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Bulgarisches Konsulat in München unterstützt Sonntagsschulen in Bayern

Generalkonsul Stefan Jonkow gab Empfang anlässlich des 24. Mai

Samstag, 16 Mai 2026, 10:35

Empfang in München anlässlich des 24. Mai

Empfang in München anlässlich des 24. Mai

FOTO Joan Kolew

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Im Vorfeld des 24. Mai – des Tages der heiligen Brüder Kyrill und Method, des bulgarischen Alphabets, der Bildung und Kultur sowie des slawischen Schrifttums – veranstaltete das Generalkonsulat Bulgariens in München einen feierlichen Empfang, der den bulgarischen Sonntagsschulen in Süddeutschland und den Menschen gewidmet war, die fern der Heimat die bulgarische Sprache und Spiritualität lebendig erhalten.

Gastgeber der Veranstaltung am 15. Mai war Generalkonsul Stefan Jonkow. Im Mittelpunkt standen die 16 bulgarischen Sonntagsschulen in Bayern und Baden-Württemberg, die von der diplomatischen Vertretung als eine der wichtigsten Stützen der bulgarischen Gemeinschaft in der Region und als Schlüsselfaktor für die Bewahrung der nationalen Identität unter den jungen Generationen bezeichnet werden.

„Die Sonntagsschulen sind Zentren des Bulgarentums, des Wissens, aber auch der Zukunft, denn dort lernen unsere Kinder aktiv die bulgarische Sprache. Unsere Hoffnung ist, dass das kein Zufall ist. Es geht nicht nur darum, die Wurzeln und Bulgarien im Herzen zu tragen. Hoffentlich kehren diese jungen Talente eines Tages nach Bulgarien zurück“, sagte Stefan Jonkow im Interview für Radio Bulgarien. Seiner Ansicht nach sei es die Pflicht des Generalkonsulats, den Schulen nahe zu stehen und sie zu unterstützen – insbesondere in schwierigen Situationen. „Solche Fälle gibt es, etwa bei der Suche nach neuen Unterrichtsräumen. Wir schaffen es, ihnen dabei zu helfen.“

Stefan Jonkow, Generalkonsul von Bulgarien in München

FOTO BTA

Ein besonderer Schwerpunkt des Empfangs war erneut eine Spendeninitiative zugunsten der bulgarischen Schulen.

„Denn wir glauben, dass Unterstützung auch durch konkrete Gesten sichtbar werden muss. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir in diesem Jahr bulgarische Bücher bulgarischer Verlage bereitstellen konnten, die mit Hilfe des Verbands ‚Bulgarisches Buch‘ die Schulbibliotheken bereichern werden. Außerdem konnten wir durch einen Sponsor für jede Schule einen Laptop zur Förderung digitaler Kompetenzen sowie ein wunderschönes Bild zum Thema 24. Mai der bulgarischen Künstlerin in Berlin, Klio Karadim, sichern. Zum zweiten Mal bringen wir all diese Schulen bei einem Empfang zusammen, um unseren Dank an alle Lehrer, Eltern, Schulleitungen und natürlich auch an die Kinder auszudrücken. Selbstverständlich wird jede Schule den Feiertag auch an ihrem jeweiligen Ort begehen.“

Kinder der beiden Sonntagsschulen „Dora Gabe“ und „Paissij Chilendarski“ in München

FOTO BTA

Unter den Bedingungen des Lebens im Ausland werde die bulgarische Sprache „nicht aus Pflicht, sondern aus freier Entscheidung“ weitergegeben – dank der Bemühungen von Lehrern, Eltern, Spendern und Kindern, die Woche für Woche ihre Verbindung zu Bulgarien pflegen. Deshalb sei der 24. Mai nicht nur ein Feiertag der Buchstaben, sondern auch ein Symbol für die geistige Widerstandskraft Bulgariens, betonten Vertreter der diplomatischen Mission.

Ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Empfangs war der Auftritt von Kindern der bulgarischen Schulen „Dora Gabe“ und „Paissij Chilendarski“ in München sowie der jungen Sängerin bulgarischer Herkunft Anna-Maria Schiwkow. Nach Ansicht der Organisatoren sei dies ein Zeichen dafür, dass die bulgarische Kultur im Ausland nicht nur Erinnerung und Tradition, sondern eine lebendige und sich weiterentwickelnde Präsenz ist.

Unter den Gästen des Empfangs befanden sich Direktoren und Lehrer bulgarischer Sonntagsschulen, die Leiterin der Exekutivagentur für die Auslandsbulgaren, Rajna Mandschukowa, Metropolit Antonij, der Direktor der Bulgarische Nachrichtenagentur BTA Kiril Waltschew und weitere Gäste. Im Namen der bulgarischen Präsidentin Ilijana Jotowa richtete Milena Dimitrowa Grußworte an die Anwesenden.

Sie erinnerte daran, dass „der 24. Mai der Tag der Wörter, der Buchstaben und der Sprache ist. Der Tag, an dem wir etwas mehr Zeit haben, uns daran zu erinnern, dass Worte eigentlich unsere Welt sind.“ Außerdem erklärte sie, warum der Buchstabe „Б“ als Symbol der internationalen Kyrillik-Foren gewählt wurde, die seit einigen Jahren in Sofia stattfinden:

„Mit dem Buchstaben ‚Б‘ beginnen für uns die heiligsten Worte – Bulgarien, Gott, Zukunft, Dankbarkeit, Segen und Wohltätigkeit. Wenn heute von Wohltätigkeit die Rede ist, bei dieser wunderbaren Initiative des Generalkonsuls der Republik Bulgarien in München, werden Sie sehen, dass die Frau Präsidentin den bulgarischen Schulen etwas geschickt hat, das ein Staatssymbol ist – die bulgarische Trikolore –, aber auch etwas, das für uns in ihrem Team ebenfalls etwas sehr Heiliges geworden ist: der Buchstabe ‚Б‘. Normalerweise tragen wir ihn am Revers, nicht weil wir uns sonst nicht erkennen würden, sondern weil es wichtig ist, uns in dieser Welt als Bulgaren durch unsere Worte und unsere Sprache sichtbar zu machen. Noch einmal möchte ich Ihnen für dieses wunderbare Fest danken, das uns zusammenführt, für die schönen Lieder, die unsere kleinen Kinder in schöner bulgarischer Sprache singen, und Ihnen allen im Namen von Frau Jotowa vor allem Gesundheit und eine lichtvolle Zukunft wünschen!“

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov