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„Water Tower Art Fest“ für zeitgenössische Kunst in Bulgarien wird 20 Jahre alt

Samstag, 6 Juni 2026, 11:46

„Water Tower Art Fest“ für zeitgenössische Kunst in Bulgarien wird 20 Jahre alt

FOTO Facebook/Water Tower Art Fest

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Das Überleben der unabhängigen Kunst ist durchaus eine „Mission possible“. Ein Beweis dafür ist das internationale Festival für zeitgenössische Kunst „Water Tower Art Fest“, das im Jahr 2026 sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Das Festival ist dafür bekannt, ungewöhnliche städtische Räume in Bühnen für zeitgenössische Kunst zu verwandeln. An der Jubiläumsausgabe werden Künstler aus 14 Ländern teilnehmen.

FOTO watertowerartfest.com

Gründerin und Organisatorin des Festivals ist Nija Puschkarowa, die Bildende Kunst an der Universität Reading studiert hat. Nach ihrem Abschluss kehrte sie nach Sofia zurück, wo sie bis heute arbeitet. Im Jahr 2006 entstand mit einer Initiative zur Reinigung des Geländes beim verlassenen Wasserturm im Stadtviertel Losenez auch die Idee für das Festival – die Idee alternativer Räume, die durch Kunst umgewandelt werden können und deren ursprüngliche Bestimmung neu gedacht werden kann.


Nija Puschkarowa

FOTO Joan Kolew

Die Neuinterpretation architektonischer Objekte und die Begegnung mit den Künstlern sind Dinge, die die für gewöhnliche Menschen oft unverständliche Kunst verständlich machen“, meint Nija Puschkarowa.


FOTO watertowerartfest.com

Diese Geschichte habe ich schon oft erzählt – von dieser Vision einer gemeinsamen Zukunft, als ich an dem vernachlässigten Wasserturm vorbeiging, der seit 50 Jahren nicht mehr genutzt wird. Es ist interessant, wohin mich dieser Impuls geführt hat. ‚Orte mit geografischer Erinnerung‘ ist der Begriff, den ich gerne verwende und der Menschen aus der ganzen Welt angezogen hat“, erläuterte Nija Puschkarowa in einem Interview für Radio Bulgarien. „Inzwischen verfügen wir über eine Plattform von Gleichgesinnten aus allen Kontinenten, die wir intuitiv gefunden haben und mit denen wir aufgrund dieser ersten Mission weiterhin in Kontakt stehen.“


FOTO watertowerartfest.com

Begonnen als kleine künstlerische Initiative, entwickelte sich das „Water Tower Art Fest“ nach und nach zu einer der langlebigsten unabhängigen Plattformen für zeitgenössische Kunst. In zwei Jahrzehnten gelang es, mehr als 600 Künstler aus aller Welt einzubeziehen. Unterstützt wurde das Festival von Kunstförderstiftungen wie Pro Helvetia, Programmen wie dem Kulturkalender von Sofia sowie Kulturinstituten aus Polen, Österreich, Deutschland und Spanien. Kunstschaffende suchen ständig nach Gleichgesinnten, und selbst die Entfernungen zwischen den Kontinenten stellen kein Hindernis für den Austausch von Ideen dar.

FOTO watertowerartfest.com

Ich musste niemanden um Unterstützung bitten, vielmehr musste ich mich entschuldigen, dass wir nicht alle aufnehmen konnten. Denn die Plattform war als Konzept stark genug, um so viele Menschen anzuziehen. Künstler suchen nach diesen Schiffen, die sie durch Ideen miteinander verbinden. Sie sind bereit, Millionen von Kilometern zurückzulegen, nur um Gleichgesinnte in ihrem Schaffen zu treffen. Sie haben das in meinen Ideen erkannt. Deshalb inspirieren wir uns gegenseitig. Es war schwierig, aus all diesen Vorschlägen auszuwählen. Mit den meisten Menschen sind wir Freunde geblieben, und einige von ihnen werden Sie vielleicht in diesem Juni sehen können“, so Nija Puschkarowa.

FOTO watertowerartfest.com

Die 20. Ausgabe des „Water Tower Art Fest“ lädt zu Begegnungen mit zeitgenössischer Kunst an mehreren Orten in Sofia ein – in der One Gallery, im Figura Art Space und im Museum für zeitgenössische Kunst „Sofia Arsenal“. Dort können Besucher die Veranstaltungen live erleben und einigen der Künstler persönlich begegnen.

FOTO Facebook/Water Tower Art Fest

Das Festival wird am 7. Juni eröffnet. Die Jubiläumsveranstaltung und die Abschlussfeier finden am 27. Juni am Wasserturm in Losenez statt, wo das Festival einst entstand. Die Botschaft der Künstler ist eindeutig: Der Turm darf nicht erneut dem Verfall überlassen werden, sondern soll als Kunstraum für die Verwirklichung von Ideen zeitgenössischer Künstler genutzt werden.

Eine der Veranstaltungen im Rahmen des Festivals, am 25. Juni, ist eine Diskussion über die Fragilität der künstlerischen Freiheit und die Frage, ob es alternative Finanzierungsformen für unabhängige Kunst gibt. Gastgeber ist das Regionales Zentrum für zeitgenössische Kunst „Toplozentrala“.

Das Festivalprogramm finden Sie auf der offiziellen Website: 

https://watertowerartfest.com/


Alle Veranstaltungen des Festivals sind bei freiem Eintritt zugänglich.


Übersetzung: Rossiza Radulowa