Autor
Diana Zankowa
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Klare Regeln für KI an Schulen nötig, warnt Bildungsexpertin
„Schüler missbrauchen Künstliche Intelligenz oft“, sagt Antoaneta Kalenderowa
Samstag 20 Juni 2026 17:10
Samstag, 20 Juni 2026, 17:10
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Das Bildungsministerium plant ein Projekt zur digitalen Transformation des Schulwesens mit besonderem Schwerpunkt auf der Einführung von KI-gestützten Werkzeugen. Begleitet wird die Initiative von besorgniserregenden Ergebnissen einer Studie von DigitalEdu-SU an der Sofioter Universität. Demnach sind viele Lehrkräfte nicht ausreichend auf innovativen Unterricht vorbereitet, während bei Schülerinnen und Schülern Defizite in der digitalen Kompetenz bestehen. Vor diesem Hintergrund geht eine Privatschule in Sofia bereits gezielt neue Wege beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Mit Antoaneta Kalenderowa, Direktorin einer privaten Schule in Sofia, sprach Radio Bulgarien über die Anwendung von KI im Unterricht und darüber, wann sie zur Gefahr werden kann.
Antoaneta Kalenderowa
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„Ob gefährlich oder nicht – sie ist Realität. Unsere Aufgabe als Erwachsene besteht darin, sie in der Schule als zeitsparendes Werkzeug zu nutzen, aber nicht als Ersatz für menschliche Intelligenz“, sagt sie. „Künstliche Intelligenz eignet sich hervorragend, um Lernmaterial an unterschiedliche Leistungsniveaus anzupassen. Manche Schüler kommen schneller voran, andere benötigen mehr Übung. Auch für Schülerinnen und Schüler, die einen Aufsatz schreiben möchten, ist sie hilfreich, da sie rasch Zugang zu verschiedenen Quellen und Sichtweisen bietet. Nachdem die KI die Informationen geliefert hat, muss der Aufsatz jedoch von den Lernenden selbst verfasst werden. Dann ist sie ein nützliches Werkzeug, das Zeit spart“, sagte Kalenderowa.
Künstliche Intelligenz könne sowohl Helfer als auch Gegner sein, wenn kreative Fähigkeiten vernachlässigt würden und langfristig die Fähigkeit zu kritischem Denken und Analyse verloren gehe.
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„Sie wird zum Feind, wenn sie unser eigenes Denken ersetzt“, betonte Kalenderowa. „Ebenso dann, wenn wir sie für Aufgaben einsetzen, die uns zwar Zeit sparen, uns aber auf Dauer bequem machen und geistig träge werden lassen. Deshalb tragen Lehrkräfte eine große Verantwortung. Sie müssen die verschiedenen Formen der Künstlichen Intelligenz und ihre Anwendungsmöglichkeiten gut kennen. Anschließend sollten sie Regeln für deren Nutzung in der Schule entwickeln und den Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie sie diese Werkzeuge sinnvoll einsetzen können“, so Kalenderowa.
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Ein weiteres wichtiges Thema sei die Frage nach dem geistigen Eigentum an von KI erzeugten Arbeiten. Darüber werde zunehmend diskutiert, erklärte Kalenderowa. An ihrer Schule spreche man in diesem Zusammenhang von „akademischer Integrität“. Wer fremde Inhalte als eigene geistige Leistung ausgebe, handle unehrlich.
„Je früher wir Kindern vermitteln, dass es völlig legitim ist, sich von den Ideen anderer inspirieren zu lassen, desto besser. Voraussetzung ist jedoch, dass die Quelle genannt wird“, sagte sie.
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Das Programm des International Baccalaureate biete hierfür eine praktikable Lösung:
„Man soll offenlegen, welche Frage man der KI gestellt hat“, erläuterte Kalenderowa. „Wenn die Eingabe lautet: ‚Schreibe mir einen Aufsatz zu diesem Thema‘, dann ist das offensichtlich nicht die eigene Arbeit. Wenn die Frage jedoch lautet: ‚Nenne mir drei Wissenschaftler, die zu diesem Thema geforscht haben‘, dann spart man lediglich etwas Recherchezeit, während die eigentliche Leistung weiterhin die eigene bleibt.“
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov