Autor
Daniela Goleminowa
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Bulgarischer Klub aus Brüssel bei „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgarien“
Freitag 15 Mai 2026 20:45
Freitag, 15 Mai 2026, 20:45
FOTO Klub „Na Horoto w Brjuxel“
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Von heute bis Sonntag ist München Treffpunkt für Bulgaren aus aller Welt, vereint durch den Rhythmus des Tanzes und die Schönheit der bulgarischen Folklore.
Das Programm der 11. Ausgabe des Festivals „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgarien“ ist dicht gefüllt – innerhalb von drei Tagen treten 108 Gruppen und neun Solokünstler auf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Liebe le, liebe, schönes...“.
Der Klub „Na Horoto w Brjuxel“ gehört zu den Teilnehmern der diesjährigen Ausgabe des Folklorefestivals.
„Wir reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln an und fast unsere gesamte Gruppe ist bereits in München“, erzählte Maria Zwetkowa, Leiterin des Klubs „Na Horoto w Brjuxel“
Maria Zwetkowa
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„Gestern Abend haben wir einen kurzen Spaziergang durch München gemacht und auf dem ersten Platz, den wir erreichten, sahen wir einen Reigen, bei dem wir sofort mittanzten. Es stellte sich heraus, dass es die Gruppe aus Köln war. Genau solche Momente entstehen gewöhnlich in Städten, in denen das Festival stattfindet. München beginnt die Atmosphäre also bereits zu spüren. Einer der Plätze der Stadt wurde schon von einem bulgarischen Reigen geprägt“, berichtete Maria Zwetkowa.
Mit welchem Tanz wird der Klub aus Brüssel auftreten?
„Für die diesjährige Ausgabe haben wir eine neue Choreografie vorbereitet, die dem Thema des Festivals – ‚Liebe le, liebe, hubawo...‘ – angepasst ist. Es handelt sich um einen thrakischen Tanz des Choreografen Dr. Wenzeslaw Nedeltschew aus Russe. Er hat etwas geschaffen, das uns sehr begeistert. Er suchte nach Vorbildern, die selten in thrakischen Bühnentänzen umgesetzt werden. Es sind Reigen, die nicht besonders bekannt sind. Eines davon stammt sogar aus Westthrakien – einer Region, die heute außerhalb der Grenzen Bulgariens liegt. Durch Folkloreexpeditionen wurden diese typisch bulgarischen Tänze wiederentdeckt, denn ein Teil der Bevölkerung dort bestand aus ethnischen Bulgaren. Das Ergebnis ist etwas ausgesprochen Interessantes und wir freuen uns darauf, es auf dieser großen Bühne zu zeigen. Wir tanzen mit großer Freude, weil es sich von den üblichen thrakischen Tänzen unterscheidet, die sonst auf der Bühne präsentiert werden“, sagte die Choreografin bewegt.
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„Das Festival hat klare Regeln. Wegen der enormen Zahl an Gruppen – in diesem Jahr 108 – wurde die Auftrittszeit im Vergleich zu früheren Ausgaben verkürzt. Unser Klub verfügt über sechs Minuten und drei Sekunden für den thrakischen Tanz ‚Für ein Tuch‘. Wir wollten humorvolle Elemente und gute Stimmung einbringen. Wir hoffen, dass das Publikum diese sechs Minuten mit uns erlebt, in denen durch den Tanz die Geschichte eines Mädchentuchs erzählt wird. Das Einstudieren war vor allem wegen der kurzen Vorbereitungszeit eine Herausforderung. In Brüssel sind viele beruflich unterwegs, daher konnten wir nicht jede Woche in voller Besetzung proben. Auch der Choreograf war sehr beschäftigt und wir haben die Choreografie erst Anfang Februar entwickelt. Innerhalb von zwei Tagen mussten wir alles lernen. Es gibt Solisten sowie Ensembleauftritte von Frauen-, Männer- und gemischten Gruppen. Eine Vorpremiere konnten wir bereits am Europatag im Ausschuss der Regionen zeigen, doch dort waren Bühne und Publikum ganz anders. Auf der großen Bühne wird es unsere eigentliche Premiere sein und alle sind sehr aufgeregt“, erklärte Zwetkowa.
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Was macht das Festival „Auf dem Dorfplatz des anderen Bulgarien“ so einzigartig?
„Nicht nur als Choreografin, sondern auch als Bulgarin würde ich sagen, dass das Besondere dieses Festivals die Möglichkeit ist, einander kennenzulernen und mit Freude zu sehen, was die anderen Gruppen geschaffen haben, denn alle haben sich außerordentlich bemüht. Dieses Festival ist einzigartig“, sagte Maria Zwetkowa abschließend.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov