Autor
Weneta Nikolowa
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Ungewöhnlicher Unterwasserpark zieht Taucher vor der Insel Hl. Anastasia an
Montag 25 Mai 2026 14:57
Montag, 25 Mai 2026, 14:57
FOTO Pawel Samarin
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In den Gewässern rund um die Insel Hl. Anastasia entfaltet sich ein beinahe märchenhaftes Schauspiel: In 18 Metern Tiefe im Schwarzen Meer erhebt sich eine orthodoxe Kapelle, gegenüber „parkt“ eine sowjetische „Tschajka“ mit verchromtem Kühlergrill. In unmittelbarer Nähe zeichnet sich die Silhouette eines Militärlastwagens ZIL-157 ab, und wer sich der Fahrerkabine nähert, steht plötzlich einem „Fahrer“ gegenüber – einer Puppe in voller Tauchausrüstung. Dieses Unterwasser-Ensemble wurde vom Verein „Freunde des Meeres – Burgas“ mit Unterstützung der Stadt Burgas geschaffen und im Juni offiziell eröffnet, berichtete dessen Vorsitzender Stojan Dimitrow.
Stojan Dimitrow
FOTO „Freunde des Meeres – Burgas“
„Rund um die Insel gibt es genügend natürliche Unterwasserschönheiten – Felsen, Meeresleben, Algen. Entfernt man sich jedoch ein wenig, stößt man auf einen flachen Meeresboden, der nur mit Muschelschalen bedeckt ist. Bereits 2023 haben wir eine Kapelle in Originalgröße versenkt, ausgestattet mit Ikonen und Kreuzen und nach orthodoxen Regeln geweiht. Sie befindet sich in etwa 15 Metern Tiefe, rund 150 Meter von der Insel entfernt. Daneben steht auch eine Statue der heiligen Anastasia. Es gibt eine Boje zum Festmachen – man kann den Ort per Boot oder sogar mit einem Schiff erreichen“, sagte Dimitrow.
FOTO „Freunde des Meeres – Burgas“
Da ein durchschnittlicher Tauchgang etwa 50 bis 60 Minuten dauert, beschloss das Team, das Erlebnis für Taucher durch zusätzliche Attraktionen zu erweitern und den Ort in einen Unterwasserpark zu verwandeln.
FOTO Tatjana Bajkuschewa
„Dank des Verteidigungsministeriums und des Nationalen Sicherheitsdienstes erhielten wir einen ZIL-157 mit Funkstation sowie eine Regierungslimousine vom Typ GAZ-13, die sogenannte ‚Tschajka‘. Gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern bereiteten wir die Fahrzeuge für das Versenken vor – wir entfernten Kunststoffe, Öle und andere umweltschädliche Materialien. Zusätzlich haben wir zwei Jeep-Karosserien installiert, die ebenfalls gereinigt wurden.
FOTO Plamen Michowski
Im ZIL befindet sich eine Puppe in Tauchausrüstung – ideal für originelle Selfies. Zu allen Objekten führen Orientierungslinien, da es rund um die Insel magnetische Anomalien gibt und der Kompass nicht immer zuverlässig funktioniert“, so Dimitrow.
Die Fahrzeuge stehen auf Betonfundamenten und wurden bewusst perforiert, damit Meeresbewohner hineinschwimmen, sich verstecken und dort leben können. Die Hohlräume im Beton wirken wie kleine „Hotelzimmer“ für die Meeresfauna, erklärte Dimitrow:
„Das war unser zweites Hauptziel – neben einer Attraktion für Taucher wollten wir ein künstliches Riff schaffen, das als Lebensraum für Meeresorganismen dient. Das ist weltweit eine bewährte Praxis zur Wiederherstellung des Unterwasserlebens. Die Kapelle, die wir 2023 versenkt haben, zeigt bereits, dass das funktioniert – sie ist inzwischen vollständig bewachsen. Mit den Fahrzeugen entstehen noch mehr Rückzugsorte für Meereslebewesen. Die nächsten Exponate werden wahrscheinlich Fluggeräte sein.“
FOTO Plamen Michowski
Der Unterwasserpark ist für zertifizierte Taucher bereits ab dem niedrigsten Ausbildungsniveau (Open Water) zugänglich. Die maximale Tiefe beträgt 18 Meter – dort befindet sich auch der ZIL-Lastwagen. Bereits in den ersten Wochen nach der Eröffnung verzeichnete der Verein neugierige Besucher und hofft auf steigendes Interesse bis zum Ende der Saison.
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Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov