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Gergana Mantschewa
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Malerin Petja Konstantinowa verbindet Sofia mit dem „fliegenden“ Prag
Malen erfordert Fleiß und Ausdauer, bis sich das Rad der Fantasie dreht
Sonntag 21 Juni 2026 16:50
Sonntag, 21 Juni 2026, 16:50
Petja Konstantinowa
FOTO Privatarchiv
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„Die Städte, in denen wir leben, wohnen eigentlich auch in uns selbst – sie schleichen sich in unsere Herzen und Gedanken, prägen unmerklich unsere Sprache, machen uns mit ihrer Welt vertraut und lassen uns ein Stück weit zu Einheimischen werden.“ Diese Botschaft zieht sich durch die Ausstellung der jungen Künstlerin Petja Konstantinowa. Ihre Bilder mit naivistischen Darstellungen von Katzen, Hunden, Vögeln und Häusern aus dem „fliegenden Prag“ sind im großen Foyer des Tschechischen Kulturzentrums in Sofia zu sehen. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Liebhaber farbenfroher Kunst, und die Künstlerin gab sogar einen offenen Zeichenkurs für besonders interessierte Besucher.
FOTO Tschechisches Zentrum in Sofia
Seit zehn Jahren lebt Petja Konstantinowa in der tschechischen Hauptstadt Prag, die ihr heute als wichtigste Inspirationsquelle dient. Auf ihren Bildern erscheinen Menschen mit großen Hüten, die Bierkrüge auf dem Kopf tragen. Andere Werke werden von den Silhouetten der Karlsbrücke, der Prager Burg und den Kathedralen der Stadt geprägt – ebenso wie von jenem weichen Laternenlicht, das mit Spiegelungen und Schatten auf dem Wasser der Moldau spielt.
FOTO Petja Konstantinowa
Obwohl sie keine künstlerische Ausbildung besitzt, widmet sich Petja seit 13 Jahren intensiv der Malerei. Ihre Werke wurden bereits in Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Polen, Belgien und Luxemburg ausgestellt. Darüber hinaus arbeitet sie als Illustratorin mit Verlagen in Bulgarien, Tschechien, Rumänien und sogar China zusammen.
„Das Malen begleitete mich mein ganzes Leben lang eher als Hobby, während mein beruflicher Weg über Verlage, Werbeagenturen sowie Marketing- und PR-Abteilungen führte. Der Druck in meiner Arbeit war jedoch sehr hoch“, erzählte Petja Konstantinowa im Gespräch mit Radio Bulgarien.
FOTO Gergana Mantschewa
„Irgendwann wurde mir klar, dass dieses Tempo meine Kräfte überstieg und ich etwas ändern musste. Zunächst hatte ich aber keine konkrete Vorstellung davon, wie. Man sagt sich, man werde langsamer leben, sich mehr ausruhen und sich weniger ärgern. Doch so funktioniert es nicht. Man gerät wieder in dieselben Bahnen und nimmt erneut Fahrt auf. Die Entscheidung kam schließlich aus dem Bauch heraus. Es gab einfach einen Moment, in dem ich nicht mehr unter ständigem Druck arbeiten konnte. Eines Tages kündigte ich. In Zeiten, in denen es einem schlecht geht, sucht man oft nach etwas, das Ruhe und Ablenkung schenkt. Für mich war das das Malen. Und dann schien mir das Universum die Hand zu reichen, denn ich erhielt eine Einladung zu einer Ausstellung – und zwar in Luxemburg“, sagte Konstantinowa.
Am meisten freut sich die Künstlerin über die Begeisterung ihres Publikums.
„Die Anerkennung von Menschen, die mich nicht kennen, bedeutet mir noch mehr als das Lob von Freunden“, sagte sie und fügte hinzu:
FOTO Gergana Mantschewa
„Mein Publikum gibt mir das Gefühl, etwas Sinnvolles zu schaffen. Ich stelle fest, dass jene Menschen, die meine Bilder mögen, oft einen ähnlichen inneren Rhythmus oder eine ähnliche Emotionalität haben. Oder sie erkennen in meinen Werken etwas von ihren eigenen Gefühlen wieder.“
Inspiration sei überall zu finden, meint die Malerin. Sie könne aus einer kleinen Geste der Freundlichkeit oder Zuneigung entstehen. Jemand bleibt auf der Straße stehen, um eine Katze zu streicheln. Ein anderer hebt eine Schnecke vom Gehweg auf und setzt sie zurück ins Gras. Solche Momente wecken die Sinne eines Künstlers.
FOTO Gergana Mantschewa
„Ich habe immer nach der Metapher in einer Zeichnung gesucht. In einem Bild kann man vieles entdecken, wenn man die Augen dafür hat. Malen verlangt Arbeit und Ausdauer. Es ist eine Aufgabe, sich selbst einen Rhythmus zu geben und das Rad der Fantasie in Bewegung zu setzen. Manchmal muss man, um eine schwierige Situation zu überwinden, einfach die Perspektive wechseln. Und es ist nie zu spät, ein neues Talent in sich zu entdecken – man muss nur den Kontakt zu sich selbst finden und sich Zeit dafür nehmen“, sagte Petja Konstantinowa abschließend.
Übersetzung und Redaktion: Lyubomir Kolarov
Gestaltet von Lyubomir Kolarov