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Parlamentswahlen - 19. April 2026

Bulgaren in Genf bevorzugen Maschinenwahl

Sonntag, 19 April 2026, 15:33

Bulgaren in Genf bevorzugen Maschinenwahl

FOTO Privatarchiv

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Nach inoffiziellen Angaben leben in Genf zwischen einigen Hundert und knapp 2.000 Bulgaren, die meisten davon hochqualifizierte Fachkräfte oder Mitarbeiter internationaler Organisationen. Einer von ihnen ist Marin Katschamakow, der bereits zum achten Mal in den Wahlprozess für bulgarische Parlamentswahlen eingebunden ist und heute den Vorsitz der Wahlkommission im Wahllokal in Genf innehat.

Die Abstimmung verläuft bisher normal. In unserem Wahllokal haben zwischen 300 und 500 Personen gewählt. Bislang ist die älteste Bürgerin, die ihr Wahlrecht per Maschinenwahl ausgeübt hat, eine 79-jährige Dame. Ich gehe davon aus, dass wir diesen ‚Rekord‘ bis zum Ende des Tages noch übertreffen werden. Ältere Menschen kommen mit den Maschinen problemlos zurecht, und wir haben viele Beispiele dafür“, sagte Marin Katschamakow.

Der heutige Tag in Genf ist sonnig und angenehm, und viele Menschen verbinden ihren Sonntagsausflug mit dem Wählen, sagte Katschamakow gegenüber Radio Bulgarien. Er erwartet, dass die Wahlbeteiligung bis zum Ende des Wahltags um 20.00 Uhr Ortszeit hoch bleiben wird.

FOTO pixabay

Das Wahllokal verfügt über eine Wahlmaschine, und derzeit bevorzugen die Wähler diese Möglichkeit, sagte der Vorsitzende der Wahlommission in Genf. Zum Vergleich: Bei den Wahlen im Oktober 2024 haben in diesem Wahllokal 317 Personen gewählt, davon 235 per Maschine und 82 mit Papierstimmzettel.

Die Menschen hoffen, dass sich die Lage in Bulgarien verbessert, sie hoffen auf ein besseres Finanzmanagement des Landes und weniger Korruption. Die Regierenden sollen den Bürgern stärker Rechenschaft darüber ablegen, wie ihr Geld ausgegeben wird“, meint Marin Katschamakow.

FOTO BTA

Er ist überzeugt, dass die Wähler, die Interesse und Engagement zeigen, gut über die Wahlprogramme der Parteien informiert sind. „Die Menschen schauen immer weniger Fernsehen, und vielleicht ist das auch richtig so – wer sich informieren will, informiert sich“, sagte Katschamakow. Er betonte, dass die Kandidaten für die 52. Volksversammlung die im Ausland lebenden Wähler vor allem über neue Kommunikationskanäle und soziale Netzwerke erreichen.

Die Ursache für die erwartete höhere Wahlbeteiligung sieht er in der Hoffnung:

Das ist meine persönliche Meinung, aber ich denke, die Menschen wollen mit ihrem Votum zeigen, dass sie an der Zukunft ihrer Kinder, ihrer eigenen Zukunft und der Zukunft Bulgariens teilnehmen. Und sie sehen, was in Ungarn passiert ist – mit 80 Prozent Wahlbeteiligung können sich die Dinge verändern. Mein Appell an alle, die noch zögern, ob sie Zeit zum Wählen aufbringen sollen, lautet: Tun Sie es! Das ist nicht nur für Sie, sondern auch für Ihre Kinder“, so Marin Katschamakow abschließend.

Er hat Bulgarien vor fast 34 Jahren verlassen und lebt seit 18 Jahren in Genf. Seine gesamte berufliche Laufbahn hat er außerhalb der Heimat aufgebaut, bleibt jedoch weiterhin stark in die Entwicklungen hier eingebunden und ist ein überzeugter Verfechter der freien Meinungsäußerung durch Wahlen.


Übersetzung: Rossiza Radulowa