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Gergana Mantschewa
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Wladigerow-Trio lässt die Tradition des Stummfilms neu aufleben
Samstag 6 Juni 2026 16:05
Samstag, 6 Juni 2026, 16:05
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Das Trio „Wladigerow“ ist eine der bekanntesten Formationen der Enkel des bedeutenden bulgarischen Komponisten Pantscho Wladigerow (1899–1978), der vor allem durch seine berühmte Rhapsodie „Wardar“ bekannt wurde. Das Werk entstand 1922 als virtuoses Konzertstück für Violine und Klavier für die Brüder Pantscho und Ljuben Wladigerow. Heute führen seine Enkel das musikalische Erbe als virtuose Jazzmusiker fort. Zum Trio gehören Alexandar Wladigerow (Trompete), Konstantin Wladigerow (Klavier) und ihre Schwester Ekaterina Wladigerowa (Klavier). Der künstlerische Geist der Familie prägte ihre ersten Schritte in der Musik. Gemeinsam treten sie regelmäßig in London, Zagreb, Budapest, Tel Aviv und natürlich in Wien auf, wo die Familie seit mehr als 15 Jahren lebt.
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Anlässlich des 120. Geburtstags des „Patriarchen der bulgarischen Musik“, wie Pantscho Wladigerow oft genannt wird, versammelten sich alle Nachkommen im Kammermusiksaal „Bulgaria“ in Sofia und präsentierten eigene Bearbeitungen von Werken ihres berühmten Vorfahren. Bekannt ist auch, dass Albert Einstein Wladigerow einst zu seiner Rhapsodie „Wardar“ beglückwünschte. Der bulgarische Komponist hatte Einstein persönlich kennengelernt, als er in Berlin lebte.
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Nun sind die beiden Brüder erneut in Sofia, um eine weitere Tradition ihres Großvaters fortzuführen. Anfang des 20. Jahrhunderts begleitete Wladigerow während seines Studiums in Berlin Stummfilmvorführungen in verschiedenen Theatern am Klavier. Heute ist daraus beinahe eine Familientradition geworden. Die Brüder Wladigerow treten an diesem Abend in einem bekannten Sofioter Club auf und begleiten live die Stummfilme des legendären Charlie Chaplin. Das Publikum wird in die Atmosphäre der Jahre 1916 und 1917 versetzt.
„Die Musik zu den Filmen entsteht in Echtzeit – spontan, emotional und inspiriert von dem, was auf der Leinwand geschieht“, sagten die Geschwister Wladigerow.
Ekaterina Wladigerowa
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Die Nachkommen von Pantscho Wladigerow verfügen über zahlreiche Kontakte in der Wiener Musikszene und weltweit. Sie haben einen großen Freundes- und Bewundererkreis. Trotz ihrer vielen Reisen haben sie die Verbindung zu Bulgarien nie verloren. Monatlich kehren sie für Konzerte nach Sofia oder in andere Städte des Landes zurück und sind beim Publikum stets gefragte Gäste.
„Unsere Familie ist groß, oft werden wir als musikalische Dynastie bezeichnet“, sagte Ekaterina Wladigerowa. Sie freue sich besonders darüber, dass das Trio „Wladigerow“ eingeladen wurde, am Projekt des Bildungsministeriums „Die unerzählten Geschichten der Bulgaren“ mitzuwirken.
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„Wir haben bei unseren Auftritten in aller Welt viele bulgarische Gemeinschaften kennengelernt und gesehen, mit welcher Liebe und Hingabe die Menschen dort ihre Wurzeln bewahren. Nach Konzerten, etwa im fernen Kanada oder in Großbritannien, begegnen uns die Menschen immer mit dieser bewahrten bulgarischen Herzlichkeit, mit Respekt und echter Heimatverbundenheit. Manchmal denke ich sogar, dass Bulgaren, die weit von ihrer Heimat entfernt leben, eine noch größere Wärme für Bulgarien bewahren als manche Menschen im Land selbst, die täglich mit den unvermeidlichen Problemen und Enttäuschungen konfrontiert sind.“
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Die Pianistin Ekaterina Wladigerowa sagte, dass das Trio ständig aus dem Werk seines berühmten Großvaters lerne und es mit jeder Probe neu entdecke.
„Wir haben sein Schaffen noch lange nicht vollständig erschlossen. Deshalb bemühen wir uns, immer wieder neue und bislang ungespielte Werke in unser Programm aufzunehmen. Wladigerow hinterließ ein gewaltiges Œuvre und legte die Grundlagen der gesamten bulgarischen klassischen Orchestermusik. Wir lieben seine Kompositionen und versuchen stets, sie aus einer zeitgenössischen musikalischen Perspektive neu zu interpretieren“, sagte Ekaterina Wladigerowa abschließend.
Übersetzung: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov