iwo
Tschiflitschki, und fügte hinzu:
Iwo Tschiflitschki
FOTO Joan Kolew
„Sein Bau umfasst nicht nur das zentrale Gebäude, sondern auch eine enorme unterirdische Infrastruktur, zu der auch die erste Station der U-Bahn gehört. Noch bevor die U-Bahn insgesamt geplant war, begann 1978 der Bau der Station ‚Nationaler Kulturpalast‘. Ab 18.00 Uhr am 2. April können Interessierte neben der Ausstellung auch den Dokumentarfilm von Albena Alexandrowa ‚Etüde über die Schönheiten im Inneren‘ sehen, der alle Künste zeigt, die der Palast in sich birgt.“
Die Idee des Nationalen Kulturpalastes besteht darin, den Beitrag und die Rolle des bulgarischen Kulturerbes in der europäischen Zivilisation zu symbolisieren, worauf auch die weiteren Veranstaltungen aufmerksam machen, deren Gastgeber der Nationale Kulturpalast in den kommenden Tagen sein wird:
„Wir läuten die Feierlichkeiten zum 45-jährigen Jubiläum des Nationaler Kulturpalasts auch mit einer Ausstellung ein, die einen sehr kleinen, aber bedeutenden Teil der weltbekannten Namen zeigt, die auf der Bühne von Saal 1 aufgetreten sind – der Dirigent Herbert von Karajan, die Opernsängerin Montserrat Caballé, die Popstars Sting und Michael Bolton sowie alle großen bulgarischen Schlager- und Opernsänger. Die Ausstellung wird mindestens bis zum Sommer in den Foyers von Saal 6 zu sehen sein.“
Der Saal 1 des Nationales Kulturpalastes
FOTO ndk.bg
Am 30. März setzen wir mit der Präsentation einer Jubiläumsausgabe der Zeitschrift ‚LIK‘ der BTA fort, die eine journalistisch-dokumentarische Chronologie des Zeitraums von 1981 bis 2026 darstellt und die drei Phasen der Geschichte zeigt, die der Nationale Kulturpalast seit seiner Errichtung durchlaufen hat – das kommunistische Regime, die sehr harte Wende in den 1990er Jahren und die Gegenwart, in der er unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen erneut seinen Platz als kommerzielles Unternehmen sucht und damit auch den Namen rechtfertigt, den er trägt“, sagte Iwo Tschiflitschki.
FOTO Facebook/NationalPalaceOfCulture
Der Nationale Kulturpalast wurde offiziell am 31. März 1981 eröffnet, weshalb dieses Datum als Geburtstag der Institution gilt. Für diesen Anlass ist auch ein besonderes Konzert geplant, zu dem Menschen eingeladen sind, die zum Aufbau dieses Ortes des Geistes und der Kultur Bulgariens beigetragen haben:
FOTO Facebook/NationalPalaceOfCulture
„Am 31. März beginnen wir mit der Präsentation der Ausstellung ‚Die Bojana-Kirche im Morgengrauen der Renaissance‘. Darin werden 30 der besten ikonographischen Werke gezeigt. Diese Darstellungen markieren den Beginn der Renaissance-Ästhetik in der bulgarischen bildenden Kunst. Das Festkonzert trägt den Titel ‚Symphonie der Zeit‘ und daran nehmen die Sofioter Philharmonie unter der Leitung von Najden Todorow sowie die Primadonna der bulgarischen Popmusik, Lili Iwanowa, teil“, so Iwo Tschiflitschki mit.
„Auch heute kommen ausländische Fachleute in den Nationalen Kulturpalast, um diesen Ansatz zur Gestaltung vielfältiger Räume zu betrachten, die für große kulturelle und noch größere Kongressveranstaltungen von weltweiter Bedeutung vorgesehen sind, kombiniert mit allen Genres der visuellen Künste – wie riesige Mosaiken, Wandmalereien, Holzschnitzereien, Metallplastiken, Skulpturen und textile Paneele im Maßstab von ‚1300 Jahre Bulgarien‘ des weltbekannten Marin Warbanow. Das Ausmaß der kulturellen Bedeutung, die sich der Palast in 45 Jahren erarbeitet hat, ist bemerkenswert“, fasst Iwo Tschiflitschki zusammen, der seit zehn Jahren als Teil der unsichtbaren Maschine arbeitet, die dieses für ganz Bulgarien emblematische Kulturzentrum am Leben erhält.
FOTO ndk.bg
Speziell zu seinem 45-jährigen Jubiläum hat der eindrucksvolle Kulturpalast seine verborgenen Bereiche für touristische Führungen geöffnet. „Weltweit gibt es viele große Kongresszentren, aber solche, die der nationalen Kultur gewidmet sind und einen derart glänzenden künstlerisch-architektonischen Synthesecharakter besitzen, findet man nirgendwo sonst“, ist Iwo Tschiflitschki überzeugt. Und obwohl das Kennenlernen dieses riesigen Gebäudes vielleicht Tage erfordern würde, gelingt es, die Führung in dreieinhalb Stunden zu komprimieren: „Wir denken über thematische Gliederungen dieser Touren nach, denn der Nationale Kulturpalast ist aus drei Aspekten interessant – dem architektonisch-ingenieurtechnischen und dem kreativen – mit nahezu hundert Kunstwerken einiger der besten Meister der bulgarischen Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Das dritte äußerst interessante Detail ist, dass es im gesamten Komplex kein einziges Symbol gibt, das auf das vergangene Regime verweist oder dieses propagiert“, erklärte unser Gesprächspartner.