Autor
Joan Kolew
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Auftakt von „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“
Ensembles „Warna“ und „Lasarka“ gemeinsam auf der Bühne in München
Freitag 15 Mai 2026 10:15
Freitag, 15 Mai 2026, 10:15
FOTO Ensemble „Warna“
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Das Folkloreensemble Ensemble Warna ist Ehrengast der elften Ausgabe des wandernden Treffens „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“, das vom 15. bis 17. Mai in München stattfindet. In seiner 66-jährigen Geschichte hat das Ensemble aus der bulgarischen Schwarzmeermetropole seinen Beitrag zur Erforschung, Aufführung und Popularisierung des bulgarischen Folkloreerbes eindrucksvoll unter Beweis gestellt. ,
Ein interessanter Umstand verbindet die Gäste aus Warna mit den diesjährigen Gastgebern des Treffens – dem Münchner Ensemble Ensemble Lasarka. Die Grundlagen beider Formationen wurden vom Choreografen Beltscho Stanew gelegt. Deshalb betrachtet der heutige künstlerische Leiter der Warnaer Gruppe – sein Sohn Julian Stanew – das deutsche Ensemble als eine „kleinere Schwester“.
Julian Stanew
FOTO Facebook
„1991 gründete mein Vater gemeinsam mit einer Deutschen – Kamila Will – das Ensemble ‚Lasarka‘. Anfangs bestanden die Tänzer nur aus Deutschen, später wurden es unter der Leitung des heutigen Direktors Plamen Petkow ausschließlich Bulgaren. Auch er war Tänzer in Bulgarien, bevor er nach Deutschland ging – allerdings in Russe. Bis heute fahren meine Frau und ich alle paar Monate nach München und organisieren gemeinsame intensive Tanzlager“, erzählte Julian Stanew im Interview für Radio Bulgarien.
Bei der neuen Ausgabe des Treffens „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgariens“ wird diese enge Verbindung der beiden Ensembles auch auf der Bühne der Münchner „BMW Arena“ sichtbar werden.
„Unser Programm wird etwa eine Stunde dauern. Wir werden Dobrudscha-Tänze aufführen, dazu tritt unser Chor mit sechs Sängerinnen und das Orchester auf. Anschließend präsentieren wir Tänze mit thrakischen Motiven, während Orchester und Chor Lieder aus ganz Bulgarien darbieten. Zum Abschluss unseres Auftritts werden wir gemeinsam mit ‚Lasarka‘ eine Reihe von Schopentänzen aufführen“, erklärte Julian Stanew.
FOTO Facebook /Lazarka
Er beschreibt den Tanz als eine Hingabe, die durch nichts ersetzt werden könne. Seine gesamte Familie habe ihr Leben dieser Kunst gewidmet:
„Wir sind die einzige Familie, in der alle Choreografen sind. Meine Mutter, mein Vater, ich und meine Frau – wir alle haben die Choreografieschule in Sofia und die Akademie für Musik- und Tanzkunst in Plowdiw absolviert. Genau wie meine Eltern kennen auch meine Frau und ich uns bereits aus der Schulzeit. Der Tanz beginnt als Hobby, das man zum Beruf macht. Und wenn man später auch davon leben kann, ist das wunderbar. Wir hatten im Laufe der Jahre viele schwierige Momente, auch finanzielle, aber wir haben durchgehalten, weil man etwas, das 65 Jahre lang aufgebaut wurde, nicht einfach zerstören kann“, ist der Choreograf überzeugt.
Die Schule des Ensembles „Warna“ ist für viele Menschen zugleich Zuhause, Familie und eine Schule für Folklore und Patriotismus. Dort werden mehr als 200 Tänzer, Musiker und Sängerinnen in Kinder- und Jugendgruppen ausgebildet. Die Kinderschule trägt den Namen Ensemble „Bulgartsche“.
Ensemble „Bulgartsche“
FOTO odk-varna.com
„Dieser besondere ‚Inkubator‘, der Kinder für das große Ensemble vorbereitet, wurde von meinen Eltern gegründet. Heute leitet ihn meine Frau – bei ihr tanzen 250 Kinder ab sieben Jahren. Wenn sie die 9. oder 10. Klasse erreichen, wechseln sie in das Ensemble ‚Warna‘“, erzählte Julian Stanew weiter.
Bis heute haben mehr als 500 Amateurkünstler aus drei Generationen das Ensemble „Warna“ durchlaufen. Die Gruppe gab über 2.000 Konzerte in Bulgarien und weltweit – auf allen Kontinenten außer der Antarktis. Überall präsentierten die Tänzer die zeitlose Weisheit und Ausstrahlung des bulgarischen Volkstanzes. Nun steht ihnen die Begegnung mit dem Publikum in München bevor, wo sich fast 120 bulgarische Amateur-Tanzgruppen aus aller Welt treffen werden.
FOTO bti.bg
Auch Radio Bulgarien wird Zeuge dieses großen Tanzereignisses sein, bei dem Bulgaren aus ganz Europa, Amerika und sogar Südafrika Hand in Hand tanzen werden. Verfolgen Sie unsere Beiträge, in denen wir Sie an der Emotion des Treffens teilhaben lassen. Der Höhepunkt wird am Sonntag, dem 17. Mai, der Große Reigen sein, wenn sich alle Teilnehmer gemeinsam zum Tanz fassen. Es wird sich von 10.00 bis 12.00 Uhr Ortszeit auf dem Münchner Max-Joseph-Platz entfalten.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov