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Krassimir Martinow
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Montag 20 April 2026 13:55
Montag, 20 April 2026, 13:55
Botschaft von Bulgarien in Dublin
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Auch die bulgarische Gemeinschaft in Irland verfolgt aufmerksam die Parlamentswahlen und die Zukunft Bulgariens. „Bei den bevorstehenden Wahlen erwarten wir einen Anstieg der Wähler“, sagte Wеnко Stanew, Wahlaktivist und Landsmann, der seit 14 Jahren in Dublin lebt, im Gespräch mit dem Bulgarischen Nationalen Rundfunk. Er lebt dort mit seiner Frau und seinen drei Kindern.
Die Bulgaren in Irland können ihr Wahlrecht in sieben Wahllokalen ausüben, die mit Beschluss der Zentralen Wahlkommission vom 28. März 2026 festgelegt wurden. Zwei befinden sich in Dublin und jeweils eines in Ballyconnell, Dundalk, Limerick, Cork und Tullamore. Die bulgarische Botschafterin in Dublin, Wanja Andreewa, erklärte, dass eine sehr gute Organisation der Wahlen gewährleistet sei und die Gemeinschaft aktiv daran mitwirke:
„Das ist ein äußerst wichtiger Moment für Bulgarien und für uns alle als bulgarische Staatsbürger. Deshalb liegt unser Fokus vollständig auf der Organisation der Wahlen, die reibungslos ablaufen müssen. Wir haben die bulgarischen Organisationen und Freiwilligen vor Ort um Unterstützung gebeten – sie haben sofort reagiert. Wir sind glücklich, eine so engagierte, lebendige und gut organisierte Gemeinschaft in Irland zu haben“, sagte Wanja Andreewa.
Wenko Stanew
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Wеnко Stanew gehört zu diesen aktiven Mitgliedern der Gemeinschaft. Neben seinem Engagement bei Wahlen ist er Vorsitzender des Elternrats der bulgarischen Sonntagsschule „Asbuka“. Auf die Frage, ob sich die Bulgaren in Irland für die Wahlen und die Entwicklung Bulgariens interessieren, antwortete er, ohne zu zögern:
„Natürlich, sehr sogar. Meine Familie und ich nehmen immer teil. Dieses Jahr habe ich sogar die Einrichtung einer Wahlkommission in einem Stadtteil von Dublin beantragt. Viele Menschen haben sich bei uns registriert, um zu wählen. Die gesamte bulgarische Gemeinschaft verfolgt die Ereignisse in Bulgarien sehr aufmerksam“, erzählte Stanew.
Spürt er bei Besuchen in Bulgarien Veränderungen zum Besseren?
„Ja, ich sehe Verbesserungen. Ich bin vor langer Zeit ausgewandert, und eine der sichtbarsten Veränderungen ist die Fahrkultur. Vor zehn Jahren war es selten, dass Autofahrer Fußgängern Vorrang gewähren. Gleichzeitig gibt es viele Dinge, die verbessert werden müssen. Besonders auffällig ist der starke Preisanstieg in den letzten Jahren. Als ich vor 14 Jahren nach Irland kam, waren die Preise dort vier- bis fünfmal höher. In den letzten ein bis zwei Jahren sind einige Lebensmittel in Bulgarien sogar teurer als hier, während die Löhne deutlich niedriger bleiben“, so Stanew.
Bulgarien ist das am häufigsten wiederholte Wort der Schüler der bulgarischen Schule „Asbuka“ in Dublin.
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Welche Erwartungen hat er an die Politiker?
„Das Wichtigste ist, dass sie fleißig sind – aber nicht nur für sich selbst arbeiten, sondern auch für das Gemeinwohl. Für die Bulgaren im Ausland habe ich konkrete Vorschläge: Die Lehrpläne sollten an das Sprachniveau der Kinder angepasst werden, die außerhalb Bulgariens leben. Derzeit richten sich viele Programme an Kinder mit sehr hohem Sprachniveau. Außerdem wäre es sinnvoll, eine Institution zu schaffen, in der auch Erwachsene Bulgarisch lernen und entsprechende Zertifikate erwerben können – ähnlich wie beim Instituto Cervantes, der Alliance Française oder dem Goethe-Institut“, sagte Andreew.
Zweite Klasse der „Asbuka“-Schule in Dublin im Bulgarischunterricht
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Viele Fragen, Ideen und Erwartungen werden die Bulgaren in Irland – und weltweit – zu den Wahlurnen am 19. April 2026 begleiten. Ob sie gestellt und vor allem gehört werden, bleibt abzuwarten.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov