Autor
Gergana Mantschewa
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Sonntag 19 April 2026 23:18
Sonntag, 19 April 2026, 23:18
FOTO Privatarchiv
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Aus Tschechien sind allein für diese Wahlen über 1.000 Vorabanmeldungen zur Stimmabgabe bei der Zentralen Wahlkommission (ZIK) eingegangen, und zwar von Bulgaren, die in verschiedenen Städten des Landes leben. Dennoch wurden – wie schon bei den vorangegangenen Wahlen – im gesamten Land nur drei Wahllokale bei der bulgarischen Botschaft in Prag eingerichtet.
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Eine persönliche Erhebung unserer Landsfrau in Tschechien zeigt, dass zwar Interesse an der Wahl besteht, jedoch keine Vereinbarung zwischen Bulgarien und den tschechischen Behörden über die Einrichtung weiterer Wahllokale außerhalb der diplomatischen Vertretung in Prag getroffen wurde. Sie wertet dies als Versäumnis der Botschaft. Dabei gebe es durchaus Erfahrungen aus früheren Jahren, in denen die Bulgaren in sieben verschiedenen Orten im Land wählen konnten.
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„In zwei Wahllokalen wurde mit Papierstimmzetteln gewählt, eines hatte eine Wahlmaschine“, berichtete Irina Angelowa aus der Stadt Mladá Boleslav in Tschechien. „Diejenigen von uns, die sich auf der Plattform der ZIK für das Ausland registriert hatten, wurden in großen Listen veröffentlicht. Die große Überraschung war, dass viele Menschen spontan kamen und ihre Anträge direkt vor Ort ausfüllten. Ich traf auch eine Gruppe von Touristen – insgesamt zehn Gruppen aus Bulgarien kamen nach Prag und haben dort gewählt. Eine Gruppe bestand aus 43 Personen, einem Tanzensemble, das zu einem Auftritt in Prag angereist war. Auch einzelne Bulgaren kamen aus verschiedenen Städten. Ein Mann sagte, er bedauere sehr, dass es in Brno kein Wahllokal gebe und er deshalb nach Prag reisen müsse. Dasselbe sagte eine Frau, die an der Grenze zu Polen lebt, wo viele Bulgaren wohnen. Um 7.30 Uhr morgens waren in meinem Wahllokal bereits etwa 30 Menschen. Später sagte mir der Konsul, dass mehr als 400 Menschen gewählt hätten und die Menschen am Nachmittag in großen Gruppen gekommen seien. Die Wahlbeteiligung war also hoch, höher als vor einem Jahr. Aus den Wahllokalen hieß es, dass man den Andrang bewältige. Unten auf der Treppe sah ich außerdem lange Warteschlangen in allen drei Wahllokalen in Prag.“
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Die Bulgarin betonte zudem, dass dort in den Jahren 2021 und 2022 in sieben Wahllokalen in verschiedenen Städten des Landes gewählt wurde. Allein in ihrer Stadt Mladá Boleslav lebten derzeit rund 2.000 Bulgaren.
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In Tschechien gebe es jedoch über all die Jahre hinweg maximal etwa 2.500 Wähler. „Das Problem ist, dass wir nicht genügend Führungskräfte und Freiwillige haben, die den Wahltag organisieren“, sagte Irina Angelowa.
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov