Vater Maxim aus dem Kloster Kykkos – mit Liebe und Sorge für Bulgarien

Samstag, 11 April 2026, 10:55

Vater Maxim

Vater Maxim

FOTO Krassimir Martinow

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Pilger aus aller Welt strömen täglich in das Troodos-Gebirge, um die wundertätige Ikone der Gottesmutter „Eleusa“ im Kloster Kykkos auf Zypern zu verehren. Besonders belebt ist es während der großen christlichen Feiertage. Auch viele Bulgaren besuchen die heilige Stätte. 

Eine „bulgarische Spur“ in der heutigen Entwicklung des Klosters findet sich auch beim Ökonomen des Klosters, Vater Maxim. Er ist väterlicherseits Bulgare und mütterlicherseits Zyprer, Absolvent der Universität Plowdiw „Païssi von Hilandar“ und wird häufig in die bulgarische Sonntagsschule „Rodna Strjacha“ auf Zypern eingeladen. 

„Noch vor meinem Schulabschluss hielt ich es nicht mehr aus und sagte mir, dass ich ins Kloster gehen möchte“, erzählte Vater Maxim. „Ich lebte fast acht Monate hier, danach wurde ich zum Theologiestudium geschickt. Ich legte Prüfungen in Thessaloniki ab. Gemeinsam mit einem der Brüder aus Kykkos, Metropolit Jesaja, besuchten wir die Metropolie von Plowdiw. Dort schrieb ich mich mit dem Segen von Metropolit Nikolaj an der Universität ein. Nach dem Abschluss absolvierte ich Aspirantur und Promotion in Moskau, kehrte nach Zypern zurück und wurde 2021 Mönch. Kurz darauf erhob mich Metropolit Nikiforos, der Abt des Klosters, zum Ökonomen – zur höchsten administrativen Position im Kloster. Ich bin verantwortlich für den Empfang der Gäste, für rund 100 Mitarbeiter, die Teil eines insgesamt 250-köpfigen Personals sind, sowie für die wirtschaftlichen Tätigkeiten und die gesamte Verwaltung“, sagte er.

Jungfrau Maria von Kykkos, Fresko

FOTO Krassimir Martinow

Obwohl das Kloster Kykkos stavropigiell ist und nur geistlich dem Heiligen Synod der Kirche von Zypern untersteht, ist es wirtschaftlich völlig unabhängig. Alle Einnahmen bleiben im Kloster, das sich selbst trägt und zugleich zahlreiche soziale Aktivitäten entfaltet – Unterstützung für bedürftige Familien, eigene soziale Einrichtungen wie Altenheime, Kinder- und Behindertenheime sowie Hilfe für weitere Organisationen. Das Kloster verfügt über eigene Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, ein Museum mit neun Geschäften und eigene Wirtschaftsbetriebe. 

„Das ist kein asketisches Kloster. Wir sind offen und leben ein soziales Mönchtum“, betonte Vater Maxim. „Unsere Türen stehen jedem offen – Gästen, Pilgergruppen, Touristen. Wir öffnen um 4.30 Uhr morgens und empfangen Besucher bis 18.30 Uhr im Winter und bis 19.30 Uhr im Sommer. Diese Offenheit macht unser Kloster besonders.“

Diese Rolle spielte das Kloster bereits kurz nach seiner Gründung. Damit verbunden ist auch die Legende der wundertätigen Ikone:  

Im 11. Jahrhundert lebte hier der Mönch Jesaja. Der byzantinische Statthalter Emanuel Vutomitis erhielt nach einer Begegnung mit ihm eine göttliche Eingebung, die Ikone der Gottesmutter aus Konstantinopel nach Kykkos zu bringen. Nachdem sich die Gottesmutter auch Kaiser Alexios Komnenos offenbart hatte, ließ dieser die Ikone überführen und stellte Land für den Bau des Klosters zur Verfügung. 

Vater Maxim pflegt enge Beziehungen zu Bulgarien und begegnet regelmäßig Landsleuten auf Zypern. Er unterrichtet Religion in einer bulgarischen Sonntagsschule und bezeichnet Bulgarien als etwas sehr Wertvolles für ihn. Zugleich spricht er auch kritisch über die Situation im Land: 

FOTO Krassimir Martinow

„Der Zustand Bulgariens bereitet mir keine Freude – weder das Handeln der Politiker noch das der Gläubigen“, sagt er. „Aber ich schätze die Arbeit der Kirche. Die Staatsführung muss verstehen: Ohne Unterstützung der Kirche wird es keinen Wohlstand geben. Wir Bulgaren bleiben überall Bulgaren – ob in Amerika, Kanada, Australien, Zypern oder Italien. Es schmerzt uns, was geschieht, und wir beten für die geistige Entwicklung unseres Volkes“, sagte er. 

Der Weg zum Fortschritt liege laut Vater Maxim in der religiösen Erziehung der Kinder:  

Die Gedenkstätte oberhalb des Kykkos-Klosters, zum Andenken an Erzbischof Makarios

FOTO Krassimir Martinow

„Religionsunterricht ist sehr wichtig. Er kann nur Gutes bewirken und gute Menschen formen. In jedem Kind wird ein Same gelegt, den Gott wachsen lassen kann“, sagte Vater Maxim.  

Auf die Frage nach den Erfahrungen auf Zypern erklärte er, dass die Kirche dort traditionell eine wichtige Rolle spiele und eng in Bildungsfragen eingebunden sei. 

Auch die Kinder in den bulgarischen Sonntagsschulen zeigten großes Interesse: 

„Selbst Kinder aus gemischten Familien kommen gern, oft auch ihre Eltern. Das zeigt, dass die Menschen nach Gott suchen. Wichtig ist, dass alles mit Liebe, behutsam und ohne Druck vermittelt wird – so erreichen wir die Kinder am besten, sagte Vater Maxim abschließend.  

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov