Prof. Minko Balkanski und seine jungen Nachfolger

Diesem Thema ist ein Dokumentarfilm gewidmet, der von einem Team bulgarischer Emigranten produziert wurde

Sonntag, 7 Juni 2026, 10:15

Prof. Minko Balkanski und seine jungen Nachfolger

FOTO balkanski-foundation.org

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Prof. Minko Balkanski ist ein weltbekannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Physik. Er wurde in Bulgarien geboren, ging jedoch bereits im jungen Alter zum Studium nach Frankreich. Heute ist der Professor 97 Jahre alt und unterstützt weiterhin junge Bulgaren, die das Potenzial und den Wunsch haben, sich auf dem Gebiet der Naturwissenschaften weiterzuentwickeln.

FOTO Stiftung "Minjo Balkanski"

„Er gehört der internationalen Wissenschaft, der Weltzivilisation und dem universellen Streben nach moralischen Werten, gesellschaftlicher Verantwortung und hohen Idealen.“ So beschreiben die Autoren des Dokumentarfilms mit dem Titel „Das Vermächtnis von Prof. Minko Balkanski“ den Professor. Die Premiere fand am 27. Mai im Kino „Wlajkowa“ in Sofia statt. Anwesend waren Vertreter der „John Atanasov“-Universität in Chicago und des Programms „Die nicht erzählten Geschichten der Bulgaren“ des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft. Mit ihrer Hilfe wurden die Dreharbeiten und die Realisierung des Films möglich.

„Es ist ein Film, der von Emigranten für Emigranten geschaffen wurde. Vor allem aber ist es ein Film über Würde. Über den Bulgaren, der, egal wo er lebt, durch Wissen, Erinnerung und Spiritualität mit seiner Heimat verbunden bleibt“, sagte die Direktorin der Sonntagsschule in Chicago, Bojanka Iwanowa. 

FOTO Kino "Wlajkowa"

Die von der Stiftung von Prof. Balkanski ausgezeichneten bulgarischen Wissenschaftler und Fachleute in den Bereichen Physik, Mathematik, Hochtechnologie, Kryptografie und Medizin, zählen heute weltweit zu den erfolgreichsten. In dem einstündigen Film hinterlässt die Erkenntnis, zu der Prof. Balkanski im Laufe der Jahre gelangt ist, den stärksten Eindruck. Er sagt: „Der Vorrat an talentierten jungen Menschen in Bulgarien ist unerschöpflich.“

FOTO Facebook /Stiftung "Minjo Balkanski"

Ein Großteil derjenigen, die ihre Ausbildung in Frankreich mit Unterstützung der Stiftung „Minjo Balkanski“ abgeschlossen haben, hat sich dafür entschieden, eine Karriere im Ausland aufzubauen. Manche der Stipendiaten sind jedoch nach Bulgarien zurückgekehrt, um zur Entwicklung unseres Landes beizutragen. Das sagt Teodor Parwanow, einer der Protagonisten des Dokumentarfilms, der nach seinem Abschluss am Lycée „Louis le Grand“ in Paris einige Jahre in Belgien und Frankreich gearbeitet hat, 2014 aber in seine Heimat zurückgekehrt ist.

FOTO balkanski-foundation.org

„Ich kenne alle anderen Stipendiaten. Das langfristige Ziel ist es, Bulgarien neue Impulse zu geben, wobei jeder seinen eigenen Beitrag leistet, sei es in Bulgarien oder im Ausland, damit wir zu Botschaftern unserer Kultur werden, der bulgarisch-europäischen Kultur. Ich denke, man muss zuerst etwas Gutes sehen, einen Ausgangspunkt haben und es dann umsetzen. Man kann sich in Bulgarien sehr gut entwickeln, viel lernen, wenn man hierher zurückkehrt. Und ich glaube, dass ein Auslandsstudium die Möglichkeit bietet, etwas nach Bulgarien zurückzubringen“, sagt Teodor Parwanow und erinnert an die bulgarische Wiedergeburt, die auch im Film erwähnt wird. „Jeder, der die Möglichkeit dazu hatte, hat damals eines seiner Kinder zum Studium ins Ausland geschickt, damit es nach Abschluss die dort gewonnenen Erfahrungen in Bulgarien anwendet. Solche Menschen wurden Lehrer, und mit ihnen kamen Technologien und neues Wissen. Ich möchte so etwas durch Wissenstransfer auch in der heutigen Zeit wiederbeleben. Abgesehen von den technischen und wissenschaftlichen Kenntnissen habe ich mich dort als Mensch weiterentwickelt, bin unabhängig geworden und habe viele Schwierigkeiten überwunden, genau wie die anderen Stipendiaten“ betont Parwanow und erzählt weiter, dass er im Ausland Kontakte zu brillanten Menschen knüpfen konnte und so einen positiven Blick auf die Welt gewonnen habe. Wie er sagt, war er nicht in den Schwierigkeiten und alltäglichen Problemen versunken, mit denen seine Eltern und die Menschen in Bulgarien im Allgemeinen zu kämpfen hatten. Das habe großen Optimismus in ihm geweckt. Der Aufenthalt in Frankreich habe ihm sehr geholfen, so dass ihn heute nichts davor abschreckt, seine Ziele zu erreichen.

FOTO BGNES

Teodor Parwanow fügt noch hinzu, dass es mittlerweile ein ganzes Netzwerk von Menschen gibt, die hochgebildet und in ihrem Bereich erfolgreich sind. Allen gemeinsam ist, dass sie von der Persönlichkeit von Prof. Minko Balkanski geprägt wurden. „Wir wollen das Werk des Professors auf die bestmögliche Weise weiterverbreiten, so wie er es uns vorgelebt hat – indem wir anderen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind wie wir.“

 

Übersetzung: Georgetta Janewa

Gestaltet von Georgetta Janewa