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Ostern bei den Landsleuten in der West- und Mitteleuropäischen Diözese

Montag, 13 April 2026, 08:55

Die bulgarische Kathedrale „Hl. Zar Boris der Bekehrer“ in Berlin

Die bulgarische Kathedrale „Hl. Zar Boris der Bekehrer“ in Berlin

FOTO Alexandra Karamichalewa

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Die West- und Mitteleuropäische Diözese der Bulgarischen Orthodoxen Kirche hat, anders als die Diözesen in Bulgarien, ihre eigenen Besonderheiten. Ein Beispiel: Viele unserer orthodoxen Gemeinden im Ausland nutzen für Gottesdienste auf Bulgarisch Kirchen, die ihnen von anderen christlichen Gemeinschaften (katholisch oder protestantisch) zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sind die Tage um die Auferstehung Christi für orthodoxe Christen in Bulgarien arbeitsfrei, während dies für unsere Landsleute im Ausland meist nicht zutrifft. Hinzu kommt, dass der Weg zum nächstgelegenen bulgarischen Gotteshaus oft beträchtlich ist. 

Mit dem Diözesanbischof – dem west- und mitteleuropäischen Metropoliten Antonij – sprechen wir über all diese Faktoren, die die Planung der Gottesdienste zu Ostern, während der Karwoche und der Osterwoche bestimmen: 

London

FOTO Bulgarische Orthodoxe Kirche „Hl. Johannes von Rila“, London

„An Orten, an denen wir keine eigenen Kirchen haben, müssen wir uns nach den Zeitzonen und den Nutzungszeiten der Kirchen richten. Insgesamt sind unsere Geistlichen jedoch in den Kirchen präsent, und die Gottesdienste in der West- und Mitteleuropäischen Diözese konzentrieren sich vollständig auf den Sonntag, wenn unsere Landsleute die Möglichkeit haben, die Kirche zu besuchen. 

Zürich

FOTO Darina Grigorowa

In Berlin, dem Sitz des Metropoliten, gibt es drei Geistliche, von denen zwei an Ostern nach Zagreb und Genf reisen, damit auch diese Kirchen der bulgarischen Gemeinden nicht ohne Osterliturgie bleiben. Metropolit Antonij feiert traditionell das Fest der Feste – die Auferstehung Christi – in der Diözesanzentrale in Berlin. Mit wenigen Ausnahmen, wie in diesem Jahr das Osterhochamt in Dublin, Irland, wohin der Metropolit auf Einladung des bulgarischen Botschafters reist“, sagte Mitropolit Antonij.  

Genf

FOTO Darina Grigorowa

Dem Metropoliten zufolge wird die Auferstehung Christi jedes Jahr anders erlebt: 

„Es ist wirklich ein großes Fest, dessen Emotionen, liturgische Abfolgen und Feierlichkeit das menschliche Herz zum Beben, zur Freude und zum Erleben bringen. Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, die Gottesdienste am Karfreitag und an Ostern in Pamplona selbst zu zelebrieren, wo unsere Landsleute eine bulgarische orthodoxe Kirchenmission gründeten, gewidmet dem heiligen Fermin und der großen Märtyrerin Nedelja. Zu meiner großen Überraschung hatten die Frauen innerhalb kürzester Zeit, im ersten Jahr, ‚Das Begräbnis Christi‘ und ‚Klagelied‘ einstudiert und sangen von Herzen. Dieses Engagement hat mir große Freude bereitet, und ich erkannte, dass unsere Arbeit dort sich lohnt und wir unsere Bemühungen fortsetzen müssen“, erklärte der Metropolit.  

Das erste Gottesdienst in der neuen geistlichen Heimat der bulgarischen Gemeinde in Landshut

FOTO Generalkonsulat der Republik Bulgarien in München

In diesen unruhigen Zeiten der Spaltung, Angst, Kriege, Feindseligkeit und Hass lautet die Botschaft von Metropolit Antonij an alle Christen: 

„Sie sollen keine Angst haben, denn all das, was geschieht, liegt in Gottes Vorsehung und Erlaubnis. Als gläubige Christen wissen wir das. Natürlich sollten wir unser Gebet verstärken. Das würde ich raten, denn es ist das einzige Mittel, um Prüfungen, Leidenschaften, Sünden und alle Übel dieser Welt zu überwinden. Christus sagt über den Feind des menschlichen Heils und die himmlischen Geister des Bösen, dass sie nur durch Fasten und Gebet vollständig besiegt werden können. Daher sehen wir in der Geschichte der Menschheit, des Christentums und der Kirche, dass die Menschen in großen Prüfungen ihr Gebet intensivierten und eifrig fasteten, um das abzuwehren, was sie bedrohte oder belastete“, erzählte er.  

Gottesdienst am Karfreitag in Pamplona, Spanien, 23. April 2022

FOTO Bulgarische Orthodoxe Kirchliche Mission „Hl. Nedelja und Hl. Fermin“/Facebook

Der Metropolit betont, dass es in der heutigen Zeit, in der Desinformation und Fake News aus sozialen Netzwerken und Medien strömen, sehr schwierig ist, völlige Selbstkontrolle zu bewahren, und dass Herzen und Seelen unweigerlich bewegt werden.

FOTO Alexandra Karamichalewa

Die Auferstehung Christi ist ein Fest der Hoffnung, der Wiedergeburt und des Sieges. An die Gläubigen der ihm anvertrauten West- und Mitteleuropäischen Diözese richtet Metropolit Antonij folgende Worte: 

FOTO Alexandra Karamichalewa

„Ich wünsche unseren Landsleuten, dass sie den Glauben an Gott nicht verlieren, Bulgarien lieben, Prüfungen mit Geduld, mehr Gebet und mehr Eifer überwinden. Sie sollen die Antworten auf ihre Lebensfragen zuerst in sich selbst durch Gebet zu Gott suchen und dann in den Menschen um sie herum, denn in den meisten Fällen gestalten wir unseren Lebensweg selbst. Sie sollen das Gebet der Kirche suchen und die gnadenreichen Gaben nutzen, die der Heilige Geist reichlich in der Kirche Christi ausgießt! Sie sollen die Geistlichen aufsuchen, denen Gott ihre Seelen anvertraut hat, denn Gott hat uns, dem Klerus, die Aufgabe gegeben, eines Tages die Seelen, die uns anvertraut sind, vor Seinem Antlitz zu vertreten. Sie sollen Glauben, Vertrauen, Hoffnung und mehr Liebe haben – zu Gott, untereinander und zu sich selbst!“ 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov