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Zwetana Tontschewa
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Meisterwerke bulgarischer Musikkultur
„Ein Augenblick wie Ewigkeit“ – emblematische bulgarische Hymne der Liebe
Freitag 29 Mai 2026 20:00
Freitag, 29 Mai 2026, 20:00
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„Noch bevor ich dir im Leben begegnete – liebte ich dich.“ Seit fast vier Jahrzehnten bewegt dieser Vers die Bulgaren, besonders die wahrhaft Verliebten. Das Lied des Dichters Georgi Konstantinow und des Komponisten Wladimir Naumow wurde vor allem wegen seines großartigen Textes zu einem außergewöhnlichen Hit. Der große Meister der bulgarischen Liebeslyrik, Georgi Konstantinow, erzählt, dass er dieses Gedicht einmal auf einer Schriftstellerkonferenz im Ausland vorgetragen habe und das Publikum begeistert applaudierte, obwohl niemand Bulgarisch verstand. Der Beifall galt der Musikalität der Verse und ihrer unglaublichen emotionalen Wirkung. „Das ist eines meiner Lieblingsgedichte“, sagte Georgi Konstantinow in einem Interview für bTV, „und ich liebe auch das Lied sehr.“ Komponist Wladimir Naumow ergänzt: „Ein Augenblick wie Ewigkeit ist eigentlich die Ewigkeit in einem einzigen Moment.“
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Das Gedicht „Ein Augenblick wie Ewigkeit“ erschien erstmals 1978 im Lyrikband „Analphabetisches Herz“ von Georgi Konstantinow. Der Dichter erinnert sich, dass es besonders unter jungen Menschen schnell populär wurde – damals war er selbst noch keine 35 Jahre alt. Jahre später war er überrascht, seinen zugleich bewegenden, lyrischen und tief philosophischen Text als Lied im Bulgarischen Nationalen Rundfunk zu hören, gesungen von Todor Warbanow. Unter seinem Künstlernamen „Warban“ ging der Sänger mit seiner eindringlichen Interpretation von „Ein Augenblick wie Ewigkeit“ in die Geschichte der bulgarischen Musik ein. Er selbst bezeichnete das Lied als seine musikalische Visitenkarte.
Todor Warbanow
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Todor Warbanow nahm „Ein Augenblick wie Ewigkeit“ Mitte Februar 1987 in nur etwa 35 Minuten in einem Studio des Bulgarischen Nationalen Rundfunks auf. Wenige Tage später lief das Lied bereits im Radio und erreichte bald den Rekord von zwölf Ausstrahlungen täglich. Der Sänger erzählte, dass das Publikum dieses Lied bei Konzerten jahrzehntelang immer gemeinsam mit ihm sang. Nach den Worten von Georgi Konstantinow ist das Lied „eine Widmung an die Frau überhaupt – eine Hymne an die Frau meines Lebens“. Er bezeichnet die vokale Miniatur als „sternengleich“, als Ergebnis der glücklichen Begegnung zweier Musen – der Poesie und der Musik. „Ein Augenblick wie Ewigkeit“ wurde später auch zum Titel eines seiner letzten Gedichtbände, der seine hundert schönsten lyrischen Werke vereint.
Wladimir Naumow
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Wladimir Naumow, 1954 in Warna geboren, ist der Sohn des bekannten bulgarischen Folkloristen, Komponisten und Dirigenten Anastas Naumow. Schon in jungen Jahren begann er Popmusik zu schreiben, und bereits seine erste eigene Komposition gewann 1975 den ersten Preis beim Jugendwettbewerb für Unterhaltungsmusik. Später widmete er sich der Verbindung bulgarischer Folklore mit modernen Musikgenres und schuf mehrere äußerst populäre Bearbeitungen von Volksliedern, darunter „Petruno, buntes Vögelchen“ und „Spring, Kalinka“. In den 1980er Jahren begegnete er der Popsängerin Elwira Georgiewa, für die er mehr als hundert Lieder komponierte. Außerdem schrieb er für Stars wie Lili Iwanowa, Wassil Najdenow und Neli Rangelowa.
Todor Warbanow und Georgi Konstantinow
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Noch bevor Todor Warbanow das Gedicht von Georgi Konstantinow entdeckte, entstand die Melodie von „Ein Augenblick wie Ewigkeit“ im Haus von Wladimir Naumow. Ursprünglich war sie als Soundtrack für einen Film gedacht, der jedoch nie gedreht wurde. Die Musik blieb in der Schublade liegen. Jahre später zeigte Warbanow dem Komponisten das Gedicht von Georgi Konstantinow, das beide für großartig hielten. Da erinnerte sich Naumow an die alte Melodie. „Die Musik haftete förmlich an diesem Text, als wäre sie eigens dafür geschrieben worden … Und eigentlich war sie das wohl auch!“, sagte der Komponist später begeistert.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov