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Gergana Mantschewa
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Projekt „Die Häuser und die Menschen“ – Meisterwerke aus Bulgariens Dörfern
Samstag 13 Juni 2026 17:15
Samstag, 13 Juni 2026, 17:15
FOTO ruralheritage.bg
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„Die Häuser und die Menschen. Architekturgeschichten aus den bulgarischen Dörfern“ – so nennen zwei junge Architekten, die an verschiedenen Universitäten in Deutschland studiert haben, ihr neues Projekt. Elena Stojtschewa und Georgi Nikolow bilden ein kreatives Tandem und arbeiten an einem Vorhaben, das von Dorfhäusern, ihren Bewahrern und der Bedeutung des kulturellen Erbes in Bulgarien erzählt.
Die beiden verbindet die Überzeugung, dass es in den kleinen Dörfern und Städten Bulgariens Hunderte von Häusern gibt, die als architektonische Meisterwerke bezeichnet werden können. Sie beeindrucken durch ihre schönen, teilweise bemalten Fassaden und Ornamente, die ihnen einen unverwechselbaren Charakter und Charme verleihen – etwas, das heute oft übersehen wird. Es handelt sich vor allem um Wohnhäuser aus den 1920er- und 1930er-Jahren im Stil des Klassizismus und des Jugendstils. Elena und Georgi möchten möglichst vielen Menschen den Geist dieser Häuser näherbringen. So entstand die Idee einer wandernden audiovisuellen Ausstellung auf der Plattform https://ruralheritage.bg/.
Elena Stojtschewa und Georgi Nikolow
FOTO Gergana Mantschewa
„Manchmal macht uns das sehr traurig, weil wir sehen, dass wir etwas verlieren, das wir für äußerst wertvoll halten – unser gemeinsames kulturelles Erbe“, sagt die Architektin Elena Stojtschewa:
Ein Haus im Dorf Sinagowzi
FOTO ruralheritage.bg
„Die Geschichten werden von den Eigentümern selbst erzählt. Wir nennen sie ‚Menschen-Bewahrer‘, weil sie einen Teil von sich selbst in diese Gebäude investieren – Zeit, Mühe, Träume, Gedanken und Liebe zur Schönheit und zum Detail. Dadurch erhalten sie die Häuser und bewahren sie vor dem Verfall. Seit mehreren Jahren arbeiten wir am Projekt Rural Heritage, also ‚ländliches Erbe‘. Wir reisen durch Dörfer, fotografieren Häuser, die wir besonders schön finden. Es sind keine Kulturdenkmäler, sondern ein weit verbreiteter Bautyp, der jedoch derzeit sehr schnell verschwindet und verfällt“, sagte Stojtschewa.
Ein Haus im Dorf Staro Stefanowo
FOTO ruralheritage.bg
Auf ihren Reisen durch Bulgarien begegnen die beiden Architekten immer wieder positiven Beispielen. Dabei stellte sich für sie die Frage, was Menschen dazu motiviert, alte Häuser mit so viel Hingabe zu erhalten.
FOTO ruralheritage.bg
„So entstand die Idee, auch gute Beispiele sichtbar zu machen. Wir haben sieben Geschichten gesammelt, und zu unserer Freude haben uns die Besitzer dieser schönen Häuser ihr Vertrauen geschenkt und ihre persönlichen Geschichten erzählt“, berichtet Architekt Georgi Nikolow über das Projekt „Die Häuser und die Menschen“.
Das Haus in Novo Selo
FOTO ruralheritage.bg
„Wir haben ein Haus in Novo Selo im Nordwesten Bulgariens dokumentiert, das rund 100 Jahre alt ist. Der Großvater der Familie war ein erfolgreicher Kaufmann und handelte mit Wein. Im Erdgeschoss des Hauses lagerte er große Weinfässer. Er transportierte den Wein sogar über die Donau und handelte über Russe mit Wien und Österreich.
Gästehaus im Dorf Balgarski Iswor
FOTO ruralheritage.bg
Im Dorf Balgarski Iswor haben wir ein besonders interessantes Haus entdeckt. Auf dem Weg nach Weliko Tarnowo war uns das Gebäude bereits aufgefallen. Es war wunderschön, aber schlecht gepflegt. Als wir später erneut vorbeikamen, strahlte die Fassade plötzlich in frischem Weiß. Wir nahmen Kontakt zu den Eigentümern auf und erfuhren ihre Geschichte. Ihr Urgroßvater war einer der Freiwilligenkämpfer am Schipka-Pass. Nach seiner Rückkehr nach Balgarski Iswor wurde er Bürgermeister und gründete gemeinsam mit Gleichgesinnten das örtliche Kulturhaus. Dieser Geist, etwas Schönes für das Dorf zu schaffen, lebt bis heute weiter. Er zeigt sich in der restaurierten Fassade und dem Wunsch, das Haus aufgrund seiner bedeutenden Familiengeschichte wieder erstrahlen zu lassen. Zudem hebt sich das Gebäude durch zahlreiche einzigartige und bemerkenswerte architektonische Elemente von allen anderen Häusern ab“, erzählte Nikolow.
FOTO ruralheritage.bg
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov