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QSL-Karte Nr. 4: 1935 – Sirak Skitnik, der erste Direktor des BNR

Mittwoch, 1 April 2026, 00:03

QSL-Karte Nr. 4: 1935 – Sirak Skitnik, der erste Direktor des BNR

FOTO Dessislawa Semkowska

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Im Jahr 2026 bestätigt Radio Bulgarien die Empfangsberichte der Hörer mit einer neuen Serie von zwölf QSL-Karten. Jede Karte bildet ein konkretes historisches Ereignis aus der Geschichte des Bulgarischen Nationalen Rundfunks und der Auslandssendungen von „Radio Bulgarien“ und ihrem 90-jährigen Bestehen ab.

Anfang jedes Monats werden in einem Sonderbeitrag interessante Fakten zu den jeweiligen Motiven vorgestellt.

Anfang 1935 wurde durch den Ministerrat eine Verordnung mit Gesetzeskraft über den Rundfunk verabschiedet, wonach die Ausstrahlung von Radioprogrammen zum staatlichen Monopol erklärt wurde. Zar Boris III. unterzeichnete das Dekret am 25. Januar desselben Jahres. Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes endete die erste Periode der Geschichte des bulgarischen Rundfunks, und es begann die vom Staat organisierte Radioprogrammgestaltung. Zum Leiter wurde Panajot Christow (Sirak Skitnik) ernannt, der die Programmtätigkeit des neuen staatlichen „Radio Sofia“ übernahm.

Panajot Christow – Sirak Skitnik (1883 – 1943)

FOTO Archiv

Als erster Direktor des Bulgarischen Nationalen Rundfunks, den er bis zu seinem Tod leitete, leistete Panajot Christow einen wichtigen Beitrag zu dessen Aufbau als kulturelle Institution von erstklassiger Bedeutung – durch die Entwicklung der Programme und insbesondere ihrer kulturellen Ausrichtung, die Pflege eines breiten Kreises von Mitarbeitern mit unterschiedlichen politischen Überzeugungen, die Schaffung von Bildungsformaten, des Radiotheaters sowie die Ausstrahlung von Sendungen für das Ausland. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Bulgarische Nationale Rundfunk zu einer kulturellen Institution, die die besten Musiker, Literaten und Wissenschaftler vereinte.

FOTO Archiv

Panajot Christow (1883 – 1943), der den Künstlernamen Sirak Skitnik annahm, war jedoch nicht nur Journalist und eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, sondern auch Dichter, Schriftsteller, Maler und Theaterkritiker. Er wurde in Sliwen geboren und absolvierte 1902 die Theologische Schule in Sofia. Für kurze Zeit war er als Lehrer tätig. Im Jahr 1908 ging er nach Sankt Petersburg, wo er Malerei studierte – gemeinsam mit Marc Chagall und Wassily Kandinsky.

Sirak Skitnik – „Stadt – Der finnische Bahnhof in St. Petersburg“, um 1921

FOTO Архив

Er kehrte nach Bulgarien zurück und nahm an den Balkankriegen sowie am Ersten Weltkrieg teil.

Sirak Skitnik etablierte sich als eine der markantesten Figuren im bulgarischen Kulturleben des 20. Jahrhunderts, indem er daran arbeitete, die bulgarische Kultur an moderne europäische Strömungen heranzuführen. Er war der erste Vorsitzende des Bulgarischen Künstlerverbands. In den 1920er Jahren wurde er Dramaturg und künstlerischer Sekretär am Nationaltheater „Iwan Wasow“ und hinterließ Dutzende Gedichte, Hunderte Artikel sowie Gemälde, Skizzen und Illustrationen.

Sirak Skitnik mit seiner Frau Olga Simeonowa

FOTO Archiv

Im Jahr 2001 wurde eine jährliche Auszeichnung des Bulgarischen Nationalen Rundfunks nach ihm benannt, die für Beiträge zur Entwicklung des Radios als öffentlich-rechtliches Medium verliehen wird.


Um eine QSL-Karte zu erhalten, senden Sie bitte einen Empfangsbericht mit Angabe des Datums und der Sprache (für Radio Bulgarien) bzw. des Datums, der Uhrzeit und der Frequenz (für andere Programme des Bulgarischen Nationalen Rundfunks) sowie einer kurzen Inhaltsbeschreibung.

Empfangsberichte können eingereicht werden:

per E-Mail an: reception.report@bnr.bg

per Post an: Bulgarien, Sofia 1040, Blvd. Dragan Zankow Nr. 4, Bulgarischer Nationaler Rundfunk, Dessislawa Semkowska

Bitte geben Sie unbedingt eine Postanschrift für die Rücksendung an.

Der Bulgarische Nationale Rundfunk bestätigt Empfangsberichte auch mit älteren QSL-Serien.


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Übersetzung: Rossiza Radulowa