Evgenia Michalska stellt in Sofia ihr aus Bildern geborenes Buch „Antomeda“ vor

Die Bulgarin empfiehlt das Leben in der Emigration jedem. „Es hilft sehr, es erzieht, es gibt viel und es ist nicht leicht – genau das macht einen stärker“, sagte sie in einem Interview für Radio Bulgarien

Samstag, 30 Mai 2026, 11:05

Evgenia Michalska

Evgenia Michalska

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2024 stellte Evgenia Michalska ihren Debütroman „Auf dem Rückweg“ vor. Es ist weniger ein Prosawerk als vielmehr eine Geschichte, inspiriert von der Magie des Lebens – dem Leben einer Bulgarin in der Fremde, die sich selbst in der Kunst entdeckt. 

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Wie jede gute Geschichte hat auch jene von Evgenia Michalska einen Anfang – in Sofia, wo sie geboren wurde und aufwuchs. Heute bezeichnet sie sich schlicht als Kreative, denn ihrer Meinung nach ist jeder Mensch ein schöpferisches Wesen. Bis Anfang dreißig war sie im Transportwesen tätig. Sie hatte eine Familie und ein gut geordnetes Leben in der Hauptstadt. Dann kam das Jahr 2006 und eine Familienreise nach Palma de Mallorca in Spanien, die den Lauf ihres Lebens veränderte. 

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„Wir waren eigentlich nur zu Besuch. In der ersten Woche kauften wir Kühlschrankmagnete und andere Souvenirs. In der zweiten Woche ergab sich die Möglichkeit zu bleiben, und in der dritten Woche entschieden wir uns einfach dafür“, erinnerte sich die Bulgarin mit einem Lächeln an die Ereignisse vor zwei Jahrzehnten. 

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So ließen sich Evgenia und ihre Familie auf Mallorca nieder. Wie so oft versuchte sie auch dort zunächst, sich das vertraute Leben wieder aufzubauen, und arbeitete erneut in den Bereichen Logistik und Handel. Irgendwann erkannte sie jedoch, dass sie über die wertvollste Ressource verfügte – freie Zeit. 2011 begann eine neue Wandlung. 

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„Eines Tages erinnerte ich mich beim Einkaufen an etwas, das ich gelesen hatte: Es sei schön, etwas Eigenes für das Zuhause zu schaffen. Im Geschäft sah ich Farben und beschloss, Leinwände und Farben zu kaufen, um abstrakte Bilder für unser Haus zu malen. Ich malte und malte, bis ich keine freien Wände mehr hatte. Danach begann ich, Bilder für lokale Lokale anzufertigen. Schließlich sagte eine Freundin zu mir: ‚Du erschaffst Schönheit, die die Menschen sehen müssen!‘ Sie bestand so sehr darauf, dass wir 2015 schließlich drei Ausstellungen in drei spanischen Städten organisierten. Kurz darauf folgte auch meine erste Ausstellung in Sofia“, erzählte Michalska. 

Wenn sich ein Mensch der Kunst hingibt, werden einzelne Genres nebensächlich – sie sind nur Werkzeuge für das Wesentliche. So entstand 2019 ihr erster Gedichtband „Das Haus der Feen“. 

Bereits ein Jahr später wurde das Buch veröffentlicht und trat seinen literarischen Weg an. Im darauffolgenden Jahr erschien ihr zweiter Lyrikband „Die Königin der Nacht“, 2025 folgte der dritte Band „Frühlingstänze“. 

„Träume werden wahr“, sagt die Bulgarin heute überzeugt. Den Beweis dafür beschreibt sie in ihrem Debütroman „Auf dem Rückweg“ aus dem Jahr 2024. „Er entstand, weil ich von Wundern erzählen wollte“, erklärte sie. 

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„Manche sagen, der Roman sei autobiografisch. Für mich ist er das nicht. Ich erzähle lediglich meinen Weg. Der Weg eines anderen Menschen wird ein anderer sein. Aber diese mutigen Entscheidungen, dieses Springen ins Ungewisse ohne jede Sicherheit – all das hängt davon ab, ob man an seine Träume glaubt. Und das kann jedem passieren. Alles in unserem Leben ist ein Wunder. Das Leben selbst ist ein Wunder. Menschen zu treffen, die einen verstehen, ist ein Wunder. In späteren Jahren seine Umgebung zu wechseln, ist ebenfalls ein Wunder. Zu lieben ist ein Wunder, sagte die Schriftstellerin.  

Michalska schreibt auf Bulgarisch, weil diese Sprache für sie etwas Besonderes ist. Es ist die Sprache, in der sie gelernt hat zu weinen, zu lachen und zu lieben. In dieser Sprache schrieb sie auch ihr bislang persönlichstes und jüngstes Werk – die von ihr als „komische Geschichte“ bezeichnete „Antomeda“. 

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Das Buch wird am 2. Juni erstmals vorgestellt, begleitet von einer Ausstellung ihrer Gemälde. Denn die Geschichte nahm ihren Anfang genau dort – beim Malen. 

Worum es in „Antomeda“ geht, wird das Publikum am 2. Juni direkt von der Autorin erfahren. Anschließend soll die Geschichte auch als Ballett auf die Bühne kommen, das sie gemeinsam mit einer Freundin in Plowdiw vorbereitet. Geplant sind zudem Buchvorstellungen innerhalb der bulgarischen Gemeinschaft auf Mallorca sowie an weiteren Orten in Europa, sofern Interesse besteht. 

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Ihren Landsleuten in aller Welt wünscht Scheni, wie sie von Freunden genannt wird, vor allem eines: 

Dass sie es sich erlauben, ihren Geist zu öffnen, kreativ zu sein, zu lieben und zu lachen.“ 

Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov 

Gestaltet von Lyubomir Kolarov