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Magie des Sirba Oktet kommt im Rahmen des Europäischen Musikfestivals nach Sofia

Donnerstag, 14 Mai 2026, 18:40

Magie des Sirba Oktet kommt im Rahmen des Europäischen Musikfestivals nach Sofia

FOTO Caroline Doutre

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Nach einer Reihe klassischer Veranstaltungen beim Europäisches Musikfestival schlägt das Programm im Mai eine neue Richtung ein – mit dem ersten Gastspiel des Sirba Oktet in der bulgarischen Hauptstadt. Der Gründer des Ensembles, Richard Schmoucler, Geiger und Musikpädagoge mit klassischer Ausbildung, hat seine Karriere in renommierten französischen Orchestern aufgebaut. Unter seiner Leitung konzertiert das Oktett in bedeutenden europäischen Sälen wie der Philharmonie de Paris, dem Concertgebouw in Amsterdam und dem Musikverein in Wien. Die Aufnahmen des Ensembles wurden mit dem Preis „Choc Classica“ ausgezeichnet. 

FOTO europeanmusicfestival.bg

Am 16. Mai 2026 präsentieren die Musiker aus Frankreich im Sofia Live Club ihr Programm „Tanz!“, das Traditionen wie Klezmer, Jazz und Folklore verbindet. Es verspricht ein faszinierendes Erlebnis zu werden, in dem unterschiedliche Stile und Kulturen – von Osteuropa bis Paris – aufeinandertreffen. 

Klezmer ist ein Musikstil, der seit Jahrhunderten in den jüdischen Gemeinden Osteuropas gepflegt wird. „Im Unterschied zu anderen Traditionen haben wir hier nur Instrumente, doch sie können die gesamte Palette menschlicher Emotionen ausdrücken – Lachen, Trauer und Freude. Die Instrumente ‚singen‘ förmlich … Diese Musik bewahrt die Erinnerung und die schönen Emotionen des Lebens in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg“, sagt Richard Schmoucler.

FOTO Lyodoh Kaneko

Auch die persönliche Geschichte des Geigers ist vielschichtig. In seiner Familie verbinden sich rumänische, polnische und moldauische Wurzeln. Seine Vorfahren wanderten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nach Westeuropa aus. Dieses Gefühl von Bewegung und kultureller Vermischung prägt spürbar die Projekte der Formation, zu der Musiker führender französischer Ensembles gehören, darunter das Orchestre de Paris, das Nationalorchester Frankreichs und das Orchester der Pariser Oper. 

„Uns verbindet die Idee, das zu tun, was große Komponisten wie Bartók, Kodály, Liszt und Brahms getan haben – nämlich Volksmusik durch das Prisma klassischer Traditionen zu präsentieren“, erklärt der künstlerische Leiter des Sirba Oktet. Der Name der Formation leitet sich vom traditionellen rumänischen Tanz „Sârba“ ab, der im Kreis getanzt wird und ein Gefühl von Nähe und gemeinschaftlichem Erleben vermittelt. 

FOTO Caroline Doutre

Seit 2003 entfaltet das Sirba Oktet eine rege Konzert- und Aufnahmetätigkeit. Das Debütalbum A Yiddishe Mame aus dem Jahr 2005 zog sofort die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritik auf sich. Das Ensemble entwickelte einen eigenen Stil, der als „Classical World“ bezeichnet wird – ein musikalischer Raum, in dem Genregrenzen verschwimmen und Emotion sowie Virtuosität im Mittelpunkt stehen. 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov