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Politische Reaktionen nach den Ergebnissen der Parlamentswahlen

Sonntag, 19 April 2026, 23:57

Rumen Radew

Rumen Radew

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Heute fanden in Bulgarien vorgezogene Wahlen zur 52. Volksversammlung statt. Nach dem Ende des Wahltages folgten Reaktionen der politischen Kräfte.









„Wir werden alles daransetzen, um zu verhindern, dass wir erneut zu Wahlen gehen müssen“, sagte der Vorsitzende der Wahlsiegerpartei „Progressives Bulgarien“ und ehemalige Präsident Bulgariens (2017–2026), Rumen Radew.

„Wir sind bereit für verschiedene Optionen, damit Bulgarien eine reguläre und stabile Regierung erhält“, erklärte er. Radew betonte, dass Bulgarien auf seinem europäischen Weg bleiben werde, jedoch mit einem pragmatischeren Ansatz: „Bulgarien wird seinen europäischen Weg fortsetzen, aber Europa braucht kritisches Denken und Pragmatismus.“

Seinen Worten zufolge sei der Sieg von „Progressives Bulgarien“ ein „symbolischer Sieg der gesellschaftlichen Energie gegen das Misstrauen in die Politik“. Radew dankte den im Ausland lebenden Bulgaren, die stundenlang in Warteschlangen standen, um ihre Stimme abzugeben, sowie den Mitgliedern der Wahlkommissionen, den Behörden und den Organen des Innenministeriums für ihre Anstrengungen im Kampf gegen den Stimmenkauf.

Auf die Frage nach den künftigen Schritten von „Progressives Bulgarien“ und der Justizreform zeigte sich Radew entschlossen, dass sein Programm konkrete Maßnahmen vorsehe. „Wir haben ein umfassendes, sehr detailliert ausgearbeitetes Konzept zur Demontage des oligarchischen Modells. Diesen Weg werden wir verfolgen“, sagte er.

Rumen Radew

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„Keine Koalitionen, keine Konstruktionen! Eine Wahl zu gewinnen ist eine Sache, zu regieren eine völlig andere. Wahlen entscheiden, wer Erster wird, aber Verhandlungen entscheiden, wer regiert. In der Politik wie im Leben braucht man Geduld“, erklärten aus GERB nach den ersten Ergebnissen auf ihrer Facebook-Seite. 

Bei seiner Stimmabgabe heute sagte GERB-Chef Bojko Borissow, dass GERB nicht an Koalitionen teilnehmen werde und die Chancen für eine Regierung gering seien. Er erinnerte daran, dass GERB im Laufe der Jahre an verschiedenen Koalitionen beteiligt war, stellte jedoch klar: „Ich sehe derzeit nicht, mit wem wir eine Koalition bilden könnten.“ Gleichzeitig betonte er, dass die Partei in geopolitischen Fragen, etwa der Verteidigung, eine konstruktive Opposition sein werde. Bei diesen Wahlen erzielte GERB ihr schwächstes Ergebnis.

Bojko Borissow - GERB

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„Es ist sportlich, den Gewinner dieser Wahl – Herrn Rumen Radew – zu gratulieren, und wir gratulieren ihm. Der Kampf um die Fairness der Wahl ist jedoch noch nicht beendet“, sagte Assen Wassilew von der Koalition PP-DB nach der Wahl. 

In einer Stellungnahme erklärte die Koalition, dass PP-DB im neuen Parlament Garant für den europäischen Weg Bulgariens sein werde. 

Assen Wassilew - PP-DB

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„Wir danken jedem von Ihnen, der die einzige Partei gewählt hat, die die bulgarischen nationalen Interessen verteidigt! Wir erwarten die endgültigen Ergebnisse!“, schrieben von „Wiedergeburt“ auf Facebook.

Bei seiner Stimmabgabe heute betonte der Vorsitzende von „Wiedergeburt“, Kostadin Kostadinow, dass Bulgarien eine unabhängigere Politik verfolgen, seine nationale Währung behalten und einen eigenständigen wirtschaftlichen Kurs einschlagen müsse. Seinen Worten zufolge sei eine Neuverhandlung bestimmter Beziehungen innerhalb der EU erforderlich.

Kostadin Kostadinow - „Wiedergeburt“

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„Wir möchten allen bulgarischen Bürgern danken, die ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Das zeigt, dass unsere Demokratie lebendig ist“, erklärte Krum Sarkow, der die BSP im Februar übernahm. Er betonte, dass die Ergebnisse noch nicht eindeutig zeigen, ob die BSP im Parlament vertreten sein wird, und dass dies in den kommenden Stunden und Tagen geklärt werden müsse. Sarkow gratulierte der Partei von Rumen Radew („Progressives Bulgarien“) zum erzielten Erfolg und unterstrich, dass Bulgarien endlich eine stabile, kompetente und integre Regierung brauche. Nach seinen Worten sei die BSP bereit, mit anderen politischen Formationen zusammenzuarbeiten – „aber auf klaren Prinzipien: Transparenz, gegenseitiger Respekt und Gleichberechtigung“. 

Krum Sarkow - BSP

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RedakteurinMiglena Iwanowa 

ÜbersetzungLyubomir Kolarov