Kultur

Artikel

Die Bulgaren in Nevada – 25 Jahre Traditionen und Gemeinschaft in Las Vegas

Samstag, 16 Mai 2026, 16:39

Die Bulgaren in Nevada – 25 Jahre Traditionen und Gemeinschaft in Las Vegas

FOTO Privatarchiv

Schriftgröße

In diesem Jahr begeht die Bulgarisch-Amerikanische Vereinigung in Nevada ihr 25-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird während des fünften Festivals für Kultur und Kunst in Las Vegas gefeiert, das am 17. Mai Bulgaren aus der Stadt sowie zahlreiche Gäste aus verschiedenen Bundesstaaten zusammenbringen wird, um Musik, Tänze und Traditionen aus Bulgarien zu präsentieren.

Am Programm beteiligen sich die Folkloreformation „Scharawa“, die neu gegründete Formation „Reigen ohne Grenzen“ sowie Dutzende Vertreter der bulgarischen Gemeinschaft in der Stadt der Unterhaltung.

Nikolaj Kaltschew, der zu den ersten Mitgliedern der Organisation zählt, erinnert sich noch gut an die Anfänge Ende der 1990er Jahre, als immer mehr Bulgaren nach Las Vegas kamen.

Nikolaj Kaltschew und seine Ehefrau Petja

FOTO Privatarchiv

Ich bin seit 1998 in Vegas, und damals kamen viele Bulgaren her“, erzählte er der Mitarbeiterin von Radio Bulgarien Mariaa Samitschkowa. „Wie Sie wissen, ermöglichten es die legalen ‚Green Cards‘ vielen Landsleuten, nach Amerika zu kommen. Las Vegas begann damals zu wachsen und verwandelte sich von einer kleinen Touristenstadt in etwas Grandioses. Die Stadt brauchte Menschen aus aller Welt, die hier arbeiten. So gab es hier viele Bulgaren, aber wir hatten keine eigene Organisation. Wir sprachen darüber, eine Kirche oder einen Klub zu gründen, doch alles war sehr kompliziert. Deshalb brauchte es eine solche Vereinigung. Dank Krassimir Teofilow und Ramona Dimtschewa, die kleine Unternehmen hatten, aber ehrgeizige Bulgaren waren, wurden wir schließlich zusammengebracht. Im Jahr 2000 organisierten sie ein großes Treffen. Es fanden sich viele Bulgaren ein, vielleicht 300 bis 400 Landsleute, und so entstand die Initiative“, sagte Nikolaj Kaltschew.

Das Team der Vereinigung

FOTO Privatarchiv

Die Idee nahm nach einem Konzert des beliebten Sängers Georgi Christow endgültig Gestalt an. Organisiert wurde es mit Unterstützung eines weiteren Stars der bulgarischen Popszene – Kitschka Bodurowa, die damals in Las Vegas lebte. Im Jahr 2001 wurde die Bulgarisch-Amerikanische Vereinigung in Nevada offiziell registriert. Viele weitere Landsleute schlossen sich der Initiative an.

Einer von ihnen war Ingenieur Ilija Beschanski, ein sehr bekannter Architekt, ebenso die Sängerin Kitschka Bodurowa und Dr. Iwan Karabaschew, leider inzwischen verstorben – ein äußerst engagierter Mann. Diese Menschen reichten uns die Hand und stellten auch finanzielle Mittel zur Verfügung, damit diese Vereinigung in Leben gerufen werden konnte. Damals entstand die Idee, eine bulgarische Kirche zu gründen, doch bis heute übersteigt das unsere Möglichkeiten. Andere Ideen konnten wir jedoch verwirklichen. Eine davon war die Gründung einer bulgarischen Schule. In den Jahren 2007–2008 wurde die Schule ‚Wassil Lewski‘ eröffnet – die älteste bulgarische Schule in unserer Region“, erläuterte Nikolaj Kaltschew.

FOTO Bulgarisch-Amerikanische Vereinigung in Nevada

Heute ist diese älteste Schule nicht mehr aktiv, seit einem Jahr hat sie die Tätigkeit eigestellt, doch bulgarische Kinder in Las Vegas lernen weiterhin in zwei anderen Sonntagsschulen Lesen und Schreiben in kyrillischer Schrift. Die Vereinigung organisiert weiterhin Festivals, Konzerte und Treffen.

Es ist unmöglich, alle engagierten Bulgaren zu nennen, die in diesem Vierteljahrhundert Teil des Weges und der Entwicklung der Bulgarisch-Amerikanischen Vereinigung in Nevada waren. Hervorgehoben werden muss jedoch die Rolle von Rumen Stefanow und seines bulgarischen Restaurants, das sich im Laufe der Jahre zu einem Treffpunkt für unsere Landsleute etabliert hat.

Nikolaj Kaltschew erzählte, dass sich das kulturelle Leben der Bulgaren in Las Vegas nach und nach durch Konzerte bekannter bulgarischer Künstler und die Entstehung von Folkloregruppen erweitert hat.

Marin Petrow, ein leidenschaftlicher Bulgare und Tänzer, hat Laientänzer zusammengebracht und die erste Tanzformation gegründet“, erklärte Nikolaj Kaltschew, dessen Ehefrau ebenfalls seit der Gründung Teil der Gruppe ist. „Später beschlossen die Frauen, dass sie ‚Scharawa‘ heißen sollte, und dieser Name ist bis heute geblieben. In der Formation tanzen Menschen verschiedener Generationen, doch alle mit großer Begeisterung. Diese Gruppe ist Teil unserer Kultur und dessen, was wir hier fern von Bulgarien bewahren wollen“, betonte Nikolaj Kaltschew.

Die Folkloregruppe "Scharawa"

FOTO Privatarchiv

Die Bulgaren in Las Vegas bereichern ihr kulturelles Leben ständig weiter und hören nicht auf zu träumen. Einer ihrer größten Wünsche ist es, einen eigenen dauerhaften Ort für Treffen und Veranstaltungen zu haben.

Ich träume davon, dass wir eines Tages eine bulgarische Kapelle und einen bulgarischen Kulturklub haben. Einen Ort, an dem wir uns zu Weihnachten, an Feiertagen, für Konzerte und Treffen versammeln können. Ich wünsche mir, dass die bulgarische Gemeinschaft in Vegas immer größer wird und zusammenwächst. Dass sich nicht nur Dutzende Menschen versammeln, sondern Hunderte. Das ist der Sinn der Vereinigung – das Bulgarische lebendig zu halten, egal wie weit wir von der Heimat entfernt sind“, sagte abschließend Nikolaj Kaltschew.


Übersetzung: Rossiza Radulowa