Autor
Gergana Mantschewa
Dienstag 14 April 2026 15:31
Dienstag, 14 April 2026, 15:31
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Im April wurde der höchste Preisanstieg bei den wichtigsten Einzelhandelswaren seit Jahresbeginn verzeichnet – 2 Prozent.
Seit Juni vergangenen Jahres beträgt der kumulierte Preissprung 7,5 Prozent. Das zeigen Daten einer monatlichen Beobachtung der Preise von 21 grundlegenden Konsumgütern, die die Konföderation der unabhängigen Gewerkschaften in Bulgarien (KNSB) durchführt.
Die Gewerkschaft registriert den stärksten Anstieg bei Gurken – 73 Prozent – und Tomaten – 47 Prozent –, die derzeit aus dem Nahen Osten und aus Nachbarstaaten importiert werden. Auch bei Brot, Milch, Reis und Bohnen, traditionellen Bestandteilen der bulgarischen Küche, ist ein deutlicher Preisanstieg zu beobachten. Der Preis für das Grundbrot „Dobruscha“ ist innerhalb von weniger als einem Jahr um knapp 8 Prozent gestiegen, der Preis für Hühnerfleisch im selben Zeitraum um fast 5 Prozent. Als Gründe werden sowohl die Verteuerung von Futtermitteln als auch die Strompreise in der Produktion genannt, nicht zuletzt auch höhere Transport- und Verpackungskosten.
Die KNSB stellt zudem spekulative Preissteigerungen bei einigen Grundwaren entlang der Lieferkette zum Verbraucher fest. Reis, Bohnen und Milch erreichen in manchen Fällen Aufschläge von bis zu 67 Prozent, was eine strengere staatliche Kontrolle erforderlich mache.
KNSB-Präsident Plamen Dimitrow fasst zusammen:
„Die Schlussfolgerung ist, dass die Preise bei Waren des kleinen Warenkorbs steigen, und bei einigen Waren und Dienstleistungen sind die Erhöhungen nicht marktgerecht. Dabei sind die Preise bei uns sogar höher als in Ländern wie Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Es gibt keinerlei Marktlogik dafür, dass solche Güter im ärmsten EU-Land, Bulgarien, am teuersten sind.“
Die Preise für Transportdienstleistungen sind seit Jahresbeginn um 15 Prozent gestiegen. Besonders stark fiel die Erhöhung beim Diesel aus – um 45 Prozent; der Einzelhandelspreis liegt inzwischen bei über 1,70 Euro pro Liter.
Plamen Dimitrow
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Vor diesem Hintergrund empfehlen die KNSB-Experten dringende staatliche Maßnahmen zum Schutz vor Energiearmut. Laut Statistik leben rund zwei Millionen Bulgaren unter der Armutsgrenze. Die Gewerkschaft empfiehlt monatliche Hilfen von 60 Euro für besonders gefährdete Haushalte (die Übergangsregierung hatte eine ähnliche Unterstützung von 20 Euro eingeführt), die mit einem Einkommen leben, das doppelt unter der Armutsgrenze liegt, die in Bulgarien ab Anfang 2026 bei 390,63 Euro liegt.
Redakteurin: Miglena Iwanowa
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov